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Tiefgarage statt Parkhaus auf dem Campus für berufliche Bildung

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Traunstein: Tiefgarage statt Parkhaus auf dem Campus für berufliche Bildung
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Ob die Güterhalle am Bahnhof in Traunstein stehen bleibt, wenn der Landkreis den Campus Berufliche Bildung Chiemgau aufbaut, ist offen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Ihrer Überlegungen zum Aufbau des Campus' Berufliche Bildung Chiemgau am Bahnhof in Traunstein treibt die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Schritt für Schritt voran. Zum einen ziehe sie nun in Erwägung, wie Landrat Siegfried Walch, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der GmbH, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt erläuterte, kein Parkhaus, sondern eine Tiefgarage zu bauen.


Zum anderen beabsichtige sie, das Wohnheim nicht auf dem Parkplatz neben dem Annette-Kolb-Gymnasium an der Güterhallenstraße, sondern am anderen Ende des Campus' nahe der Wegscheid zu errichten.

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Zusammen mit Partnern will der Landkreis in den nächsten Jahren einen Campus für die berufliche Bildung schaffen. Walch rechnet mit Investitionen im neunstelligen Euro-Bereich. Mit der Ausarbeitung des Projekts betraut ist die landkreiseigene Wohnungsbaugesellschaft. Und die Vorbereitung dort laufen auf Hochtouren. Von konkreten Planungen könne – noch – keine Rede sein, betont Walch. Vielmehr stelle die GmbH erst Überlegungen für die Ausgestaltung an.

Auf dem langen Weg zum Campus hat die GmbH eine Etappe zurückgelegt. Mittlerweile stehe ein, wie der Aufsichtsratsvorsitzende mitteilt, städtebauliches Gesamtkonzept, das rund ein Dutzend Varianten für die Entwicklung des Geländes mit sich gebracht habe. Im Wesentlichen stelle das Konzept verschiedene Möglichkeiten zur Diskussion, wie man die Gesamtfläche – 26 400 Quadratmeter – in einzelne Teilbereiche für verschiedene Nutzungen gliedern kann.

»Wir wollen das Gelände so gut wie möglich ausnutzen«, sagt Walch. Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine Verlegung der Güterhallenstraße unmittelbar an die Eisenbahngleise erforderlich. In diesem Falle entstehe dann eine große, zusammenhängende Fläche. In diesem Bereich sei dann der Bau von Gebäuden angedacht – mit der Zielsetzung, in der Mitte einen Platz zu schaffen, der Aufenthaltsqualität bringt.

Die GmbH überlege nun, wie der Aufsichtsratsvorsitzende weiter mitteilt, eine Tiefgarage mit rund 300 Stellplätzen zu errichten. Walch geht davon aus, dass nicht nur Schüler und Studenten die Möglichkeit erhalten, ihre Fahrzeuge abzustellen, sondern auch andere Autofahrer, die nicht die Angebote auf dem Campus nutzen.

Nicht mehr weiter verfolgt die Wohnungsbaugesellschaft die Idee, ein Parkhaus auf dem Campus zu errichten. Für das Grundstück mit der Güterhalle, das sie einmal für die Errichtung eines derartigen Gebäudes in Betracht gezogen hatte, favorisiert sie nun neue, andere Nutzungen. Insbesondere befasse sich die GmbH, wie Walch berichtet, mit dem Gedanken, nicht nur Abstellplätze für Fahrräder zu schaffen, sondern vor allem auch einen sogenannten MakerSpace zu errichten. Der Landkreis wolle Werkstätten mit hochwertiger technischer Ausstattung insbesondere auch Jungunternehmern zur Verfügung stellen, damit sie ihre innovativen Ideen verwirklichen können. Manche Städte in deutschen Landen – etwa Berlin – verfügen laut Walch bereits über so einen »MakerSpace«.

Noch keine Festlegung getroffen habe die Wohnungsbau GmbH, ob sie die Güterhalle stehen lässt oder abreißt und stattdessen einen Neubau errichtet. Walch hegt allerdings Zweifel, ob sich so eine neue Einrichtung wie der »MakerSpace« in so einem alten Gebäude wie der Güterhalle darstellen lässt. Schließlich müsse man immer auch auf die Kosten achten.

Ad acta gelegt hat die Wohnungsbaugesellschaft Überlegungen, das Wohnheim auf dem Park- & Ride-Parkplatz an der Güterhallenstraße zu errichten. Stattdessen setzt sie sich nun zum Ziel, den »Campus Wohnen« am anderen Ende der Güterhallenstraße – in etwa auf Höhe der Einmündung der Anton-Beilhack-Straße – darzustellen. Walch sagt, dass dieser Bereich ruhiger sei, schließlich befinde sich in der Umgebung eine Wohnbebauung.

Noch nicht abgeschlossen hat die Wohnungsbaugesellschaft den Grunderwerb. Nicht nur von privat, auch und gerade von der Stadt Traunstein hofft sie, Grund und Boden zu bekommen. Und sie gibt sich zuversichtlich, bald das gesteckte Ziel zu erreichen. Mit den Verhandlungen sei die GmbH, wie der Landrat durchblicken lässt, ohne Einzelheiten zu nennen, auf der Zielgerade. Kaufen will sie laut Walch insbesondere nach wie vor auch zwei städtische Grundstücke: zum einen die Güterhalle und zum anderen den Park- & Ride-Parkplatz. Was letztere Fläche betrifft, seien noch keine Festlegungen für eine Nutzung getroffen worden. Sie diene der Bevorratung.

Erst in groben Zügen beginnt sich ein Zeitplan für den Aufbau des Campus' abzuzeichnen. So gibt Walch als Ziel aus, im nächsten Jahr den Anfang zu machen – und zwar mit dem Bau des Wohnheims. In den folgenden Jahren werde dann eine Baumaßnahme nach der anderen verwirklicht.

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