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Soll die Grundschule in Kammer saniert oder neu gebaut werden?

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Lohnt es sich, die Schule in Kammer zu sanieren? Diese Frage wird den Traunsteiner Stadtrat vermutlich noch eine Weile beschäftigen. Die Alternative wäre ein Neubau.

Traunstein – Die Grundschule in Kammer soll entweder saniert oder neu gebaut werden. Im Traunsteiner Stadtrat wurde nun ein mögliches Sanierungskonzept des Architekturbüros Meinel vorgestellt. »Die ersten Schätzungen belaufen sich auf eine Million Euro«, informierte Oberbürgermeister Christian Kegel.


Parallel dazu wird die Stadt aber nach einem geeigneten Grundstück für einen möglichen Neubau suchen. Einstimmig war das Gremium dafür, diese Überlegungen mit in das Dorfentwicklungskonzept Kammer einzubeziehen.

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Handlungsbedarf wird vor allem bei der Elektroinstallation und bei den Sanitäranlagen gesehen. Die Neuinstallation der Starkstromanlage und der Fernmelde- und Informationstechnik ist laut Sanierungskonzept notwendig, um für ein digitales Klassenzimmer gerüstet zu sein. Zusätzlich sollten dezentrale Lüftungsgeräte eingesetzt werden. Ein wesentlicher Punkt ist die Umstellung auf LED-Beleuchtung.

Ein weiterer Schwerpunkt wird im neuen Brandschutzkonzept gesehen – Garderoben und Lagerräume müssen in abgetrennten Räumen untergebracht werden. Fast alle Türen seien auszutauschen, wodurch auch der Schallschutz verbessert würde, so das Architekturbüro.

Im Keller soll ein zweiter Rettungsweg entstehen. Der Gymnastikraum im Dachgeschoß könnte zwei große Dachflächenfenster für eine bessere Belichtung und Belüftung erhalten. Im Zuge der Sanierung sollten auch die Klassenzimmer und Garderoben neu möbliert werden. Diese Kosten sind schon in der Prognose von rund einer Million Euro enthalten. Zur barrierefreien Erreichbarkeit wäre im Erdgeschoß ein Behinderten-WC geplant. Der Einbau eines Aufzugs wurde nicht untersucht, erscheine aus Verwaltungssicht aber noch möglich.

Bei der Erstellung des Sanierungskonzepts war die Bausubstanz allerdings nicht genauer untersucht worden, wie es in der Beschlussvorlage heißt. Deshalb gebe es derzeit nur eine Kostenannahme als Entscheidungshilfe zwischen Sanierung und Neubau.

Thomas Stadler (Grüne) war der Meinung, dass die Sanierung alter Gebäude oft mit Kostenmehrungen verbunden sei. Deshalb warb er dafür, sich Zeit zu nehmen und zu ermitteln, »was wirklich das Beste ist.« Zu dem erwähnte er das »Thema Turnhalle«. Die Planungen dazu sollten unbedingt in die Überlegungen mitaufgenommen werden. »Für die Zukunft des Schulstandorts Kammer«, betonte er. Dem stimmte Oberbürgermeister Christian Kegel zu. »Es macht keinen Sinn, den Bewegungsraum herzurichten. Da müssen wir separat etwas machen, die brauchen eine eigene Einfachturnhalle.«

Ernst Haider (UW) wollte, dass die Verwaltung bei den Förderstellen anfragt, was wie gefördert werden könne. »Vielleicht gibt es ja plausiblere Gründe für einen Neubau.«

Robert Sattler (SPD) fände es schön, »das alte Schulhaus mit einer Sanierung aufzupeppen«. Allerdings nur für den Fall, dass es nicht doppelt so teuer komme wie ein Neubau. Er gab zu bedenken, dass die Stadt für diesen allerdings erst einen Grund kaufen müsse. Christa Fuchs (CSU) fände es wichtig, dass die Nähe zum Hort bestehen bleibe.

Im Finanzausschuss war der Oberbürgermeister auf die Geschichte des Hauses eingegangen. »Neu ist, dass das Schulhaus in Teilen bereits aus dem Jahr 1901 stammt«, erklärte er. Kegel warnte vor einer Festlegung auf einen Neubau – der müsse schulaufsichtlich genehmigt werden. »Da könnten dann schon Fragen auftauchen, warum manche Traunsteiner Schüler mit dem Bus nach Kammer gefahren werden. Am Ende könnte das den Standort insgesamt in Frage stellen.«

»Wer das Schulhaus kennt, kann sich nur schwer vorstellen, dass das mit einer Sanierung auf einen aktuellen Stand gebracht werden kann«, sagte hingegen Ursula Lay (UW) im Finanzausschuss. »Wir sollten uns gut überlegen, so viel Geld in ein altes Gebäude zu stecken.« Die Tendenz gehe schon dazu, kleine Außenstandorte zu erhalten. Der Zulauf sei nach wie vor groß, aber man müsse auch Qualität bieten.

Der Stadtrat nahm das Sanierungskonzept des Architekturbüros Meinel in seiner Sitzung einhellig zur Kenntnis. Die Verwaltung wurde des Weiteren beauftragt, eventuell geeignete Grundstücke für einen Neubau zu untersuchen. KR/coho