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Stadt fördert Schulkinder – 80 Euro für schnelles Internet

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Distanzunterricht stellt viele Haushalte vor große Herausforderung
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Foto: Pültz

Traunstein – Die  Stadt Traunstein will allen Schulkindern die Teilnahme am Distanzunterricht ermöglichen und fördert deshalb Haushalte mit zu geringer Internetgeschwindigkeit. 80 Euro erhalten Haushalte, die zwischen 1. Dezember 2020 und 15. Februar 2021 ein Gerät erworben haben oder erwerben, mit dessen Hilfe sich die Internetgeschwindigkeit erhöht. Dazu zählen zum Beispiel LTE-USB-Sticks oder Router.


Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer will den Familien in dieser ohnehin sehr fordernden Zeit eine Unterstützung bieten. „Digitaler Unterricht geht ohne schnelles Internet nicht. Leider gibt es nicht in jedem Ortsteil Traunsteins schnelles Internet per Breitband. Damit der Unterricht zuhause funktionieren kann, ist das aber eine Grundvoraussetzung. Deshalb habe ich mich für diese Art der Förderung entschieden.“

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Für den Erhalt der 80 Euro gelten verschiedene Voraussetzungen. In dem Haushalt muss mindestens ein schulpflichtiges minderjähriges Kind wohnen. Zudem muss sich der Haushalt in einem der folgenden Bereiche befinden, der als unzureichend mit Breitband versorgt gilt: In Kammer sind dies Langmoos, Lüfteneck, Roitwalchen, Marberloh und Leiderting, in Traunstein die Marwanger Straße, die Hochgern-, die Kampenwand-, die Reifenberg- und die Unternbergstraße, am Hochberg insbesondere Bergwiesen, Mitterbichl, Hütt, Abstreit, Öd, Hochöd und Preising, außerdem Höpperding, Tinnerting und Irlach.

Gefördert werden zum Einen der Kauf von Netzwerk-Hardware wie etwa Router, Switch, Modem oder LTE-USB-Sticks und zum Anderen auch die Erhöhung der Breitbandgeschwindigkeit beim Internetprovider. Andere Hardware, wie beispielsweise ein neues Notebook, ist ausdrücklich ausgenommen. Der Kauf muss zwischen 1. Dezember 2020 und 15. Februar 2021 getätigt werden oder getätigt worden sein. Der Fördertopf ist auf 8000 Euro gedeckelt.

Wer die Förderung beantragen will, muss der Stadt den Namen, die Adresse und das Geburtsdatum des schulpflichtigen minderjährigen Kindes mitteilen. Zudem ist ein Nachweis wie beispielsweise eine Rechnung des Kaufs oder eine Auftragsbestätigung des Internetproviders zu erbringen. Möglich ist dies per E-Mail an distanzunterricht@stadt-traunstein.de oder per Brief an die Stadtverwaltung Traunstein, Stichwort „Distanzunterricht“, Stadtplatz 39, 83278 Traunstein. Anträge müssen bis Freitag, 26. Februar 2021, bei der Stadt eingegangen sein.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer sieht es sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Bereich von großer Bedeutung, schnell Daten abrufen und übertragen zu können. Gerade in Pandemie-Zeiten nimmt die Digitalisierung rasant Fahrt auf, weshalb künftig alle Haushalte im Stadtgebiet über eine ausreichend schnelle Internetverbindung verfügen sollen: Jeder Internetanschluss im Stadtgebiet soll mindestens 30 Mbit pro Sekunde erreichen. Das ist das erklärte Ziel von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer: „Auch wenn der Ausbau eigentlich nicht Aufgabe der Stadt ist, ist es mir und dem Stadtrat wichtig, diesen voranzutreiben.“

Den Ausbau der Internetleitungen, die bisher keine 30 Mbit/Sekunde erreichen, lässt sich die Große Kreisstadt 3,06 Millionen Euro kosten. Davon übernehmen der Bund 50 Prozent (1,53 Millionen Euro) und das Land Bayern 40 Prozent (1,22 Millionen Euro). Somit bleiben der Stadt zehn Prozent (306.000 Euro), die sie zu finanzieren hat. Die Ausschreibungen für den Internetausbau laufen bereits. Allerdings kann es bis zu vier Jahre dauern, bis die Arbeiten abgeschlossen sind und die schnellen Verbindungen tatsächlich genutzt werden können. „Diese lange Zeitspanne ist sehr ärgerlich, aber leider nicht vermeidbar“, so der Oberbürgermeister. Der Bund gewährt dem Unternehmen eine lange Frist, die Arbeiten abzuschließen.

Ausgenommen vom oben genannten Paket ist der Bereich der ehemaligen Gemeinde Kammer. Dafür werden andere Fördermittel abgeschöpft und die Planungen für den dortigen Ausbau haben bereits begonnen. Die Kosten belaufen sich auf knapp 500.000 Euro, wovon die Stadt 30 Prozent aus eigener Tasche finanzieren muss. Bis Mai 2022 soll der Ausbau dort abgeschlossen sein.

fb/red

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