Stadt schafft im Herbst sicheren Ort für 60 Fahrräder

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Begehrt sind die Fahrradabstellplätze am Bahnhof. In einer »Bike+Ride-Offensive« schafft die Stadt weitere Abstellmöglichkeiten und eine Sammelschließanlage. (Foto: Pültz)

Traunstein – Neue Wege schlägt die Stadt am Bahnhof ein: Sie schafft dort eine sogenannte Sammelschließanlage. Rund 60 Bürgern gibt sie die Möglichkeit, das Fahrrad in einem Gebäude abzustellen und dann einzusperren. Die Tür einer derartigen Sammelschließanlage kann man mit einer App, einem QR- oder einem PIN-Code öffnen. Seit geraumer Zeit laufen die Vorbereitungen im Rathaus, eine Verwirklichung der Pläne kommt in Sicht. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Pressereferentin Carola Westermeier mitgeteilt, dass die Umsetzung der Maßnahme im Bereich nördlich der Post für den Herbst vorgesehen sei.


Eingebunden ist die Schaffung einer Sammelschließanlage in eine »Bike+Ride-Offensive«, die die Stadt am Bahnhof an den Tag legt. Verbessern will sie die Rahmenbedingungen für Bürger, die mit dem Fahrrad zur Station an den Gleisen kommen und dann in einen der Züge einsteigen. Bundesweit haben das Bundesumweltministerium und die Deutsche Bahn die »Bike+Ride-Offensive an Bahnhöfen« angestoßen und Förderungen in Aussicht gestellt – an Ort und Stelle in Traunstein kümmert sich jetzt die Stadt um die Umsetzung. Sie tritt als Bauherr auf.

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Traunstein ist reich an Pendlern, die mit dem Zug in die Arbeit nach Rosenheim oder München fahren. Viele begeben sich mit dem Fahrrad zum Bahnhof und müssen dann immer wieder feststellen, dass schon alle Fahrradabstellplätze belegt sind. Im Rahmen der »Bike+Ride-Offensive« schafft die Stadt nun etwa 50 zusätzliche Abstellmöglichkeiten. Sie errichtet weitere Reihenbügelanlagen.

Die Stadt schafft dann aber vor allem auch etwas Neues: Sie installiert eine Sammelschließanlage für rund 60 Fahrräder. Mit ihr eröffnet sie den Bürgern die Möglichkeit, die Räder sicher in einem umschlossenen Gebäude abzustellen sowie Helm und Gepäck in Schließfächern unterzubringen. Auch ist vorgesehen, dass Fahrer von E-Bikes ihre Akkus dort aufladen können.

Maximaler Schutz vor Diebstahl

Das Dach und die Einhausung einer Sammelschließanlage schützen vor der Witterung, eine via App, QR- oder PIN-Code zu öffnende Tür bietet besondere Sicherheit. Auf zudem diese Art und Weise werden die geparkten Fahrräder maximal vor Diebstahl geschützt. Für das Einschließen wird üblicherweise eine Gebühr erhoben.

Anfang des Jahres 2019 hatte die Stadt von der »Bike+Ride-Offensive an Bahnhöfen« des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Bahn Kenntnis bekommen. Zusammen mit Vertretern des Konzerns aus Berlin und des regionalen Managements aus Rosenheim ermittelten Mitarbeiter der Stadtverwaltung geeignete Flächen für die Schaffung weiterer Fahrradabstellplätze und die Einrichtung einer Sammelschließanlage. Eine bedarfsgerechte Ausstattung des Bahnhofs stand immer im Brennpunkt der Gespräche.

Nach diesen Ortsterminen erstellte die Stadtverwaltung dann ein Konzept für die »Bike+Ride-Offensive« am Bahnhof in Traunstein. Im September 2019 fanden die Pläne die Zustimmung des Stadtrats. Das Gremium gab den Auftrag weiterzumachen.

In der Folgezeit ergaben sich dann aber Verzögerungen. Der Grund: Verhandlungen über die Nutzung des Grundstücks im Bereich des Parkplatzes nördlich der Post scheiterten mehrfach. Stadt und Grundstückseigentümer kamen nicht zusammen. Der Durchbruch ließ auf sich warten. Die erforderliche Stromversorgung für die Sammelschließanlage konnte erst nach monatelangen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über den Hausbahnsteig zu Bedingungen, die für die Stadt wirtschaftlich akzeptabel waren, sichergestellt werden.

Die Planungen in den städtischen Gremien fanden dann im November 2020 ihre Fortsetzung. Und in den vergangenen Monaten folgten alsdann weitere Schritte. Insbesondere vergab die Stadt die Bau- und Lieferaufträge für die Verwirklichung der Fahrradabstellplätze und der Sammelschließanlage. Die Stadt rechnet nun mit Ausgaben in Höhe von insgesamt rund 270.000 Euro. So viel wird sie jedoch unterm Strich nicht selbst aus der eigenen Kasse nehmen müssen, denn sie rechnet fest mit einer Förderung.

»In einem nächsten Schritt stehen nun zeitnah Gespräche zum Bauablauf mit den beauftragten Firmen und der Deutschen Bahn an«, sagte Carola Westermeier. Und weiter meinte die Pressesprecherin der Stadtverwaltung: »Die Umsetzung der Maßnahme ist für den Herbst vorgesehen.«

»Mit Förderung des Bundesumweltministeriums im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative sollen bis Ende 2022 bundesweit 100.000 neue Fahrradstellplätze an Bahnhöfen entstehen«, sagte ein Sprecher der Bahn auf Anfrage. »Unser gemeinsames Ziel ist es, den Umstieg vom Auto auf Bike+Ride zu fördern, Kommunen und den jeweiligen Bahnhof für Fahrradfahrende attraktiver zu gestalten und für ein ausreichendes und geordnetes Fahrradpark-Angebot am Bahnhof zu sorgen. Dazu unterstützen wir Kommunen umfassend, unter anderem bei der Flächensuche.«

DB stellt Flächen mietfrei zur Verfügung

Die DB stelle Kommunen hierfür mietfrei Flächen zur Verfügung, so der Sprecher der Deutschen Bahn AG weiter. »Wir klären gemeinsam die Standorte, prüfen die Flächenverfügbarkeit und sorgen für den miet-freien Gestattungsvertrag.« Des Weiteren unterstütze die Bahn Kommunen beispielsweise bei der Förderantragsstellung über die Kommunalrichtlinie des Bundesumweltministeriums sowie bei der weiteren Planung.

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