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Tourismusregion Chiemgau mit guten Perspektiven

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Geschäftsführer Stephan Semmelmayr präsentierte erfreuliche Zahlen, machte aber deutlich, dass es gelte, sich für den Wandel im Tourismus fit zu machen. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Kleines Jubiläum im heimischen Tourismus: Touristiker, Vertreter der Gemeinden und des Landkreises sowie regionale und überregionale Tourismuspartner feierten das Zehnjährige des Chiemgauer Tourismustags im Vereinshaus.


Dabei gab es eine Menge an erfreulichen Nachrichten, die Chiemgau Tourismus Geschäftsführer Stephan Semmelmayr präsentieren konnte. Hat man beim Chiemgau Tourismus doch inzwischen ein breites und erfolgreiches Netzwerk an Partnern aufgebaut, die sich teilweise auch mit eigenen Ständen im Vereinshaus präsentierten. Und auch die Zukunftsaussichten für den heimischen Tourismus sind – nicht zuletzt aufgrund intensiver Zusammenarbeit und Kooperationen – sehr erfreulich.

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Moderator Nicolas Foltin machte nach der musikalischen Einlage des Traunsteiner Posaunentrios einige der vorrangigen Ziele des Tourismustags deutlich: »Impulse mitgeben, austauschen, in Beziehung treten wie man in Zukunft zusammenarbeiten kann.«

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel, der den Moderator humorvoll maßregelte, dass es für den Rosenheimer nicht wie dort geläufig »das« sondern »der« Chiemgau heißt, betonte, dass die Stadt Traunstein eine unverzichtbare Säule im heimischen Tourismus sei. »Wenn es zu Urlaubszeiten regnet, quillt die Stadt über.« Man sei »stolzer Gastgeber in einer starken Tourismusregion.« Traunstein dürfe gerade mit vielen engagierten, privaten Vermietern nicht unterschätzt werden. Sein Blick ging ins kommende Jahr, in der Traunstein das 400-jährige Jubiläum der Soleleitung feiert. »Das ist eine riesige Chance für den gesamten Tourismus in der Region«, so das Stadtoberhaupt. Nicht alleine nur auf den Tourismus blickend, zeigte er sich überzeugt: »Dem Chiemgau stehen rosige Zeiten bevor.«

Zusammenarbeit mit Rosenheim

Der Tourismus habe eine enorme Bedeutung für das Zusammenleben in der Region, betonte Landrat Siegfried Walch und lobte das »leidenschaftliche Arbeiten« beim Chiemgau Tourismus. Er wies auf die Notwendigkeit hin, dass die 35 Gemeinden des Landkreises dort gut zusammenarbeiteten und kooperierten. Er dankte den Bürgermeistern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. »Der Gäste-Boom im Chiemgau hält an«, so der Landrat, der darauf hinwies, dass man im ersten Halbjahr dieses Jahres den größten Zuwachs in ganz Oberbayern gehabt habe. Um fünf Prozent seien die Übernachtungen von Januar bis August 2018 geklettert und auch bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer liege man mit 4,6 Tagen ebenfalls deutlich besser als der oberbayerische Schnitt. Man sei erfolgreich, einen sanften und authentischen Tourismus zu vermitteln.

Auch wenn die Fusion der beiden Tourismusverbände der Landkreise Traunstein und Rosenheim vorerst gescheitert sei, arbeite man projektbezogen zusammen, was sich beispielsweise daran zeige, dass man die Landesausstellung gemeinsam auf Herrenchiemsee hole (wir berichteten).

Geschäftsführer Stephan Semmelmayr sagte, auf eine fast hundert Jahre alte Werbung für den Chiemgau bezugnehmend, dass »viel Idylle in diesem Landstrich wohnt.« Andererseits stehe man vor der großen Aufgabe, den Chiemgau zu vermarkten, ohne ihm das Idyllische zu nehmen. Man ist nicht nur dem Gast verpflichtet, sondern auch den Chiemgauern, die keinen Ausverkauf ihrer Heimat wollten. Der Chiemgau genieße einen hohen Bekanntheitsgrad, woran das konsequente strategische Marketing von Chiemgau Tourismus einen hohen Anteil habe. Seit zwei Jahren habe man den Chiemsee noch stärker in den Vordergrund gestellt, da dieser einen noch höheren Bekanntheitsgrad habe.

Tourismus im Wandel

Der funktionierende Tourismus habe im Chiemgau wirtschaftlichen Reichtum gebracht. Mit der »Strategie 2030« gelte es jetzt, den Verband fit zu machen für die Veränderungen, die sich gerade auch durch die Digitalisierung und Globalisierung ergäben. Er wies aber auch darauf hin, dass ab 2040 weitere gravierende Veränderungen drohten, da die geburtenstarken Jahrgänge (zwischen 1955 und 1969) dann vermutlich ihre Reisetätigkeit einstellen würden.

Den aktuellen Herausforderungen stelle man sich unter anderem auch mit einer inzwischen auf 50 Wirtschaftsbetriebe angewachsenen Partnerschaft, die Bekanntheit der Region sei weit über die Landkreisgrenzen hinaus bundesweit gegeben. Auch er machte deutlich, dass es für die Gemeinden und Anbieter erforderlich sei, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen: »Es ist wichtig, sich vom Kirchturmdenken zu lösen.«

Der Schweizer Hirnforscher und Coach Beat Krippendorf sensibilisierte die Anwesenden humor- und gleichzeitig gehaltvoll zum Thema »Wie gute Beziehungen den Geschäftserfolg nachhaltig beeinflussen«. Diese gelte es mit den Gästen zu pflegen, damit diese gerne die schönste Zeit des Jahres in der Region verbringen würden.

DJ Andi Auer sorgte für die richtige Musik, während sich die Anwesenden noch lange bei von Schülerinnen der »School of young tourism« Freilassing serviertem Fingerfood austauschten und neue Kontakte knüpften. awi