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Stadt greift Stiftung Studienseminar unter die Arme

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Traunstein: Neuer Kindergarten an der Vonfichtstraße: Studienseminar darf loslegen
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Eine Skizze von Architekt Tobias Mattes zeigt, wie der Kindergarten einmal aussehen wird.

Traunstein – Die Stadt Traunstein wächst – und damit auch der Bedarf an Betreuungsplätzen. Die Stiftung Erzbischöfliches Studienseminar St. Michael möchte einen neuen Kindergarten an der Vonfichtstraße bauen. Die Stadt beteiligt sich mit zwei Dritteln an den Baukosten, die auf 4,4 Millionen Euro geschätzt werden. In dem Gebäude werden künftig die Mädchen und Buben des Kindergartens St. Oswald untergebracht. Anstatt drei Gruppen können dann vier betreut werden. Nach Vorberatungen in den Ausschüssen hat der Stadtrat am Donnerstag den Baukostenzuschuss einstimmig abgesegnet.


Der jetzige Kindergarten St. Oswald ist sanierungsbedürftig. Eine Instandsetzung des 46 Jahre alten Gebäudes erscheint wirtschaftlich nicht sinnvoll, etwaige Sanierungskosten würden die Kosten eines Neubaus deutlich überschreiten. Laut des beauftragten Ingenieurbüros Hitzler wäre eine bauliche Erweiterung nur schwer möglich. Deshalb wird ein Ersatzbau auf dem Gelände des Erzbischöflichen Studienseminars St. Michael angestrebt. Den Betrieb der Einrichtung übernimmt weiterhin die Pfarrkirchenstiftung St. Oswald. Anstatt bislang drei Kindergartengruppen werden es dann vier Gruppen sein. Es könnten also bis zu 100 Mädchen und Buben betreut werden.

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Der Baubeginn für den Kindergarten sei in den Sommerferien geplant, sagte Wolfgang Dinglreiter, der Direktor des Studienseminars St. Michael, auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts. Fertig werden wolle man ziemlich genau ein Jahr später, also im August 2021.

Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) erläuterte im Stadtrat, »intensive und konstruktive Verhandlungen« hätten zu dem Ergebnis geführt, dass die Stadt zwei Drittel der Gesamtkosten übernimmt. Zu erwarten sei, dass sie 2,9 Millionen Euro beisteuern müsse – abzüglich einer zu erwartenden Förderung in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Kegel stellte sich hinter die Ausgaben, denn die Kinderbetreuung sei die »ureigenste Pflicht der Stadt«.

Auch Karl Schulz (CSU) sprach sich dafür aus, einen »erklecklichen Anteil« an den Gesamtkosten zu übernehmen. Die Stadt könne »sehr froh sein«, dass sich die katholische Kirche in der Pflicht sieht – und dass sie sich somit nicht aus der Verantwortung zurückzieht. Dass der Stadtrat beschließe, sie in der Kinderbe- treuung zu unterstützen, sei eine »gute, zukunftsträchtige Entscheidung«.

Wilfried Schott (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, dass der geplante Kindergarten »nicht der billigste« sei. Er habe, wie er sagte »schon ein bisschen Bauchschmerzen«, wenn die Stadt so viel zahle und letztlich 1,6 Millionen Euro an ihr »hängenbleiben«, die sie aus ihrer Kasse nehmen muss.

Kegel hielt ihm entgegen, dass die Alternative lauten würde, selber zu bauen – was die Möglichkeiten der Stadt jedoch übersteigen würde. Der Oberbürgermeister zeigte sich »dankbar«, dass der Stadt dieser – und auch andere – Partner in der Kinderbetreuung zur Seite stehen.

Auch dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) freute sich, dass die Kirche einen neuen Kindergarten baut. Es sei darauf zu achten, dass sich die Zufahrten der neuen Kindertagesstätte an der Vonfichtstraße – sie öffnet bald ihre Türen – und des nun von der Stiftung Erzbischöfliches Studienseminar geplanten Kindergartens nicht aufeinandertreffen.

Auch in den Vorberatungen in den Ausschüssen vor der Stadtratssitzung waren die Planungen bereits auf große Zustimmung gestoßen.

Im Hauptausschuss freute sich unter anderem Stefan Namberger (CSU), »dass es endlich losgeht nach jahrelangen Planungen.« Er betonte, dass beim Bau unbedingt daran gedacht werden sollte, dass eine Erweiterung in Zukunft »gut möglich ist«. Die gleiche Thematik – also die Möglichkeit zur Vergrößerung des Gebäudes bei Bedarf – sprach auch Isabelle Thaler (CSU) an.

Im Finanzausschuss kritisierte Christa Fuchs (CSU) den ihrer Meinung nach in der Planung fehlenden Keller: »Das ist ein Wahnsinn! In Kammer haben wir das auch nicht gemacht, und dann wird ausgelagert in Container oder wieder dran gebaut, zum Beispiel für die Fahrzeuge der Kinder.« Dem hielt allerdings Kämmerer Reinhold Dendorfer entgegen, ein Keller würde 531 000 Euro plus Planung kosten. »Das ist eindeutig zu teuer!«. pü/KR/coho

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