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Traunstein: »Wir brauchen preisgünstigen Wohnraum«

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Traunstein Wohnraum
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Das Haus und die Garagen an der Schierghoferstraße werden abgerissen. Dort entstehen neue Gebäude mit insgesamt rund 45 Wohneinheiten. (Foto: Reiter)

Traunstein – Mit großer Mehrheit stimmte der Traunsteiner Stadtrat für die Aufstellung eines Bebauungsplans an der Schierghoferstraße/Wolkersdorfer Straße. Dort sollen drei größere Mehrfamilienhäuser und zwei Wohnblocks entstehen.


Vor der Einleitung des formalen Verfahrens hat sich der Investor, eine Immobilienfirma aus Übersee, noch vertraglich zur Schaffung von preisgünstigem Wohnraum verpflichtet. Oberbürgermeister Christian Kegel betonte in der Sitzung, »dass es nicht um einen Eingriff in den Guntramshügel geht. Der ist davon nicht betroffen«.

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Uwe Steinmetz (UW) wollte wissen, ob genügend Parkplätze ausgewiesen werden. Schon jetzt sei der Parkdruck an der Schierghoferstraße enorm. Außerdem war er der Meinung, »dass diese Verdichtung schon schlimm ist«.

Das Problem mit dem Parken entstehe auch dadurch, dass die meisten Leute nicht mehr nur ein Auto hätten, sondern mindestens zwei oder sogar drei, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. »Aber selbstverständlich wird die Parkplatzsatzung der Stadt hier berücksichtigt.« Auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts teilte er mit, dass der Bauträger eine Tiefgarage sowie einige Besucherstellplätze errichten werde. Grundsätzlich sei in der Stellplatzsatzung festgelegt, dass Bauherren die für ihr Bauvorhaben benötigten Stellplätze auf den Baugrundstücken oder in der Nähe herstellen müssen.

Ernst Haider (UW) und Burgi Mörtl-Körner (Grüne) sprachen den sozialen Wohnungsbau an. »Viele können sich ein Haus nicht leisten. Wir brauchen preisgünstigen Wohnraum«, betonte Haider. Und Burgi Mörtl-Körner wollte, dass eine Quote von 30 Prozent festgelegt wird.

Oberbürgermeister Christian Kegel betonte, dass es hier nur um einen Aufstellungsbeschluss gehe. »Wir erteilen noch kein Baurecht.« Letztlich genehmigte der Stadtrat mit 18:1 Stimmen die Aufstellung eines Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren. Der vorliegende Bebauungsplanentwurf der Planungsgruppe Strasser wird gebilligt, hieß es. Und weiter: »Vor Einleitung des formalen Bebauungsplanverfahrens hat sich der Investor noch vertraglich zur Schaffung von preisgünstigen Wohnraum verpflichtet. Der genaue Umfang dieser Verpflichtung ist durch den Stadtrat noch festzulegen.«

Die Immobilienfirma aus Übersee will in den fünf Gebäuden insgesamt rund 45 Wohneinheiten schaffen. Von einem neuen Viertel könne hier nicht die Rede sein, so die Stadt. Trotzdem müsse der Investor zum Beispiel auch einen Kinderspielplatz errichten.

»Der Parkdruck an der Schierghoferstraße ist durch das Klinikum bestimmt. Dies ist eine Sache der Verkehrsbehörde, hier gegebenenfalls andere Regelungen zu finden – zum Beispiel Halteverbote oder Anliegerparken. Dem Bauherrn ist dies nicht anzulasten«, teilte die Stadt mit.

Des Weiteren ging es im Stadtrat um die Traunsteiner Kläranlage. Auf rund 1,7 Millionen Euro schätzt Anton Mader vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold aus Prien die Kosten für die Erneuerung der Blockheizkraftwerke (BHKW) und die Notstromversorgung (wir berichteten). Einhellig entschied der Stadtrat nach kurzer Diskussion, die Vorplanungen für eine Sanierung der Kläranlage weiterzuführen.

Wilfried Schott (Grüne) hatte zunächst gefragt, ob eine Sanierung überhaupt noch Sinn mache und ob es nicht vielleicht sogar besser wäre, komplett neu zu bauen. »Das wäre mit gewaltigen Problemen verbunden«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. »Außerdem würden wir dann von einem zweistelligen Millionenbetrag sprechen.«

Karl Schulz (CSU) fand Schotts Idee »völlig an den Haaren herbeigezogen« und dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) gab zu bedenken, dass auch bei einem Neubau in ein paar Jahren wieder Sanierungskosten anfallen würden. – Letztlich war sich das Gremium einig: Die Kläranlage aus dem Jahr 1978 wird saniert. KR