Tempo-30-Zone
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Foto: Bernd Wüstneck/dpa/Symbolbild

Stadtmeisterschaft, »Tempo 30« und Klimaschutz – Zahlreiche Anfragen an Stadträte

Traunstein – Zahlreiche Anfragen hatten die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung – vom Klimaschutzkonzept über »Tempo 30« bis zum Wunsch nach einem Bushäuschen in Traunstorf. Lob gab es für eine »wunderbare Saison« im Traunsteiner Schwimmbad.


Patrick Nepper (Grüne) ging auf das Klimaschutzkonzept ein und fragte ganz konkret nach der CO2-Bilanz. »Wissen wir, um wie viele Tonnen wir uns verbessert haben in den letzten zwölf Monaten?« Des Weiteren sprach er die Dekarbonisierungsstrategie der Stadtwerke an und fragte nach dem »Ergebnis dieser Beauftragung. Wie planen die Stadtwerke, aus dem Erdgas auszusteigen?«.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer sagte, man reagiere unter anderem mit einem Fernwärmenetz darauf. Weitere Punkte der Dekarbonisierungsstrategie würden im Aufsichtsrat besprochen und dann dem Stadtrat vorgestellt. Keine Aussage machte er zur CO2-Bilanz. Auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts teilte die Stadt mit: »Die CO2-Bilanz für 2022 wird derzeit von unserem Klimamanager erstellt und dann dem Gremium vorgelegt, sobald das Jahr 2022 abgeschlossen ist.«

Stefan Namberger (CSU) wies auf die Stadtmeisterschaft im Schießen bei der SG Trauneck hin. »Es wäre schön, wenn sehr viele mitmachen würden – auch hier aus dem Rat«, betonte er.

Simon Schreiber (CSU) dankte der Stadt Traunstein für die Ausrichtung der Kampenwand-Gedenkfeier. »Das war ein ganz großartiges Ereignis«, betonte er.

Des Weiteren sprach er eine Angelegenheit an, auf die er innerhalb von nur einer Woche dreimal angesprochen worden sei – nämlich dem Wunsch nach einem Bushäuschen in Traunstorf. »Es gibt immer mehr Kinder, die von dort nach Haslach in die Schule fahren.«

»Das dauert einfachlänger als früher«

Hümmer sagte, dass ein Bushäuschen – wie auch für Kammer – bereits bestellt sei. »Aber es gibt eine Lieferproblematik. Das dauert einfach länger als früher.« Er könne verstehen, dass es unangenehm sei, im Regen zu stehen. Der Rathauschef betonte: »Sobald es da ist, werden wir es, so schnell es geht, montieren.«

Ernst Haider (UW) fragte, ob es möglich wäre, die 30er-Zone an der Haslacher Straße auszuweiten Richtung Leonrodstraße/Rosenheimer Straße. Dort gebe es viele Einrichtungen wie etwa die Musikschule oder auch die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule. Eine weitere 30er-Zone sprach er mit der Gabelsbergerstraße auf Höhe des Annette-Kolb-Gymnasiums an. Auch hier fragte er, ob diese ausgeweitet werden könnte bis zur Einmündung in die Jahnstraße. »Dort gibt es viel Rad- und Fußverkehr«, argumentierte Haider.

»Das werden wir rechtlich prüfen«, sagte der Oberbürgermeister. »Beide Straßen sind ja auch Thema im Fahrradkonzept. Da wird es dann sowieso auch zu Geschwindigkeitsveränderungen kommen.« Aber auch unabhängig davon werde man sich die Angelegenheit ansehen.

Ursula Lay (UW) sprach die Alte Wache im Rathaus an, »die von Kulturschaffenden sehr geschätzt wird«. Sie fragte, ob es nicht möglich wäre, die Trennwand in der Alten Wache wieder raus zu nehmen. In dem zweiten Raum würden Dinge gelagert, die man sicher auch wo anders unterbringen könne, betonte Lay. »Ich nehme den Wunsch mit«, sagte der Oberbürgermeister – er erwähnte aber, dass man lange Zeit »mehr Logistikzentrum als Stadtverwaltung« war. In dem abgetrennten Raum wurden unter anderem Masken, Desinfektionsmittel und andere Dinge gelagert. »Wir haben uns da schon Gedanken gemacht«, betonte Hümmer.

»Massenhaft Pizzaschachteln«

Ursula Lay sprach als weiteren Punkt eine Fortbildung zum Thema klimafreundliche Veranstaltungen an, die sie besucht habe. Bei der »Italienischen Nacht« in Traunstein seien ihr »massenhaft Pizzaschachteln« aufgefallen. Bei der nächsten »Italienischen Nacht«, »die ja sehr gut angenommen wurde«, sollte man sich dazu Gedanken machen und die Gastronomie motivieren, das Ganze möglichst Klima- und Umweltfreundlich zu gestalten.

