Schüler nutzen Weckerlestraße als Gehweg

Bildtext einblenden
Viele Schüler gehen an und auf der Weckerlestraße. Autos fahren auf der Straße und halten sich nicht immer an Tempo 30. Die Stadt will nun vom Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern Kontrollen vornehmen lassen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Immer wieder gefährliche Situationen ergeben sich laut Monika Stockinger (SPD/Die Linke) auf der Weckerlestraße. Im Stadtrat führte sie aus, Anwohner hätten beobachtet, dass Schüler die Straße »in der gesamten Breite als Gehweg nutzen«. Fußgänger kämen Autofahrern in die Quere. Bisweilen seien Begegnungen »sehr gefährlich« – vor allem auch deshalb, weil sich Letztere nicht an Tempo 30 halten. Stockinger regte an, dass der Zweckverband kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern Kontrollen vornimmt.


Als Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) im Stadtrat den Tagesordnungspunkt Anfragen und Wünsche aufrief, meldeten sich zahlreiche Mitglieder des Gremiums. Unter anderem lenkte Stockinger die Aufmerksamkeit auf die Weckerlestraße. Hümmer entgegnete ihr, die Liste der Wünsche für Kontrollen des Zweckverbands auf Straßen in Traunstein sei lang. Und wenn er nun auch dieses Anliegen anmelde, dann müsse man damit rechnen, dass es seine Zeit dauern wird, bis Kontrolleure an Ort und Stelle auftauchen.

Robert Sattler (SPD/Die Linke) forderte einmal mehr, dass die Exekutive ihre Strategie für die Kontrolle des Radverkehrs im Stadtrat erläutert. Weiter meinte er, von Anliegern der Traun habe er gehört, dass sie sich um 23 Uhr nicht mehr auf ihrem Balkon aufhalten können, weil der Geräuschpegel, den am Fluss Feierende verursachen, so hoch sei. Und wenn die Anlieger dann die Polizei rufen, vergingen erst einmal eineinhalb Stunden, bis eine Streife auftaucht. Sattler berichtete auch, dass die Bauarbeiten auf der Bundesstraße 306 (Blaue-Wand-Straße) und der Staatsstraße 2105 (Salinenstraße) ein »Verkehrschaos« in der Stadt verursacht hätten. Laut Sattler jammern viele Geschäftsleute – zahlreiche Auswärtige fahren zurzeit nicht mehr in die Stadt.

Hümmer entgegnete ihm, dass die Polizei in Schwerpunktaktionen den Fußgängerverkehr überwachen und das Verhalten von Radfahrern, die sich nicht an die Regeln halten, sanktionieren werde. Wie jedes Jahr steigen ihm zufolge auch heuer wieder Feiern an der Traun. Der Polizei werde er nahelegen, schneller zu kontrollieren. Und zum »Verkehrschaos« sagte der Rathauschef: »Ich bin auch genervt.« Er könne den Unmut und den Ärger der Bürger verstehen. Aufgekommen sei auch die Frage, warum das Staatliche Bauamt, das für die Arbeiten auf den Straßen verantwortlich zeichnet, nicht in die Ferien ausgewichen sei. Eine Verschiebung sei nicht möglich, weil Baumaßnahmen auf einer Autobahnumleitungsstrecke – und dieser Fall ist gegeben – in dieser Zeit quasi »verboten« seien.

Dr. Patrick Nepper (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, an der Kardinal-Faulhaber-Straße zur Abgrenzung der von vielen Spaziergängern gerne aufgesuchten Grünfläche wieder eine Hecke anzupflanzen. Seinen Angaben zufolge stehen dort immer wieder Autos in der Wiese. Nepper berichtete auch, dass die Innstraße zunehmend als Schleichweg betrachtet werde. Auto- und Lastwagenfahrer seien immer wieder zu schnell unterwegs und gefährdeten andere. Zu erörtern sei die Frage, ob die Stadt die Durchfahrt von Lastwagen verbietet und nur noch den Anliegern die Zufahrt mit den Autos erlaubt. Und noch eine Verkehrsbeobachtung stellte Nepper zur Debatte: Die Kardinal-Faulhaber-Straße sei stark befahren – nicht zuletzt auch von Baufahrzeugen, die dann in der Früh Eltern und Kindern in die Quere kommen.

Hümmer sagte, die Frage einer Hecke zu erörtern: »Das schauen wir uns an.« Er stimmte mit Nepper darin überein, dass die Innstraße ein Schleichweg sei. Über eine Beschränkung des Verkehrs sei nachzudenken. Und mit Blick auf den Verkehr auf der Kardinal-Faulhaber-Straße sagte der Rathauschef, er werde die Verwaltung anweisen, den Baufirmen nahezulegen, dass sie sich in der Zeit zwischen 6.30 und 8 Uhr zurückhalten und Baumaßnahmen später anfangen.

Die Traunerstraße stellte Helga Mandl (Bündnis 90/Die Grünen) in den Brennpunkt. Weil dort vor allem durch parkende Autos der Verkehr beeinträchtigt sei, schlug sie durchgehend Tempo 30 vor. Und sie regte an, vielleicht auch Ausweichstellen für Autos oder einen »Shared Space« zu schaffen, der alle Verkehrsteilnehmer gleichstellt. Hümmer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Ausschuss für Mobilität, Umwelt und Nachhaltigkeit des Stadtrats vor kurzem beschlossen habe, durchgängig Tempo 30 anzuordnen und einen Fußgängerüberweg zu schaffen (wir berichteten). Weitere Anfragen und Wünsche in der jüngsten Stadtratssitzung erläutern wir in einer der nächsten Ausgaben.

Mehr aus der Stadt Traunstein