Stadt nimmt Diskussion über Jugendzentrum wieder auf

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Auf dem Skaterplatz im Gewerbepark Kaserne ist nach Ansicht von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) und der Stadtverwaltung ein Jugendzentrum grundsätzlich machbar. (Foto: Pültz)

Traunstein – In eine alte Diskussion kommt neuer Schwung: Die Stadt Traunstein sucht jetzt wieder nach Mitteln und Wegen, einneues Jugendzentrum zu schaffen. Einstimmung hat der Ausschuss für Familie, Bildung und Soziales des Stadtrats beschlossen, dass im Januar ein Arbeitstreffen stattfindet.


Zusammen mit Mitgliedern und Vertretern des Jugendbeirats und der Stadtverwaltung will das Gremium dann den Bedarf und die Ausrichtung der Jugendarbeit erörtern. Die Verwaltung erstellt eine Machbarkeitsstudie für ein Jugendzentrum am Sailer-Keller-Berg.

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Schon vor vielen Jahren hat in Traunstein die Diskussion über ein neues Jugendzentrum begonnen. Einmal mehr, einmal weniger stand sie in der Vergangenheit im Brennpunkt. Zuletzt war die Frage in den Hintergrund getreten.

Jetzt kommt wieder Bewegung in die Diskussion. Den Anstoß gegeben haben Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) und die Verwaltung im Rathaus mit einem neuen Vorschlag: Sie stellen die Frage zur Debatte, ob denn der Skaterplatz im Gewerbepark Kaserne ein geeigneter Standort für ein Jugendzentrum sein könnte.

Das bestehende Jugendzentrum ist auf zwei Gebäude am Brunnenhof des Rathauses aufgeteilt. In einem früheren Laden und in einem ehemaligen Café stehen den Jugendlichen rund 200 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung.

Die Stadtverwaltung habe sich den Skaterplatz angeschaut, berichtete Hümmer nun im Ausschuss für Familie, Bildung und Soziales. Sie habe die Frage erörtert, ob ein Gebäude über dem Skaterplatz auf Ständer gestellt oder aber auch auf ihm gebaut werden könnte – dann aber mit der Folge, dass der Skaterplatz verlegt werden muss. Und der Oberbürgermeister gab die Antwort: »Ja, geht.«

Diese Machbarkeitsstudie sei mit »minimalem Aufwand« erstellt worden. Die Planung gehe nicht in die Tiefe. Auf dieser Grundlage sei nun allein zu diskutieren, ob ein Standort Skaterplatz weiter zu verfolgen ist. Was den Flächenbedarf betrifft, so wäre laut Hümmer ausreichend Platz gegeben. Der Oberbürgermeister warb dafür, auch und gerade den Skaterplatz in der weiteren Diskussion über den Standort zu berücksichtigen. Schließlich seien in Traunstein »Alternativen rar gesät«.

Hümmer sprach sich dafür aus, das Thema Jugendzentrum jetzt anzugehen. Schließlich sei das bestehende Jugendzentrum am Rathaus eine »Übergangslösung, die nicht auf Dauer bestehen kann«. Der Rathauschef betonte: »Wir müssen zu einer anderen baulichen Lösung kommen.«

Die Wiederbelebung der Diskussion über das neue Jugendzentrum stieß im Ausschuss auf große Zustimmung. Thomas Stadler (Bündnis 90 / Die Grünen) sagte, es sei »grundsätzlich positiv, wenn es in Sachen Jugendzentrum weitergeht«. Der Jugendreferent zeigte sich »überrascht«, dass »von unserer Seite keiner mit eingebunden war«. Statt zuerst den Standort festzulegen und dann zu fragen, was das Jugendzentrum leisten muss, ist seiner Ansicht nach genau der umgekehrte Weg einzuschlagen.

In einem ersten Schritt sei der Umfang des Vorhabens zu erörtern. Die Stadt habe eine Reihe von Fragen zu klären – etwa auch, ob sie einen Raum für Theateraufführungen, Konzerte und anderes schafft. Erst wenn das Konzept steht, sollte man nach Ansicht von Stadler in einem zweiten Schritt über den Standort reden.

Dass das Thema Jugendzentrum wieder auf der Tagesordnung steht, sei »äußerst begrüßenswert«, meinte Isabelle Thaler (CSU). Es sei »höchste Zeit, dass wir eine dauerhafte Lösung finden«. Thaler regte an, auch den Jugendbeirat in die weitere Diskussion miteinzubinden.

Auch Andrea Maier (ebenfalls CSU) fand den Anstoß für die Wiederaufnahme der Diskussion »toll«. Sie zeigte sich aber skeptisch, ob der Skaterplatz der richtige Standort für ein neues Jugendzentrum ist. Schließlich liege er »sehr weit draußen«. Das städtische Grundstück, das an der Einmündung der Herzog-Wilhelm- in die Wasserburger Straße gegenüber dem Sailer-Keller liegt, sei zu bevorzugen. Dort stehe schon ein Haus, das man umbauen und renovieren kann. Maier sprach sich gegen eine »überdimensionale Lösung« aus.

Das Grundstück an der Herzog-Wilhelm-Straße ist – im Vergleich zu jenem im Gewerbepark Kaserne – auch nach Ansicht von Simon Schreiber (CSU) das bessere, zentralere. Der Skaterplatz sei nicht weniger als 1,8 Kilometer vom Bahnhof entfernt.

»Jugendliche gehören ins Zentrum«, stieß auch Monika Stockinger (SPD/Die Linke) ins gleiche Horn. Die Stadt sei aufgefordert, die Jugendlichen wertzuschätzen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Denis Holl (SPD/Die Linke) regte an, eine »Impulsgruppe« ins Leben zu rufen und sie damit zu beauftragen, sich bis Mai Gedanken zu machen, »was wir brauchen«. Für ein neues Jugendzentrum ist nach Ansicht von Holl auch eine »dezentrale Lösung« mit Verteilung über mehrere Gebäude in Erwägung zu ziehen.

Georg Osenstätter (Initiative Traunstein) regte an, Haus und Grundstück am Sailer-Keller-Berg ins Visier zu nehmen und zu prüfen, ob dort ein Jugendzentrum darstellbar ist. In diesem Zusammenhang erläuterte Kämmerer Reinhold Dendorfer, dass die Erstellung einer Machbarkeitsstudie Kosten beschere, »die im unteren vierstelligen Bereich« liegen. Ulrike Hoernes (Traunsteiner Liste) plädierte für einen zentralen Standort in der Nähe des Bahnhofs. Schließlich sei Traunstein eine Schulstadt. Und in diesem Fall müssten dann die Schüler keinen großen Umweg in Kauf nehmen, wenn sich nach dem Unterricht auf ihrem Weg zum Zug im Jugendzentrum vorbeischauen wollen.

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