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Sinkende Steuerkraft in Traunstein und Büros auf der grünen Wiese: »Das geht gar nicht«

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Auf dem Podium saßen von links: Burgi Mörtl-Körner, Dr. Christian Hümmer, Moderator Gernot Pültz, OB Christian Kegel und Simon Steiner.

Traunstein – Auch der Themenkomplex »Wirtschaft und Arbeit« beschäftigte den Traunsteiner Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) und seine drei Herausforderer Dr. Christian Hümmer (CSU/UW), Burgi Mörtl-Körner (Grüne) und Simon Steiner (Traunsteiner Liste) bei der Podiumsdiskussion des Traunsteiner Tagblatts in der Klosterkirche. Die vollständige Debatte sehen Sie in unserem Video-Mitschnitt.


Teil III: Wirtschaft und Arbeit in Traunstein

Mehrere Wege schlägt die Stadt Traunstein seit einiger Zeit zur Förderung des Gewerbes im Stadtgebiet ein. Neben den Planungen für die Erweiterung des Industriegebietes Nord unterstützt die Stadt den den Rinderzuchtverband bei der Suche nach Möglichkeiten für den Neubau einer neuen Vermarktungshalle und zeigt sich gegenüber Anliegern und Investoren für Umplanungen in der Marienstraße bereit, damit wieder Leben in das seit vielen Jahren leerstehende Juhasz-Gebäude kommt.

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»Wie fördern Sie die Wirtschaft in Traunstein auf der Grundlage dieser Planungen und Überlegungen? Geben Sie Beispiele«, forderte Moderator Gernot Pültz die OB-Kandidaten zur Diskussion heraus.

Mörtl-Körner: Das geht gar nicht

Simon Steiner und Burgi Mörtl-Körner kritisierten, dass trotz der Gewerbegebiete rund um Traunstein die Steuereinnahmen nicht gestiegen seien. »Das geht gar nicht«, betonte Mörtl-Körner. Und Steiner fragte: »Haben wir die falschen Betriebe hergezogen?« Es müsste künftig unbedingt besser darauf geschaut werden, wo die Firmen ihre Gewerbesteuer zahlten.

Zu den Plänen der Sparkasse in Seiboldsdorf ein neues Verwaltungsgebäude zu errichten, sagte Dr. Christian Hümmer, zu einer starken Wirtschaft gehöre auch eine lebendige Innenstadt. Büros müssten definitiv nicht auf der grünen Wiese entstehen. »Das geht gar nicht«, fand auch Burgi Mörtl-Körner. Die 120 Mitarbeiter würden dann auch nicht mehr in den Cafés der Stadt sitzen.

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte zur Gewerbesteuer, dass Firmen die ersten Jahre Abschreibungen machten. »Das wird sich also erst verzögert positiv auswirken.« Auch dürfe man nicht nur die Gewerbesteuern sehen. »Es geht ja auch um Arbeits- und Ausbildungsplätze«. Zu den Schulden der Stadt betonte er: »Das sind nicht die Schulden des Oberbürgermeisters, wie es gerne dargestellt wird, sondern die Schulden des gesamten Stadtrats.« Schließlich habe man die Investitionen gemeinsam beschlossen.

Bei der Steuerkraft pro Einwohner auf Platz 11

Simon Steiner und Dr. Christian Hümmer sprachen den Landkreis als gutes Beispiel an, der investiert und gleichzeitig Schulden abgebaut habe. »Wir sind bei der Steuerkraft pro Einwohner auf Platz elf abgerutscht und befinden uns mit Schnaitsee und Engelsberg auf einer Ebene. Das ist nicht akzeptabel«, betonte Hümmer. Und Simon Steiner gefiel es nicht, »dass wir kaum Freiraum haben, weil wir so verschuldet sind«. Er ist sich sicher, dass bei der Klosterkirche unnötig Geld in den Sand gesetzt wurde.

Vollständiger Mitschnitt zum Teil III:

Auf dem Podium saßen von links: Burgi Mörtl-Körner, Dr. Christian Hümmer, Moderator Gernot Pültz, OB Christian Kegel und Simon Steiner.

Sehen Sie sich das Video alternativ auf YouTube an: Podiumsdiskussion zum Thema Wirtschaft und Arbeit in Traunstein

Burgi Mörtl-Körner sagte, sie wolle das Jugendzentrum unbedingt vorantreiben. »Wir haben die Chance am Bahnhof ja leider vertan.« Zudem wolle sie sich für weitere Maßnahmen für die fahrradfreundliche Stadt Traunstein einsetzen. Sie fand es »unfair«, Oberbürgermeister Kegel wegen der Schulden zu kritisieren. »CSU und UW haben schließlich die Mehrheit im Stadtrat.«

Weitere Themenkomplexe der Podiumsdiskussion

Diese Themen erwarten Sie noch:

  • Investitionen und Schulden – Im Fokus: Ausgaben der Stadt
  • Senioren in der Stadt

Zum vollständigen Bericht über die Fragerunde: Von Parkhausabriss bis Wohnraum

Live-Video vom Freitag:

Fotos vom Diskussionsabend aus der Klosterkirche:

KR/red

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