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Stadt saniert Stützmauer und Treppe am Klosterberg

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Nach jahrelangem Wassereintrag ist die Stützmauer am Klosterberg beschädigt. Im November 2018 hat die Stadt im untersten Bogensegment die Nagelfluhplatten vollständig abgetragen und eine behelfsmäßige Abstützung eingebaut. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt saniert die Stützmauer und die Treppe am Klosterberg. Das Bauwerk aus den 70er Jahren weist Schäden auf, weil Wasser in die Anlage eindringt. Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, die Anlage auf Vordermann zu bringen und ihr mit Stahlbeton neuen Halt zu geben. Die Kosten betragen voraussichtlich rund 260.000 Euro.


Die Stützmauer ist – wie Florian Schmid von der Verwaltung im Rathaus erläuterte – im untersten, nördlichen Teilbereich beschädigt. Die sogenannte Vorsatzschale ist entfestigt. Die Halterungen der Nagelfluhplatten der Verkleidung der Stützmauer sind korrodiert, das Mörtelbett des Plattenauflagers ist mürbe. Die Schäden verteilen sich auf eine Länge von rund 15 Metern.

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Jahrelang ist Wasser aus der darüber liegenden Treppenanlage in den Zwischenraum zwischen Vorsatzschale und Stützwand eingedrungen. Im November 2018 hat die Stadt dann im untersten Bogensegment die instabilen Nagelfluhplatten vollständig abtragen und eine behelfsmäßige Abstützung einbauen müssen.

Auch die Treppenanlage ist sanierungsbedürftig. Weil die Stadt im Winter Salz streut, sind die Nagelfluhplatten der Treppeneinfassung stark verwittert und teilweise zersetzt.

Die Treppe besitzt keine funktionierende Entwässerung, sodass das anfallende Wasser in die angrenzende Stützmauer sickert. Der Weg zwischen Schaumburgerstraße und Treppenanlage besitzt ebenso keine ausreichende Entwässerung. Im Falle ergiebiger Niederschläge fließen große Mengen auf dem Weg – und dann auch in die Treppenanlage.

Die Stadt erneuert nun zum einen die Vorsatzschale der Stützmauer im Schadensbereich und zum anderen die Treppenanlage einschließlich Geländer. Sie errichtet eine leistungsfähige Entwässerung und Abdichtung zur Stützmauer. Und den Weg oberhalb der Treppenanlage asphaltiert sie neu. Sie schafft eine Entwässerung, damit künftig nichts mehr in die Treppe hineinläuft.

Im Auftrag der Stadt erarbeitete die Bauingenieur-Gemeinschaft Trauntal GmbH in Ruhpolding die Planung für die Sanierung. Da die im Schadensbereich vorhandenen Platten zumindest zu einem Großteil nicht mehr wiederverwendet werden können, wird der Einbau einer neuen Vorsatzschale erforderlich. Zwei Varianten für die Ausführungen stellte die Bauingenieur-Gemeinschaft zur Debatte: eine Erneuerung zum einen mit Nagelfluh und zum anderen mit Stahlbeton.

Neue Nagelfluhplatten haben eine helle Oberfläche und unterscheiden sich aus diesem Grund nach Angaben von Schmid optisch deutlich von den dunkelgrauen Platten im angrenzenden Bereich. Seinen Angaben zufolge ist eine Erneuerung mit Nagelfluh kostenintensiv, da er aufgrund des begrenzten Vorkommens mittlerweile schwer zu beschaffen ist und sich daher zu einem teueren Naturstein entwickelt hat.

Schmid sagte, dass die Verwaltung im Rathaus eine Sanierung mit Stahlbeton empfehle. Mit seiner gespitzten Oberfläche besitze er eine raue, unregelmäßige und damit natürlich wirkende Optik, die dem Erscheinungsbild von Nagelfluh sehr ähnlich ist. Eine gespitzte Stahlbetonschale füge sich in das Gesamtbild der Stützmauer ein. Oberhalb der Treppenanlage sei eine Stahlbetonstützwand mit ebenfalls gespitzter Oberfläche vorhanden, sodass sich mit dieser Ausführung ein relativ einheitliches Erscheinungsbild des betreffenden Bereichs ergebe. Und vor allem sei eine Sanierung mit Stahlbeton nicht so kostenintensiv.

Für eine Erneuerung mit Nagelfluh muss die Stadt nach Angaben von Schmid alles in allem 355.000 Euro bezahlen. Die Ausführung der Sanierung in Stahlbeton koste hingegen nur 260.000 Euro. Einstimmig entschied sich der Stadtrat schließlich für die kostengünstigere Variante.

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) sagte, dass das vorgelegte Sanierungskonzept »absolut schlüssig« sei. Die Zeit sei gekommen, die Entwässerung von Grund auf zu erneuern. Auch Kaiser sprach sich für die Verwendung von Stahlbeton aus, Nagelfluh sei zu teuer.

»Natürlich würde mir Nagelfluh besser gefallen«, sagte zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90 / Die Grünen). Angesichts der angespannten Haushaltslage sei aber die Variante mit Stahlbeton zu bevorzugen. Dieses Material könne man verwenden, schließlich sei keine »historische Mauer« gegeben. pü

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