Stadt nimmt Kurs auf Betontreppe und Beleuchtung

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Die Stadt geht an eine Neugestaltung der Apothekerstiege: Sie entfernt die alte Holztreppe und ersetzt sie durch eine neue, die aus Betonfertigteilen besteht. Sie verbessert die Beleuchtung. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt hat die Einzelheiten für die Neugestaltung der Apothekerstiege festgelegt, die vom Karl-Theodor- zum Maxplatz führt. Mit drei Gegenstimmen billigte der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung des Stadtrats den Entwurf, den Architekt Otto Kurz in München erstellte und im Gremium erläuterte. Die neue Treppe besteht aus Betonfertigteilen und ersetzt die alte aus Holz. Der bislang in Teilen dunkle Aufgang erhält eine wesentlich bessere Beleuchtung. Die Herstellung und der Einbau der Treppe kosten voraussichtlich 140.000 Euro.


Schon seit geraumer Zeit plant die Stadt, die Apothekerstiege zu sanieren (wir berichteten). Vorgesehen hat sie die Erneuerung im Rahmen ihres Konzepts zur Verbesserung der Barrierefreiheit der öffentlichen Räume. Ursprünglich war im Rathaus geplant gewesen, die Treppe bereits im vergangenen Jahr neu zu gestalten. Doch die Verwirklichung des Vorhabens kam dann nicht zustande, weil die Stadt nach eigenen Angaben die Abstimmung mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund suchte und weil vor allem auch die Corona-Krise vieles durcheinanderwirbelte.

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Auch in diesem Jahr verstreichen noch einige Monate, ehe der Austausch der alten gegen die neue Treppe erfolgt. Hatte die Stadtverwaltung noch im Januar damit gerechnet, die Baumaßnahme im Sommer durchzuziehen, so rechnet sie jetzt mit einer Verwirklichung erst im Herbst.

Die Planung steht jetzt im Detail, der Entwurf ist fertig. Erläuterungen im Ausschuss gaben Stadtplaner Elmar Schwäbisch und Architekt Otto Kurz.

Abgestimmt ist die Planung nicht nur mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund, sondern auch mit der Regierung von Oberbayern. Die Stadt rechnet – wie die Verwaltung mitteilte – mit einem staatlichen Zuschuss im Rahmen der Städtebauförderung.

Die vorhandene Treppenanlage besteht aus einer Holzkonstruktion mit Auftritten aus gerillten Bohlen. Aus verschiedenen Gründen ist die Treppe insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und für sehbehinderte Mitbürger nicht sicher zu begehen. Die Stadt will den Aufgang aus diesem Grund in mehrerlei Hinsicht verbessern.

Geplant ist die Errichtung einer neuen Treppe aus Betonfertigteilen, die in ihren Ausmaßen der alten aus Holz entspricht. Die Stadt sorgt insbesondere auch für eine Beleuchtung des beliebten Aufgangs vom Karl-Theodor- zum Maxplatz. So plant sie, den Handlauf mit einer Leuchtstange zu versehen und auf einer Wandseite Leuchten anzubringen.

Im Zusammenhang mit der Sanierung und Neugestaltung der Treppenanlage ist auch eine Erneuerung des Putzes vorgesehen. Die rechts und links neben der Treppe aufsteigenden Wände sowie die Decke sind Bestandteil der benachbarten Privatgebäude. Die Eigentümerin ist grundsätzlich zu einer Putzerneuerung im Durchgangsbereich im Zusammenhang mit der Baumaßnahme bereit, die genauen Modalitäten müssen mit der Stadtverwaltung noch abgestimmt werden.

Insbesondere über die Ausführung der neuen Treppe in Beton diskutierten die Mitglieder des Ausschusses. So meinte zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen), dass eine Treppe aus Beton allein schon aus Klimaschutzgründen nicht wünschenswert sei. Auch seien die Verletzungen schwer, wenn ein Fußgänger stürzt. Und vor allem auch die Ästhetik spreche gegen dieses Baumaterial. Die Treppe sei wesentlich ansehnlicher, so Mörtl-Körner, wenn sie nicht aus Beton, sondern aus Holz besteht. Am Ende stimmte die zweite Bürgermeisterin gegen den Entwurf des Architekten – genauso wie Helga Mandl (ebenfalls Bündnis 90/Die Grünen) und Simon Steiner (Traunsteiner Liste).

Auch Steiner plädierte für eine Holztreppe. »Holz ist ein traumhaftes Material, das bei uns wächst.« Auch auf Holz habe der Fußgänger einen sicheren Halt. Und Steiner meinte auch, dass Holz die größte Akzeptanz in der Bevölkerung erfahre.

Architekt Kurz entgegnete, dass Beton »viele Vorteile« gegenüber dem Holz besitze. So verwies er nicht nur auf die Dauerhaftigkeit, sondern auch auf die Rutschfestigkeit. Außerdem bringe der Beton die Kontraste und die Beleuchtung wesentlich besser zur Geltung als Holz.

 

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