Diese Anregung sei sehr gut. »Die 'Italienische Nacht' war ein voller Erfolg«, betonte Hümmer. Man habe nicht mit so viel Zuspruch gerechnet. »Aber jetzt haben wir ja ein Jahr Zeit, da können wir auch diese Dinge mit einplanen«.

Wilfried Schott (fraktionslos) sagte, dass sich Pinerolo wieder eine Ausweitung der Städtepartnerschaft mit Traunstein wünsche. Außerdem sagte er, dass »Tempo 30« in der Haslacher Straße nicht eingehalten würde. Geplant ist, dort ein Messgerät aufzustellen. »Das können wir dann auslesen und wissen mehr«, sagte der Oberbürgermeister. Zum Thema Städtepartnerschaft sagte Hümmer, dass diese auch etwas aufgrund von Corona »unter die Räder gekommen« sei. Aber das werde man wieder ein Stück weit intensivieren.

Denis Holl (SPD/Die Linke) bedankte sich als Schwimmbadreferent bei den Schwimmbadbediensteten und bei den über 80.000 Besuchern »für eine wunderbare Saison«. Außerdem wollte er wissen, ob die Stadt in irgendeiner Weise am Kiosk am Maxplatz beteiligt sei. »Wie geht es denn da mit dem Brotzeiteck weiter?«, wollte Holl wissen.

»Wir sind Eigentümer dieses Rondells«, bestätigte der Oberbürgermeister. Für das Brotzeiteck gebe es ein laufendes Mietverhältnis, das auch nicht gekündigt sei. »Da geht es schon weiter«, sagte Hümmer und ergänzte: »Das gehört einfach zu Traunstein.«

Robert Sattler (SPD/Die Linke) sprach eine Engstelle am Triftweg an, an der Sattler nach eigenen Worten fast eine Dame mit dem Rad zusammengefahren habe. »Das war mir sehr peinlich«, betonte er. Sattler fragte, ob man dort nicht vielleicht das Radfahren untersagen sollte. »Das Ganze ist auch aufgrund der Hecken sehr unübersichtlich«, sagte Sattler. »Das sind nur drei Meter um den Block rum«, sagte Sattler. Oberbürgermeister Hümmer sagte zu, dass man sich das ansehen werde.

Rückhaltebecken beim Spielplatz

Vorgestellt wurde im Stadtrat auch die Planung für die Erschließung des neuen Baugebiets in Seiboldsdorf (wir berichteten). Dieses wird über den Kreisverkehr an der Staatsstraße 2105 von Traunstein kommend Richtung Siegsdorf zu erreichen sein. Die Haupterschließungsstraße im neuen Gebiet (Wohnstraße) ist 240 Meter lang und fünf Meter breit und bindet an sechs Seitenstraßen (Hof 1 bis 6) an, die auch die Zufahrt zu den jeweiligen Grundstücken ermöglichen. Die »Hofstraßen« werden mit einer Breite von 3,50 bis vier Metern ausgeführt. Am Ende von »Hof 6« wird ein Wendehammer errichtet. Vom Kreisverkehr kommend bis zum Wendehammer ist auf einer Seite ein Gehweg mit einer Breite von 2,50 Metern geplant.

Die Straßenentwässerung erfolgt über straßenbegleitende Mulden-Rigolen-Systeme. Das Niederschlagswasser wird über Sickereinrichtungen abgeleitet, die auf den jeweiligen Grundstücken angeordnet werden und vom Bauwerber zu errichten sind, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Des Weiteren ist geplant, für das wildabfließende Oberflächenwasser, das über die Staatsstraße Richtung Planungsgebiet fließt, eine Mulde herzustellen. Falls diese Mulde voll gelaufen sein sollte, dann werde das weiter anfallende Wasser in Richtung des geplanten Rückhaltebeckens beim Spielplatz abgeleitet, so die Stadt. Der Stadtrat stimmte mit 21 zu vier für die vorgestellte Planung. Dagegen waren Thomas Stadler, Patrick Nepper und Helga Mandl von den Grünen sowie Denis Holl (SPD/Die Linke).

Das neue Baugebiet in Seiboldsdorf ist nun auf den Weg gebracht. Doch ab wann beginnt die Grundstücksvergabe? »Zum Jahreswechsel 2022/2023 könnte mit der Bewerbungsphase gestartet werden,« teilte die Stadt auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts mit. Derzeit würden die Bedingungen für eine Bewerbung um ein Grundstück im Ansiedlungsmodell überarbeitet. Der Stadt gehören voraussichtlich 27 Parzellen. Des Weiteren errichte die Wohnbaugesellschaft Traunstein in Seiboldsdorf vier Mehrfamilienhäuser. »Laut Bebauungsplan können noch zwei weitere Mehrfamilienhäuser gebaut werden, allerdings auf einem privaten Grundstück«, so die Stadt weiter.

KR

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