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Die Auszeichnung »Fahrradfreundliche Kommune« will die Stadt Traunstein in den nächsten Jahren erhalten. (Foto: Pültz)

Schritt für Schritt zur »Fahrradfreundlichen Kommune«

Traunstein – Den Titel »Fahrradfreundliche Kommune« will die Stadt Traunstein in den nächsten Jahren bekommen. Auf dem langen Weg zur Auszeichnung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) möchte sie heuer einen weiteren Schritt unternehmen und ein Radverkehrskonzept verabschieden. Ende Januar ist Traunstein in die AGFK aufgenommen worden.


Den Titel »Fahrradfreundliche Kommune« vergibt das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr auf Vorschlag der AGFK. Er geht an Kommunen, die überdurchschnittliche Anstrengungen unternehmen, den Radverkehr zu fördern. Ausgezeichnet werden der eingeleitete Prozess und das klare politische Bekenntnis für die Radverkehrsförderung. Die Auszeichnung bedeutet nicht, dass die Kommune bereits in allen Belangen fahrradfreundlich ist.

Anfang des Jahres 2020 hatte der Stadtrat in Traunstein beschlossen, einen Beitritt zur AGFK zu stellen. Im Juli 2021 erfolgte die für die Verleihung des Titels »Fahrradfreundliche Kommune« notwendige Vorbesichtigung: Die Stadt belegte damit ihr Engagement für den Radverkehr. »Die Große Kreisstadt Traunstein hat nun rund vier Jahre Zeit, den Radverkehr zu fördern und auszubauen«, so Carola Westermeier, Pressereferentin im Rathaus, gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt.

Eine der zwingenden Voraussetzungen für die Auszeichnung ist die Erstellung eines Radverkehrskonzepts. In Traunstein wird das Gutachten derzeit zusammen mit dem Institut für innovative Städte i.n.s., einem Fachbüro für Rad- und Fußverkehr, unter Beteiligung der Bürgerschaft erarbeitet. Die Arbeiten sind fortgeschritten, die Fertigstellung kommt in Sicht. Geplant sei, so die Pressereferentin im Rathaus, dass der Stadtrat das Radverkehrskonzept im Frühjahr beschließt.

»Das Radverkehrskonzept ist aber nicht nur für die Aufnahme in die AGFK von Bedeutung«, betont Westermeier. »Es dient als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage für Kommunalpolitik und -verwaltung und ist Voraussetzung dafür, dass die Stadt Traunstein Fördergelder für Baumaßnahmen, die zur Verbesserung des Radverkehrs beitragen, erhält.« Und weiter: Das Radverkehrskonzept enthalte übrigens unter anderem eine sogenannte Investivmaßnahme, die zeitnah umzusetzen ist. Auch darüber diskutiere der Stadtrat im Frühjahr.

Um die Situation für Fahrradfahrer zu verbessern, hat die Stadt Traunstein in den vergangenen Monaten laut Westermeier bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen: Die Stadt habe Bodenmarkierungen gesetzt, Bordsteinkanten angeglichen, Unebenheiten beseitigt, Umlaufgitter, sogenannte Drängelgitter, und Pfosten versetzt, Spiegel installiert und Radwege besser ausgeschildert. Um das Radfahren noch attraktiver zu gestalten, gebe es außerdem seit kurzem am Bahnhof viele neue Abstellmöglichkeiten. Im östlichen Teil des Bahnhofs unweit der Bahngleise stehe nun eine sogenannte Bike-&-Ride-Box, also eine Sammelschließanlage für Fahrräder (wir berichteten). Und im westlichen Teil des Bahnhofs wie auch neben der Güterhalle seien außerdem zahlreiche weitere – nicht überdachte – Fahrradabstellplätze geschaffen worden. Westermeier betont: »Die Stadt Traunstein investiert also bereits kräftig in die örtliche Fahrradinfrastruktur und fördert damit sicheres Radfahren. Die Fertigstellung des Radverkehrskonzepts wird diese Entwicklung weiter vorantreiben.«

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