Stadt pflanzt Jahr für Jahr 3000 bis 3500 junge Bäume

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Die Stadt treibt die Verjüngung ihrer Wälder Schritt für Schritt voran: Etwa auch auf einer Fläche im Haidforst hat sie alte Bäume entfernt und dann junge angepflanzt. Damit die jungen Bäume im Sommer zum Freimähen – zum Entfernen des Springkrauts – gut gefunden werden können, sind sie mit Holzstäben markiert worden. Diejenigen Bäume, die besonders durch Wildverbiss gefährdet sind, sind mit Schutzhüllen versehen worden. (Foto: Pültz)

Traunstein – Nicht nur Straßen, Plätze und Gebäude gehören der Stadt Traunstein. Auch und gerade jede Menge Wald besitzt sie. Wenn sie ihre einzelnen Flächen mit Bäumen zusammenrechnet, dann kommt sie auf insgesamt 610 Hektar. Diese Wälder bewirtschaftet sie: Alte Bäume entfernt sie – das Holz erntet und verkauft sie – und neue setzt sie wieder ein. »Wir pflanzen derzeit pro Jahr etwa 3000 bis 3500 junge Bäume«, sagte Eva Schneider, die Pressesprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts.


Fällungen und Wiederaufforstungen – Jahr für Jahr erfolgen gezielt Eingriffe in den Stadtwald. Diese Verjüngungen sind stets dem großen Ziel untergeordnet, das die Stadt schon seit Jahren und Jahrzehnten verfolgt: Sie will von den Monokulturen wegkommen und einen Mischwald aufbauen. Und auf diesem Weg ist sie schon weit gekommen. Hatte der Stadtwald 1959 noch zu rund 80 Prozent aus Fichten bestanden, so verringerte sich ihr Anteil auf 49 Prozent im Jahr 2008.

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Fichten über Fichten machten in den vergangenen Jahrzehnten Tannen und anderen Bäumen Platz. Vor allem auch viele Laubbäume pflanzte die Stadt in ihren Wäldern – die Mischung stieg und stieg. Und als der Klimawandel ins allgemeine Bewusstsein drang, änderte sich die Waldbewirtschaftung erneut. Zum Einsatz kamen dann auch bisher wenig verwendete Baumarten. Eichen, Nussbäume und Douglasien fanden Verwendung.

Die städtische Forstverwaltung sei damit beschäftigt, wie Schneider betont, »den Stadtwald flächendeckend in naturnah gemischte und im Alter strukturierte Bestände umzubauen«. Und auf diesem Wege habe die Stadt schon eine gute Strecke zurückgelegt – und zwar »überwiegend mit natürlicher Verjüngung«.

Ziel ist ein »gesunder und stabiler Wald«

Das Ziel der Stadt sei »ein gesunder und stabiler Wald, der 'klimafit' ist und verschiedene Aufgaben erfüllt«. Die Bestände seien »multifunktional« auszurichten. Handlungsprämissen seien insbesondere der Schutz der Naturgüter Luft und Wasser. Gesunde Böden seien anzustreben, der Naturschutz sei zu beachten und im Einklang mit ihm seien Erholungsmöglichkeiten zu schaffen.

Der Umfang der Wiederaufforstungen, die die Stadt Jahr für Jahr vornimmt, geht zurück. »Wir pflanzen derzeit pro Jahr etwa 3000 bis 3500 junge Bäume«, sagt Schneider. Die Wiederaufforstungen erfolgen damit ihren Angaben zufolge auf einer Pflanzfläche von zusammengerechnet 1,5 bis 2 Hektar. Und Schneider sagt: »Diese Zahl ist rückläufig.«

Längst nicht überall gleichermaßen notwendig sind Eingriffe in die Bestände. Im 240 Hektar großen Bürgerwald östlich von Traunstein müsse die Stadt, so Schneider, »so gut wie gar nicht mehr« neue Bäume pflanzen, weil sich der Mischwald dort natürlich verjünge. Andernorts sei jedoch nach wie vor Handlungsbedarf gegeben. Und so berichtet Schneider weiter: »In den übrigen Waldflächen befinden sich noch einige ältere Fichten-Reinbestände, die nach der Ernte zum Teil künstlich verjüngt werden müssen.«

Jahr für Jahr erfolgen Wiederaufforstungen in großem Stil. »Die jungen Bäume stammen von gut geführten Baumschulen mit Herkunftsnachweis für die Samengewinnung«, sagt die Pressesprecherin.

Die Waldverjüngungen sind Jahr für Jahr aufwändig – und sie sind keineswegs zum Nulltarif zu haben. So berichtet Schneider, dass die Vorbereitung der Pflanzflächen, die Pflanzung selbst, die Schutzmittel gegen Wildschäden, das Nachbessern ausgefallener Pflanzen und die weitere Pflege der Bäumchen – was nicht zuletzt bedeute, dass sie ohne den Einsatz von Pestiziden vier bis acht Jahre lang freizuschneiden seien und Begleitvegetation entfernt werden müsse – pro Jahr durchschnittlich 45 000 Euro kosten. Nicht alles, doch den größten Teil muss die Stadt unterm Strich aus ihrer eigenen Kasse nehmen. »Die Maßnahmen werden pro Jahr mit circa 8000 Euro staatlich gefördert«, sagt Schneider.

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