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Tempokontrollen in Traunstein sind für die Stadt ein Nullsummenspiel

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Traunstein: Tempokontrollen sind für die Stadt ein Nullsummenspiel
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Die Mitarbeiter des Zweckverbands kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern mit Sitz in Töging legen sich immer wieder auf die Lauer. In Traunstein haben sie im vergangenen Jahr im Auftrag der Stadt 86 Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen.

Traunstein – Ein Nullsummenspiel sind für die Stadt die Geschwindigkeitskontrollen, die der Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern in ihrem Auftrag in Traunstein vornimmt.


Unterm Strich sind die Einnahmen über die Bußgeldbescheide, die die Raser bezahlen müssen, so hoch wie die Ausgaben für die von fremder Hand vorgenommenen Kontrollen. Zu diesem Ergebnis kommt die Stadt zumindest in ihrem Rückblick auf das Jahr 2019: »Mit den Einnahmen von knapp etwa 49.000 Euro können die Ausgaben für den Zweckverband und das städtische Personal kostendeckend bestritten werden«, so Agnes Lamminger, die Pressereferentin der Stadt, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts.

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Die Stadt hat im März 2018 die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband begonnen. Seitdem stehen die Kontrolleure aus Töging an den Straßen in Traunstein und messen immer wieder die Geschwindigkeit. Sie bitten die Raser, die sie erwischen, zur Kasse: Entsprechend den gängigen Vorschriften im Straßenverkehr sind Bußgelder zu entrichten, die dann auf das Konto der Stadt fließen. Im Gegenzug bezahlt die Kommune den Zweckverband für die Dienste, die er in ihrem Auftrag leistet.

Im letzten Jahr habe das Fachpersonal des Zweckverbands kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern, wie Lamminger berichtet, 86 Geschwindigkeitskontrollen in Traunstein vorgenommen. Neben Messungen auf dem klassifizierten Straßennetz der Bundes-, Staats- und Kreisstraßen überprüften sie ihren Angaben zufolge auch das Tempo der Fahrzeuge auf den Gemeindestraßen – und zwar insbesondere an gefährlichen Stellen mit vielen Kindern.

Schwerpunkte dieser Kontrollen seien die Straßen im Umfeld von Schulen oder ähnlichen schutzbedürftigen Einrichtungen wie auch viel befahrene Strecken im Bereich von Wohngebieten gewesen. »Die Verkehrsteilnehmer mussten daher immer mit Kontrollen auf der TS 1 im Bereich von Kammer und Rettenbach, aber auch der TS 2 in Wolkersdorf rechnen«, so Lamminger. Auch auf der Hoch- und der Axdorfer Straße sei wiederholt »geblitzt« worden. Und weiter: Gemeindestraßen wie beispielsweise die Kampenwand-, die Zwiesel-, die Güterhallen- und die Traunerstraße seien ebenfalls ins Messprogramm aufgenommen worden.

Um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu erfassen, bedient sich der Zweckverband verschiedener Messverfahren. Radar- und Lasermessgeräte sind ebenso üblich wie Lichtschranken. Bei den 86 Geschwindigkeitskontrollen im vergangenen Jahr hat der Zweckverband insgesamt 2486 Verstöße geahndet. Auf den kleineren Straßen häuften sich die Geschwindigkeitsübertretungen. So berichtet Pressesprecherin Lamminger: »Im Gemeindestraßennetz lag die Quote der Beanstandungen höher als auf dem klassifizierten Straßennetz.«

Aus Sicht des Zweckverbands weisen die Ergebnisse für die Kontrollen in Traunstein im vergangenen Jahr keine Besonderheiten auf, die ins Auge fallen. »Bei der durchschnittlichen Beanstandungsquote im Jahr 2019 liegt die Stadt Traunstein im Vergleich zu anderen Kommunen im Normalbereich«, sagt Marion Demberger, die stellvertretende Geschäftsleiterin des Zweckverbands. In Traunstein hätten sich keine Veränderungen gegenüber dem Vorjahr ergeben. »Die Entwicklung beziehungsweise Tendenz der Beanstandungsquote ist gleichbleibend.«

Der Zweckverband empfehle der Stadt Traunstein, so Demberger weiter, das derzeitige Überwachungsvolumen nicht zu verändern. »Die Örtlichkeiten sollten im gleichen Umfang regelmäßig kontrolliert werden.« Die stellvertretende Geschäftsleiterin des Zweckverbands betont, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Polizeiinspektion Traunstein »gut, konstruktiv und zielorientiert« sei.

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