Bildtext einblenden
Sechs Kilogramm Kokaingemisch haben zwei Belgier in ihrem Auto transportiert. Sie stehen deshalb vor Gericht. Foto: dpa

Sechs Kilo Kokaingemisch in gestohlenem Auto transportiert: Zwei Angeklagte vor Gericht

Traunstein – Knapp drei Monate nach dem Diebstahl eines Wagens in Frankreich wurden zwei belgische Staatsangehörige mit sechs Kilogramm Kokaingemisch an Bord des Peugeot 3008, wahrscheinlich aus den Niederlanden kommend, von Rosenheimer Schleierfahndern bei Bad Feilnbach aus dem Verkehr gezogen. Ende August startete der Prozess gegen die angeblichen Drogenkuriere vor dem Landgericht Traunstein.

Die Erste Strafkammer mit Vorsitzender Richterin Heike Will führt das Verfahren am Freitag um 9.30 Uhr fort. Der zweite Verhandlungstermin war wegen eines Krankheitsfalls in der Kammer geplatzt. Das Gericht hofft, das Verfahren am Freitag mit einem Urteil gegen die zwei Männer abschließen zu können. Sollte das nicht möglich sein, wird der Prozess an einem noch nicht bekannten Termin fortgesetzt.

Gemäß Anklage der Staatsanwaltschaft Traunstein reisten die beiden Belgier, 31 und 33 Jahre alt, am 21. Dezember 2021 über einen unbekannten Grenzübergang in das Bundesgebiet ein und fuhren weiter auf der Autobahn 52 oder 61 Richtung Bayern. Zu der Zeit waren die Betäubungsmittel – sechs Pakete mit jeweils circa einem Kilo Kokaingemisch – bereits in einem professionellen Versteck unterhalb der Mittelkonsole verstaut.

Das Besondere daran war: Der Hohlraum ließ sich nur mittels eines Magnetknopfes öffnen. Gegen 19.30 Uhr beendeten Schleierfahnder am 21. Dezember die Schmuggelfahrt über die Autobahn 8. Auf dem Parkplatz Eulenauer Filz nahe Bad Feilnbach stießen die Polizeibeamten auf das Versteck in der Mittelkonsole samt Inhalt. Später auf der Dienststelle wurde ein weiteres Profi-Versteck unterhalb des Kofferraums entdeckt. Es war jedoch leer. Der Fahrer und sein Begleiter wanderten damals in Untersuchungshaft, wo sie seither auf ihre Hauptverhandlung warten mussten. Der 31-Jährige gab in Vernehmungen an, er hätte einen Kurierlohn von 3000 Euro für die Fahrt bekommen sollen. 1200 Euro davon habe er schon erhalten gehabt.

Wie die Ermittlungen zeigten, war der Peugeot Ende September 2021 in Frankreich von Unbekannten entwendet worden. Wer anschließend die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) manipuliert hatte, war nicht zu klären. Nach einer ersten Zulassung in Belgien am 18. November 2021 auf einen anderen Namen war nachweisbar Ende November in Belgien die Zulassung auf den 31-jährigen Angeklagten erfolgt.

kd

Mehr aus der Stadt Traunstein