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Stadt billigt Pläne für neues Wohn- und Geschäftshaus

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Traunstein: Neues Wohn- und Geschäftshaus an Marienstraße 3/3a darf gebaut werden
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Die Tage der Gebäude Marienstraße 3 und 3a sind gezählt: Die H.A.N.S. GmbH & Co. KG in Surberg will sie abbrechen und an dieser Stelle dann ein Wohn- und Geschäftshaus bauen. Nach anfänglichen Bedenken und folgenden Änderungen in der Planung durch den Antragsteller stimmt die Stadt dem Vorhaben jetzt zu. (Foto: Pültz)

Traunstein – Mit dem Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Marienstraße ist die Stadt nun grundsätzlich einverstanden. Einstimmig hat der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung des Stadtrats das Vorhaben der H.A.N.S. GmbH & Co. KG in Surberg gebilligt und die Verwaltung im Rathaus ermächtigt, die Einzelheiten festzulegen und dann die Baugenehmigung zu erteilen. Der Antragsteller hat Veränderungen in seiner Planung vorgenommen, die die Stadt nun veranlassen, ihm den Weg zu ebnen.


Das Projekt plant die H.A.N.S. GmbH & Co. KG – Verbindungen zur Planungsgruppe Straßer in Traunstein bestehen – auf den Grundstücken Marienstraße 3 und 3a. Sie beabsichtigt, die Gebäude, die auf der insgesamt rund 1400 Quadratmeter großen Fläche stehen, zum großen Teil abzubrechen – allein rückseitige Bereiche werden nicht abgerissen. Und dann will sie sie an Ort und Stelle ein neues, großes Wohn- und Geschäftshaus samt Tiefgarage errichten. Den verbleibenden Teil möchte sie um ein Geschoß aufstocken.

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In den Gebäuden sind künftig – so die Planungen – drei Läden, Büros, eine Praxis und insgesamt 17 Wohnungen untergebracht. Neben den 17 Stellplätzen in der Tiefgarage sind 14 weitere im Erdgeschoß vorgesehen. Das neue Wohn- und Geschäftshaus erhält fünf Geschoße: neben dem Parterre drei weitere Etagen und ganz oben – gegenüber dem Grundriss des Gebäudes ein Stück weit eingerückt – ein Penthouse. Das Gebäude ist 53 Meter lang und einschließlich des vierten Obergeschoßes 16,10 Meter hoch.

Als der Bauwerber die Planung im vergangenen Jahr eingereicht hatte, hatte die Stadt zunächst Vorbehalte. Insbesondere war ihr ein Dorn im Auge gewesen, dass die GmbH im Erdgeschoß so viele Stellplätze – damals noch 18 – plante. Sie kritisierte, dass im Parterre nur zwei Läden dargestellt waren, und dass »Scheinschaufenster« in der Fassade im Gebäude stehende Autos vertuschen sollten. Die Stadt zog in Erwägung, einen Bebauungsplan aufzustellen, um dann eine Handhabe zu bekommen, Teile der Planung, die ihr missfielen, zu verhindern.

Alsdann suchten Stadt und Antragsteller noch einmal das Gespräch – und beide Seiten verständigten sich. Die GmbH änderte ihre Planung. Insbesondere ging sie dazu über, nicht mehr nur zwei, sondern jetzt drei Läden vorzusehen. Außerdem vereinte sie die Zufahrt zum Innenhof mit der Abfahrt in die Tiefgarage – womit nun eine durchgehende Ladenfront entsteht. Vom Tisch sind die Scheinschaufester. Aufgrund der Änderungen im Erdgeschoß entfallen vier ursprünglich geplante Stellplätze, die nun abzulösen sind.

Weil sich die Stadt mit der GmbH geeinigt hat, verzichtet sie nun auf die Aufstellung eines Bebauungsplans. Sie genehmigt das Vorhaben nach Paragraph 34 des Bayerischen Baugesetzbuchs. Der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung des Stadtrats hat die Weichen gestellt, in den Stadtrat selbst kommt die Angelegenheit nicht. Das Gremium zeigte sich mit der angepeilten Baumasse grundsätzlich einverstanden, die Verwaltung im Rathaus erhielt den Auftrag, die Einzelheiten festzulegen und dem Antragsteller die Baugenehmigung zu erteilen.

Die Planungen des Antragstellers und die vorgenommenen Änderungen erläuterte Bernhard Glaßl, der Leiter des Baurechtsamts, in der Ausschusssitzung. Er machte kein Hehl daraus, dass ein »großer Neubau« entstehe, der »sehr hoch« ausfalle. Das geplante Wohn- und Geschäftshaus sei in seiner Höhe mit dem auf der anderen Straßenseite stehenden Gebäude vergleichbar, das früher den Juhasz beherbergt hatte. Glaßl sprach von einer »klassischen Nachverdichtung«, die, was den Umfang betrifft, »noch vertretbar« sei.

Das Bauvorhaben füge sich aus Sicht der Stadtverwaltung in die nähere Umgebung ein und könne nach Paragraph 34 des Bayerschen Baugesetzbuchs genehmigt werden. Und Glaßl sagte in diesem Zusammenhang auch, dass die Firma CIMA, die die Stadt mit der Beurteilung von Entwicklungsoptionen für eine nachhaltige Aufwertung der Marienstraße beauftragt hat, in ihrer Dokumentation zum gleichen Ergebnis komme.

Ohne große Diskussion stimmte der Ausschuss dem Vorhaben zu. Allein Nils Bödeker (SPD) äußerte sich. Die Planung sei, so seine zusammenfassende Würdigung, »sehr erfreulich«.

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