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Tiefgarage am Bahnhof ist sanierungsbedürftig – Stadt will weiteres Gutachten

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Traunstein: Tiefgarage am Bahnhof ist sanierungsbedürftig – weiteres Gutachten geplant
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Die Tiefgarage am Bahnhof steht im Brennpunkt: Die Zwischendecke, die die beiden Geschoße voneinander trennt, ist beschädigt. Streusalz, das die Autos mitgebracht haben, hat seine Spuren hinterlassen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Sanierungsbedürftig ist die Tiefgarage am Bahnhof: Die Stahlbetondecke, die die beiden Geschoße voneinander trennt, weist Mängel auf. Den Schaden verursacht hat das Streusalz, das mit den Autos in das Bauwerk gekommen ist. Nach einer ersten Meinung will die Stadt nun noch eine zweite einholen.


Mit 25:6 Stimmen hat der Stadtrat auf Vorschlag von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) und seiner Verwaltung beschlossen, den Schaden in der Tiefgarage durch ein weiteres, unabhängiges Fachbüro aufnehmen und bewerten zu lassen. »Wir sind nicht in einem Bereich, wo der Einfahrende um Leib und Leben fürchten muss«, betonte Hümmer. Die Stadt benötige ein zweites Gutachten, um dann bestens unterrichtet und zweifach abgesichert die weiteren Schritte einleiten zu können.

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2014 hatte das Ingenieurbüro Haumann & Fuchs in Traunstein ein grundlegende Baustoffuntersuchung an der Decke in der Tiefgarage vorgenommen. Der Gutachter stellte fest, dass der Stahlbeton, bedingt durch den Eintrag von Streusalz, das mit den Fahrzeugen im Winter in das Bauwerk kam, deutliche Schäden aufweise. 2017 bis 2019 erfolgte dann eine detaillierte Schadensuntersuchung durch dasselbe Büro. Das Ergebnis: Die Fachleute empfahlen, die Zwischendecke dringend kurzfristig zu sanieren.

Im September dieses Jahres legten Haumann & Fuchs eine statistische Nachberechnung vor. Das Ingenieurbüro teilte mit, dass die geforderte Standsicherheit in mehreren Teilbereichen nicht mehr nachgewiesen werden könne. Die Tiefgarage könne jedoch weiter genutzt werden, wenn der Zustand der Stahlbeton- decke über ein Monitoring mit vierteljährlichen Sichtkontrollen überwacht wird. In dieser Vorgehensweise sei die Nutzung in einem Übergangszeitraum von maximal fünf Jahren vertretbar.

Gesamtkosten betragen etwa 2,2 Millionen Euro

Grundsätzlich empfiehlt sich eine vollständige Erneuerung der Zwischen- decke. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Angaben der Stadtverwaltung auf etwa 2,2 Millionen Euro. Die Bauzeit betrage 46 bis 50 Wochen. Wenn die Sanierung einmal läuft, seien alle 255 Parkplätze nicht benutzbar. Die Verwaltung im Rathaus schätzt, dass die Restnutzungsdauer der Tiefgarage auf circa 50 bis 80 Jahre erhöht werden könne. Das zweite Gutachten, das die Stadt nun einholt, koste etwa 10.000 Euro.

Wilfried Schott (Bündnis 90/Die Grünen) sah keine Notwendigkeit gegeben, eine weitere Untersuchung in Auftrag zu geben. Denn in diesem Fall würde die Stadt dann unterm Strich zwei Meinungen erhalten. »Wem sollen wir dann glauben?« Hümmer sagte, dass die Stadt als öffentliche Verwaltung einen Vorsorgeauftrag zu erfüllen habe. So müsse sie den »sichersten Weg« gehen.

»Wo nehmen wir die zweieinhalb Millionen her, die die Sanierung kostet?«, fragte Denis Holl (SPD/Die Linke). »Was machen wir mit der Parkgarage, wenn wir sie nicht sanieren?« Diese und andere Fragen sind laut Hümmer »völlig berechtigt«. Antworten seien nun zu suchen – jetzt, wenn das zweite Gutachten entsteht.

Ernst Haider (UW) plädierte für ein zweites Gutachten. Nötig sei, »für ein paar Jahre Sicherheit« zu bekommen, um dann Entscheidungen treffen zu können, die im Rahmen der Entwicklung des Bahnhofsgeländes mit dem Aufbau vom Campus berufliche Bildung anstehen. Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (ebenfalls UW) stieß ins gleiche Horn und rief dazu auf, keine Ängste zu schüren und nicht den Eindruck zu erwecken, dass die Tiefgarage einzustürzen drohe.

»Wir müssen schleunigst etwas tun, damit die Parkplätze erhalten bleiben«, meinte Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen). Ein zweites Gutachten müsse die Stadt keineswegs in Auftrag geben, stattdessen sei sie hier und jetzt aufgefordert, mit der Planung der Sanierung zu beginnen.

Auch Karl Schulz (CSU) brach eine Lanze für den Erhalt der Stellplätze am Bahnhof Traunstein. Der »Hauptbahnhof des Chiemgaus« benötige »Parkierungsmöglichkeiten«. Schulz: »Wir müssen alles daran setzen, sie zu erhalten.«

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