Schnelle Alarmierung nach positivem Test

Traunstein: Betriebsstart im neuen Corona-Testzentrum des Landkreises
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Bei der elektronischen Erfassung werden bei der Probenentnahme an der neuen landkreiseigenen Covid-19-Teststation in Traunstein die persönlichen Daten mit dem Test verknüpft. (Foto: Effner)

Traunstein – »Gut angelaufen« ist nach einhelliger Meinung der Testbetrieb im neuen Corona-Testzentrum im Traunsteiner Gewerbegebiet Seiboldsdorf. Das betonen Dr. Wolfgang Krämer, Leiter des Gesundheitsamts Traunstein, und Thomas Brandstätter, Projektleiter des Bayerischen Roten Kreuzes, im Rahmen eines Pressebesuchs vor Ort.


Wie bereits berichtet, bietet der Landkreis Traunstein seit Montag in der angemieteten Lagerhalle (Mühlwiesen 3) allen Bürgern die kostenlose Möglichkeit, sich dort auf das Covid-19-Virus testen zu lassen. Die Tests führen Mitarbeiter des Roten Kreuzes durch.

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Wie Michael Reithmeier, Pressesprecher des Landratsamts Traunstein erklärte, soll das neue Testzentrum eine Ergänzung zum bestehenden Angebot durch Hausärzte, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und die Teststation an der A8-Raststätte Hochfelln-Nord bei Bergen bieten. Der dortige Testbetrieb soll nach derzeitiger Beschlusslage Ende September eingestellt werden.

»Insbesondere geht es darum, Infektionen, die sonst unerkannt bleiben würden, zeitnah zu entdecken, um steigende Infektionszahlen möglichst zu vermeiden«, ergänzte Reithmeier. Dies gilt besonders für Leute, die beruflich viel mit anderen Menschen zu tun haben, also neben den Mitarbeitern in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen etwa Kassiererinnen, Busfahrer und Personal in Verkehrsbetrieben. Für die Mitarbeiter in Kliniken sowie in Alten- und Pflegeheimen wiederum gibt es gesonderte Testmöglichkeiten, wie Gesundheitsamtsleiter Dr. Krämer erläuterte.

So ließen sich nach der Aufnahme des Testbetriebs am Mittwoch vergangener Woche bis Freitag rund 300 Lehrer und Erzieher aus dem Landkreis vor Ende der Schulferien freiwillig testen. Dabei wurde auch eine Mitarbeiterin der AWO-Kindertagesstätte in Altenmarkt positiv auf Covid-19 getestet. »Der Testabstrich erfolgte am Freitag, die Befundmitteilung kam bereits am folgenden Tag«, erklärte Dr. Krämer. Die Behörde konnte dadurch bereits am Wochenende umfangreiche Schutzmaßnahmen einleiten. So wurden als Kontaktpersonen Familienmitglieder, 17 Mitarbeiter der Kindertagesstätte, drei betreute Kinder und vier Elternteile ermittelt und in Quarantäne gesetzt. »Der Fall zeigt, dass eine schnelle Informationskette funktioniert«, so Dr. Krämer.

Wie der Mediziner weiter betonte, sollten sich angesichts der nahenden Grippesaison im Spätherbst Personen, die sich krank fühlen, weiterhin zuerst an ihren Hausarzt wenden. »Der kann auch am besten die Differenzialdiagnose stellen, ob es sich um eine normale Grippe handelt oder eine Covid-19-Erkrankung vorliegt.« Während die Teststationen an der Autobahn in gut zwei Wochen ihren Betrieb einstellen, können Reiserückkehrer dann auch die landkreiseigene Covid-19-Teststation in Traunstein ansteuern. Deren Vertrag läuft vorerst bis Ende des Jahres, kann aber je nach Maßgaben der Staatsregierung auch verlängert werden.

Mit aktuell sechs Helfern und einem Teamleiter betreut der BRK-Kreisverband Traunstein die Probennahme an der Teststation, betonte Thomas Brandstätter im Gesräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Ergänzt würden die BRKler durch Sicherheitspersonal bei der Einweisung. »Unsere Mitarbeiter, in der Regel Rettungs- und Notfallsanitäter, sind alle medizinisch geschult«, ergänzte der Teamleiter. Bis zu 300 Tests können damit während des täglich vierstündigen Testbetriebs gut bewältigt werden. In der Vergangenheit waren vor allem die Autobahn-Teststationen in die Kritik geraten, an denen Mitarbeiter wie Türsteher oder Veranstaltungspersonal ohne Vorkenntnisse im Testbetrieb eingesetzt worden waren.

Wie Brandstätter weiter erklärte, sollten die Bürger aus Sicherheitsgründen am besten im Auto zur Drive-in-Teststation kommen, »auch wenn wir Fußgänger prin-zipiell nicht abweisen«. Rund zehn Minuten dauert nach den jetzigen Erfahrungen die Abfertigung pro Testproband bei der digitalen Erfassung. Der sollte am besten ein internetfähiges Mobiltelefon mitbringen mit einer App zum Einlesen des QR-Codes. Gebraucht werden auch eine Email-Adresse und zur Sicherheit bei Unstimmigkeiten der Personalausweis. Prinzipiell können die Daten auch schriftlich auf einem Datenerfassungsblatt auf Papier eingegeben werden, nur dauert der ganze Ablauf dann länger.

Die Mitarbeiter händigen bei der Ankunft den Strichcode auf einem Zettel aus. Dieser wird eingescannt. Im Anschluss kann man im Handy-Display seine persönlichen Daten und die von maximal sieben weiteren Personen eingeben. Über einen finalen Barcode-Abgleich werden an der eigentlichen Teststation die persönlichen Daten exakt mit dem jeweiligen Probenröhrchen für den Covid-19-Test verknüpft. Die Mitteilung über negative Testergebnisse erfolgt dann zeitnah per Email. Im Fall eines positiven Tests wird ergänzend das Gesundheitsamt zur Einleitung der passenden Maßnahmen benachrichtigt.

Geöffnet ist die landkreiseigene Drive-in-Station von Montag bis Freitag von 12 bis 16 Uhr. eff

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