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»Sie können stolz auf bemerkenswerte Leistungen sein«

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Staatspreise für herausragende schulische Leistungen wurden bei der Abschlussfeier des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Traunstein übergeben. Unser Foto zeigt (von links) Oberstudiendirektor Helmut Götzinger, Landtagsabgeordnete Gisela Sengl, Johanna Namberger, Thomas Grünäugl, Verena Ettenhuber, Johanna Eckhardt, Magdalena Plank, Rupert Hartl, Theresa Maier, Veronika Hahn, den Stellvertretenden Landrat Josef Konhäuser, Maria Weingartner und Andrea Gsinn. (Foto: Buthke)

Traunstein – Bei der Abschlussfeier des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Traunstein verabschiedete Schulleiter Helmut Götzinger insgesamt 94 Schüler der Berufsfachschulen für Kinderpflege, Sozialpflege sowie Ernährung und Versorgung in den Berufsalltag. Die Berufsschule verließen 22 Landwirte und 17 Gärtner.


Aufgrund ihrer herausragenden schulischen Leistungen übergab er zusammen mit dem Stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser an 21 Absolventen einen Staatspreis.

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Sie könnten mit Recht stolz auf sich sein, nicht nur wegen der bemerkenswerten Leistungen, sondern auch, weil jeder es aus eigener Kraft geschafft habe, sagte Oberstudiendirektor Götzinger. Bei schulischen Leistungen gehe es darum, ein Ziel zu haben und es fest in den Blick zu nehmen, seine Begabungen zu erkennen und sie in vielen Prüfungen zu zeigen. Die wertvollste Erfahrung, die sie in den vergangenen Monaten gemacht hätten, sei, dass sich Ausdauer, Einsatz und Zielstrebigkeit lohnten.

»Der Berufsabschluss, noch dazu mit diesen Noten, eröffnet Ihnen viele Chancen. Jetzt können Sie Ihre Zukunft voll Selbstvertrauen anpacken«, war Götzinger überzeugt. Dies könne in der Berufswelt sein, denn dort würden vielseitige junge Menschen dringend gebraucht, oder an einer weiterführenden Schule vielleicht bis hin zur Hochschule. Bereits über 42 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen würden über die berufliche Bildung erreicht.

»Seien Sie neugierig, offen und lernbereit«, gab der Schulleiter ihnen mit auf den Weg. Die Arbeitswelt habe sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Wegen der rasanten Entwicklung der Technik müssten Arbeitnehmer ihr Wissen und ihre Fähigkeiten ständig weiterentwickeln. Die Berufsbilder würden auch in traditionellen Berufen immer komplexer. Immer öfter müssten Menschen die berufliche Tätigkeit im Verlauf eines Erwerbslebens mehrmals wechseln.

Das Berufliche Schulzentrum Traunstein habe ihnen das nötige Rüstzeug mitgegeben. Damit dies auch in Zukunft gut gelinge, müssten Schulen und Ausbildungspartner an einem Strang ziehen. Götzinger verband seinen Dank an die Vertreter der Betriebe mit dem Wunsch, weiterhin Ausbildungs- und Praktikumsplätze bereit zu stellen und sich weiterhin in der Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort zu engagieren. »Das ist die beste Motivation zum Lernen«, so der Schulleiter.

Für den Stellvertretenden Landrat war der Schulabschluss der erste Schritt für ihren beruflichen Werdegang und ihre persönliche Zukunft. Ihr Weg sei mit Sicherheit nicht immer leicht gewesen. Auch in Zukunft werde es immer wieder einmal Probleme geben. »Das gehört zum Beruf wie auch zum Leben dazu«, sagte Konhäuser. Aber damit in rechter Weise umzugehen, sei ein wichtiger Lernprozess auf den Weg des Erwachsenwerdens.

Unsere Region brauche nicht nur Abiturienten oder Studenten, sondern auch Praktiker, die sich für Berufe in den hauswirtschaftlichen, landwirtschaftlichen und sozialen Bereichen begeistern könnten. Deshalb sei gerade die berufliche Bildung für den Landkreis Traunstein eine Herzensangelegenheit. Es gebe keine bessere Zukunftsvorsorge, als die Investition in die Köpfe der Auszubildenden. »Unser Ziel ist es deshalb, auch in Zukunft beste Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Auszubildende solche Spitzenleistungen wie ihr erzielen können«, betonte Konhäuser. Er ermunterte sie deshalb, Möglichkeiten zur Weiterbildung zu nutzen und zur weiteren Qualifizierung zu ergreifen.

Die Themen ihres Berufslebens würden uns als Gesellschaft in Zukunft besonders bewegen, meinte die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl. Viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten interessierten sich schon jetzt dafür, wie Landwirtschaft funktioniere und wo ihr Essen herkomme. Mit regionalen Verbänden und Bürgern habe sie kürzlich einen Ernährungsrat für den Landkreis Traunstein gegründet, damit es bei uns lebenswert bleibe. Unsere Region brauche Landwirte und Gärtner, die ihre Berufe mit Leidenschaft und Freude ausübten, die zum Erhalt unserer Heimat und Artenvielfalt beitragen möchten und deshalb ihre Betriebe entsprechend bewirtschaften wollten.

Gut ausgebildete Assistenten für Ernährung und Versorgung könnten in Pflegeheimen, Kindertagesstätten und Schulen, im Gastgewerbe und in der Landwirtschaft die Außer-Haus-Verpflegung so ausgestalten, dass die regionale Wertschöpfung und Ökologisierung der regionalen Produktion gefördert würden. »Und wir brauchen Kinderpflegerinnen, die diese Werte an Kinder und Jugendliche weitergeben. Deswegen verdient ihre Arbeit die größtmögliche gesellschaftliche Unterstützung, aber auch genügend politische Wertschätzung und Förderung«, sagte Sengl.

Damit es hier so schön und lebenswert bleibe, müssten Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung vor Ort sowie die Bildung nachhaltig, ökologisch und regional ausgestaltet werden. Mitmachen müssten alle Verbraucher und Vertreter aus Landwirtschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Bjr

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