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Streetworker gegen Drogen in Traunstein?

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Foto: Gareth Fuller/dpa

Traunstein – Braucht Traunstein einen Streetworker? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Hauptausschuss des Traunsteiner Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD-Stadtratsfraktion gestellt. »Wir müssen die Jugendlichen von der Straße bekommen«, betonte auch Jugendreferent Thomas Stadler von den Grünen. Entschieden wurde letztlich nichts.


Anlass für den Antrag der SPD war der Tätigkeitsbericht der Stadtjugendpflegerin Pia Breutel in einer vorangegangenen Sitzung. Sie sprach die Bildung von Gruppen außerhalb des Jugendtreffs und den vermehrten Drogenkonsum von jungen Leuten an. Ein Streetworker könnte hier ansetzen. »Im Sommer auf der Straße, im Winter vielleicht als unterstützende Kraft im Jugendtreff«, wie Pia Breutel in der jüngsten Sitzung vorschlug.

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Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sagte, dass das Landratsamt zugesagt habe, sich an den Personalkosten für einen Streetworker zu beteiligen. »Schließlich sind die jungen Leute nicht nur aus Traunstein, sondern aus dem ganzen Landkreis.«

Christa Fuchs (CSU) schlug vor, anstatt eines Streetworkers eine zusätzliche Kraft im Jugendtreff anzustellen. Hier wurde allerdings zu bedenken gegeben, dass ein Streetworker auf der Straße gebraucht würde, etwa am Bahnhof oder bei der Güterhalle – »also an den Brennpunkten«, wie es Traudl Wiesholler-Niederlöhner nannte.

Albert Rieder (UW) betonte, »dass die Jugend unsere Zukunft ist«. Ihm gefiel nicht, dass der Jugendtreff zum Beispiel am Samstag geschlossen bleibt. »Mir fehlt da insgesamt ein Konzept«, kritisierte er. Außerdem hatte er einige Fragen: »Was kostet ein Streetworker? Was geht der genau an? Was zahlt der Landkreis?«

Ähnliche Kritik äußerte auch Dr. Christian Hümmer (CSU) an der Beschlussvorlage der Verwaltung. »Da fehlen mir Zahlen und Fakten.« Er schlug vor, zunächst einmal einen Streetworker zur Probe einzustellen, »vielleicht ein halbes Jahr«. Vorstellen könnte er sich auch, dass ein Streetworker mit einer anderen Kommune geteilt werde.

Das gefiel Thomas Stadler (Grüne) nicht. »Ein Streetworker ist eine Vertrauensperson. Er braucht Zeit, sich auf die Jugendlichen einzulassen.« Wichtig war ihm auch zu betonen, dass ein Streetworker unter Schweigepflicht stehe. »Der erzählt nichts der Polizei. Die jungen Leute müssen ihm oder ihr vertrauen können.«

Schließlich kam man überein, das Thema erneut zu behandeln, wenn es mehr Informationen gibt. Der Stadtrat wird sich am Donnerstag also nicht – wie ursprünglich geplant – mit der Einstellung eines Streetworkers befassen. KR