Stadt will heuer PV-Anlage auf ihrer Kinderkrippe bauen

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Die städtische Kinderkrippe an der Kindergartenstraße erhält in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage. (Foto: Pültz)

Traunstein – Schritt für Schritt erweitert die Stadt Traunstein die Nutzung der Sonnenenergie. In diesem Jahr plant sie den Bau einer weiteren Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf dem Dach ihrer Kinderkrippe an der Kindergartenstraße. Die Errichtung sei Teil des »10-Dächer-Programms«, das die Stadt aufgelegt habe, so Agnes Giesbrecht, Pressesprecherin im Rathaus, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts.


Bereits eine Reihe von Anlagen hat die Stadt in den vergangenen Jahren in Betrieb genommen. Um genau zu sein: Die Stadt betreibt nach Angaben von Giesbrecht zurzeit zehn PV-Anlagen, die rund 150.000 kWh Strom im Jahr gewinnen. Die Standorte für die Stromgewinnung sind ihren Angaben zufolge das Rathaus (Leistung: 46 kWp), die Feuerwehr Haslach (1 kWp), der Kindergarten Traunstein (zwei Anlagen mit 3 und 4 kWp), die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule (zwei Anlagen mit 7 und 4 kWp), das Schwimmbad (29 kWp), die Kinderkrippe an der Vonfichtstraße (15 kWp), die Feuerwehr Hochberg (7 kWp) und ihr Wohnhaus in Haidforst (17 kWp).

Die Stadt will die Nutzung der Sonnenenergie in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. So habe sie, wie Giesbrecht weiter erläutert, im Zusammenhang mit dem »Klimaplan Traunstein« ein »10-Dächer-Programm« beschlossen. »Die Stadt Traunstein geht selbst engagiert voran und sendet damit auch ein Signal an ihre Bevölkerung.« Sie beabsichtige, innerhalb der nächsten fünf Jahre mindestens zehn Dächer städtischer Gebäude mit PV-Anlagen auszustatten.

Als erste Kommune im Landkreis Traunstein hat die Stadt im vergangenen Jahr ein Klimaschutzkonzept aufgestellt. Das Gutachten, das die Firma sustainable in München erstellt hatte, fand einhellige Zustimmung: Der Stadtrat nahm das Gutachten einstimmig an. Das Konzept beinhaltet nicht nur eine Bestandsaufnahme in Sachen Ausstoß von Kohlendioxid und vergleichbar schädlicher Gase in Traunstein, sondern auch eine Liste von 18 Maßnahmen, um die CO2-Bilanz in Traunstein zu verbessern. Der Stadtrat beschloss, den Bürger mit einzubeziehen. So ist der Maßnahmenkatalog Gegenstand eines Bürgerentscheids, des »Klimaentscheids«, am 20. Februar.

Eine Broschüre zum Klimaentscheid wolle die Stadt in der nächsten Woche veröffentlichen, so Giesbrecht. Außerdem werde am Donnerstag nach der Ausschusssitzung eine Pressekonferenz zum Klimaentscheid – zum Start der Kampagne – anberaumt.

Wenn die Stadt nun in den nächsten Jahren ihre Bemühungen um den Klimaschutz maßgeblich verstärkt, dann setzt sie sich vor allem auch zum Ziel, die Nutzung der Sonnenenergie auszubauen. Zum einen unterstützt sie Bürger, die eine PV-Anlage bauen wollen. »Die Stadt Traunstein wird die Installation von PV-Anlagen im privaten Bereich weiterhin fördern«, betont Giesbrecht. Zum anderen tritt die Stadt selbst als Bauherr auf. Nach dem Bau der Photovoltaikanlage auf dem Rathaus nimmt sie in diesem Jahr ein anderes Gebäude ins Visier. Die Stadt werde, so Pressesprecherin Giesbrecht, »heuer noch eine PV-Anlage auf dem Dach der Kinderkrippe in Betrieb nehmen, sofern sich keine technischen Hindernisse ergeben«.

Und so beschreibt Giesbrecht das 10-Dächer-Programm, das die Stadt bereits angefangen hat abzuarbeiten: 2021 habe die Stadt die Anlage auf dem Rathausdach in Betrieb genommen, für 2022 ist die Kinderkrippe an der Kindergartenstraße vorgesehen. 2023 seien dann die Franz-von-Kohlbrenner-Schule (Mittelbau) und die Sporthalle Kammer an der Reihe, 2024 der Kindergarten an der Innstraße und das Lagergebäude der Gärtnerei, 2025 die Ludwig-Thoma-Grundschule und die Grundschule Kammer und schließlich 2026 das Kulturzentrum und der städtische Bauhof.

Nicht ausgeschlossen ist, dass die Stadt privateInvestoren einschaltet. »Die Stadt prüft derzeit viele Optionen und hält sich diesbezüglich alle Möglichkeiten offen. Ein endgültiger Entschluss oder Beschluss ist aber noch nicht gefasst«, so Agnes Giesbrecht.

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