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Stadt zieht Verkauf von Salzmanninsel in Erwägung

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Die Salzmanninsel gehört seit einigen Jahren zu großen Teilen der Stadt Traunstein. Sie zieht nun einen Verkauf in Erwägung. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt zieht in Erwägung, die Salzmanninsel zu verkaufen. Wilfried Schott, der Fraktionssprecher der Grünen, hatte in der Debatte des Stadtrats über den Haushalt angedeutet, dass solche Überlegungen im Rathaus bestehen. Dass die Stadt eine Veräußerung der Insel zwischen Traun und Werkkanal ins Kalkül zieht, bestätigte die Stadtverwaltung dann gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Einen konkreten Termin für den Verkauf habe die Stadt noch nicht ins Auge gefasst, so Mitarbeiterin Eva Schneider.


Schott hatte die Pläne der Stadt in der Haushaltsdebatte zur Sprache gebracht – und er kündigte das Veto der Grünen an. Schott: »Nicht einverstanden sind wir mit dem eingeplanten Verkauf der Salzmanninsel in 2023. Wir sind der Meinung, dass innenstadtnahes, städtisches Eigentum bei der Stadt bleiben oder bestenfalls in Erbpacht genutzt werden soll. Grund und Boden sind nicht vermehrbar und gerade in Traunstein eine sehr knappe Ressource.«

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Die Stadt besitzt auf der Salzmanninsel – so benannt nach einem Betrieb, der in früherer Zeit dort angesiedelt war – über 8000 Quadratmeter. Einen kleineren Teil im Süden will sie nicht verkaufen, einen größeren im Norden schon. Rund 6200 Quadratmeter stehen für eine Veräußerung zur Debatte. Und die Pläne haben auch schon ihren Niederschlag in der Verwaltung gefunden. Der – mögliche – Verkauf sei in der Finanzplanung bis 2024 berücksichtigt, so Schneider. »Allerdings ist die Finanzplanung nicht verbindlich, sondern gibt nur die große Zielrichtung vor.«

Warum die Stadt in Erwägung zieht, sich von der Salzmanninsel zu trennen, bleibt offen. Auf die Frage nach dem Grund antwortete Schneider: »Der Verkauf ist noch nicht sicher und auch noch nicht beschlossen.«

Die Stadt Traunstein hatte vor einigen Jahren die Salzmanninsel zum großen Teil gekauft. 2014 und 2015 feilte sie an ihrer Bewerbung um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2022 in Traunstein. An hervorgehobener Stelle in ihrem Konzept stand gerade auch die Insel zwischen Traun und Werkkanal: Sie kaufte den Grund und Boden – und zwar in der Absicht, dort dann einen Park zu errichten. Das Konzept ging auf, die Stadt war mit ihrer Bewerbung erfolgreich. 2015 erhielt Traunstein von der damaligen bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf den Zuschlag, die Landesgartenschau ausrichten zu dürfen.

Dann jedoch kam alles ganz anders. An der Ausrichtung schieden sich die Geister – ein Bürgerentscheid brachte schließlich die Entscheidung. Im April 2016 stimmten die Bürger gegen die Ausrichtung der Landesgartenschau 2022 in Traunstein. Und vom Tisch war damit auch der Plan, aus der Salzmanninsel einen Park zu machen.

Ein Großteil des Grundes hatte die Stadt bereits im Rahmen der Bewerbung für die Landesgartenschau 2022 erworben. Das letzte Grundstück an der Haferlbrücke kaufte sie dann zum Jahreswechsel 2018/2019. So gehören ihr heute über 8000 Quadratmeter. Die Stadt ist nicht der einziger Grundbesitzer auf der Salzmanninsel. Zwei Häuser sind in Privateigentum.

Der Stadtrat nahm die Salzmanninsel im Oktober 2019 ins Visier. Er wollte die Fläche einer neuen Nutzung zuführen – wie auch immer sie dann am Ende aussehen mochte. Um die Möglichkeiten für die Entwicklung auszuloten, beschloss er, Gutachten in Auftrag zu geben.

Die Verwaltung im Rathaus hatte damals auch vorgeschlagen, ein Strukturkonzept zu entwickeln – um damit dann die Voraussetzungen für den Verkauf an einen gegebenenfalls geeigneten Investor zu schaffen. Diese Anregung samt einer möglichen Veräußerung von Grund und Boden übernahm der Stadtrat dann aber nicht.

Zurzeit laufen Untersuchungen. In Auftrag gegeben hat die Stadt laut Schneider eine »orientierende Untersuchung auf Gebäudeschadstoffe mit Kostenschätzung der Abbruchkosten sowie ein immissionsschutztechnisches Gutachten«. Und weiter führte sie aus: »Ergebnisse werden, sobald sie vorliegen, dem Oberbürgermeister und den Stadträten vorgelegt.«

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