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Strom für das Kibosho-Hospital in Tansania

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Traunstein: Strom für das Kibosho-Hospital in Tansania vom Aktionskreis Ostafrika
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Wasser ist Leben. Der Aktionskreis Ostafrika versorgt eine Grundschule in der Steppe.

Traunstein – Wasser und Strom sind für uns selbstverständlich. In Tansania ist das anders. Um in der Region nahe des Kilimandscharo an Wasser zu kommen, läuft eine Frau auch mal 80 Kilometer mit zwei Eseln. Von einer Stromversorgung in normalen Haushalten kann gar keine Rede sein; selbst im Kibosho-Hospital konnte man bislang auf Energie aus der Steckdose nicht vertrauen. In der Jahreshauptversammlung des Aktionskreises Ostafrika (AKO) ging es genau um diese Themen und darum, wie man den Ärmsten helfen kann.


Im OP-Saal des Kibosho-Hospital flackert das Licht, dann wird es dunkel und das, während der Chirurg gerade einen offenen Bauchraum vor sich hat – den er jetzt nur noch erahnt. Denn wie so oft macht die Stromleitung des staatlichen Energieversorgers Tanesco schlapp. Der Generator springt nicht von selbst an, sondern muss erstmal in Gang gebracht werden. Das dauert oft 10 bis 15 Minuten. Zeit, in denen im OP hektisches Treiben herrscht. Man behilft sich mit Stirnlampen, Kerzen und dergleichen. Dass es deshalb öfter sehr schwierig werden kann, liegt auf der Hand.

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Zum Glück gehören solche Situationen nun der Vergangenheit an. Denn der Aktionskreis Ostafrika stellte im Sommer – trotz aller Widrigkeiten durch Corona – eine Solaranlage mit Batterie im Wert von 166.000 Euro fertig. Außerdem wurden mit Spenden Teile der Klinik erweitert, ein deutscher Unfallchirurg verpflichtet und die Wasserbeschaffung durch den Bau von Brunnen für über hunderte Haushalte erleichtert. Bei einem mehrwöchigen Aufenthalt von zwei Augenärzten wurden gemeinsam mit dem tansanischen Arzt über 135 Augen-OPs durchgeführt. Die Brillenherstellung unter Fürsorge des Traunsteiner Optikers Paul Mayer trug zu den großen Fortschritten bei.

»Leider mussten wir im März coronabedingt Mitarbeiter nach Hause holen«, berichtet Hans Siemer, langjähriger Vorstand des AKO. »Dadurch hat sich zum Beispiel die Inbetriebnahme der neuen Sterilisationsanlage verzögert.« Die Folgen von Corona sind für die Bevölkerung indes immens: Der Tourismus liegt am Boden, die Arbeitslosigkeit steigt und damit natürlich auch die Verzweiflung der Menschen.

Der Aktionskreis Ostafrika hat sich zum Ziel gesetzt, in der Region Kilimandscharo die Lebensbedingungen durch den Bau von Schulen, Kindergärten, Gesundheitseinrichtungen und dergleichen zu verbessern und damit auch der Landflucht entgegenzuwirken. Viele Einwohner suchten in der Vergangenheit aufgrund schlechter Infrastruktur ihr Glück in den Städten. Doch in den Slums der Großstädte fanden sie oft noch viel schlechtere Bedingungen vor. Nicht wenige Afrikaner gaben dann ihr letztes Hab und Gut, um sich von Schleusern nach Europa verfrachten zu lassen.

»Wir wollen vor Ort helfen, Menschen beraten und unterstützen, Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen«, erläutert Siemer, »wir initiieren mit den Einheimischen Projekte, schulen sie und übergeben sie letztlich in deren Hände.«

Dies ist nur möglich durch 600 Mitglieder, jährliche Spendengelder und Zuwendungen von über 500.000 Euro und das außerordentliche Engagement vieler Ehrenamtlicher. »Den Verwaltungsaufwand unseres Vereins decken wir über die Mitgliedsbeiträge, so dass Spenden zu 100 Prozent den Projekten zugute kommen«, konstatiert Finanzvorstand Dr. Horst Sieber.

Auch im kommenden Jahr haben sich die Verantwortlichen große Ziele gesteckt: Medizinische Ausbildung, Erweiterung von Grundschulen und Wasserversorgungen in der Massaisteppe haben Priorität. Dafür sind sie auf Unterstützung angewiesen.

Ob als Mitglied, durch eine kleine Spende oder aktiv am Ort in Tansania oder in Deutschland – der AKO freut sich über alle, die mithelfen, die Lebensqualität der Tansanier zu verbessern. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Aktionskreises. fb

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