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Schierghoferstraße in zwei Abschnitten ausbauen

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In zwei Abschnitten soll die Schierghoferstraße ausgebaut werden: noch heuer soll der Kanal im westlichen Teil gebaut werden, im nächsten Jahr sollen der Ausbau von Straße und Kanal im oberen Teil, dem mittleren Verbindungsstück zur Wolkersdorfer Straße und am Krankenhausberg (unser Bild) erfolgen. (Foto: Hohler)

Traunstein – Die verschiedenen Varianten für den Ausbau der Schierghoferstraße stellte Diplom-Ingenieur Tobias Nöhrig von der SAK Ingenieurgesellschaft Traunstein dem Planungsausschuss vor. Einstimmig beschloss das Gremium, die Schierghoferstraße voll auszubauen und den Gehweg auf beiden Seiten auf 1,50 Meter zu verbreitern – in zwei Bauabschnitten.


Anlass war die als notwendig erachtete Sanierung des Kanals. Denn, so Nöhrig, die Kanäle in der Schierghoferstraße seien aus Steinzeug und stammten aus dem Jahr 1967. Hauptschadensbilder seien verschobene Verbindungen und Muttersätze. Sanierungsziel seien Betriebssicherheit, Standsicherheit und Dichtheit des Kanalsystems. Dabei werde die Schierghoferstraße in vier Sanierungsbereiche eingeteilt: den Krankenhausberg, die obere Längsrichtung, die mittlere Querverbindung zur Wolkersdorfer Straße und den westlichen Anschluss gegenüber der Einmündung in die Innstraße.

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Am Krankenhausberg, so Nöhrig weiter, sei eine Sanierung in offener Bauweise vorgesehen. Dabei werde der Durchmesser von 200 auf 300 Millimeter erweitert. Die Anschlussleitung in die Wolkersdorfer Straße müsse nicht erweitert werden. An der oberen Längsrichtung sei der Kanal bereits ausreichend dimensioniert. Hier müssen nur undichte Stellen und kleinere Schäden saniert werden. Das kann aber in geschlossener Bauweise erfolgen. An der mittleren Querverbindung wird nur der untere Anschluss zur Wolkersdorfer Straße in geschlossener Bauweise saniert, der Rest muss in offener Bauweise saniert werden.

Im westlichen Anschluss gibt es derzeit noch keinen Kanal. Die südwestlich gelegenen Grundstücke wurden bisher quer über die Schierghoferstraße zum Eckgrundstück Richtung Wolkersdorfer Straße hin entwässert. Dort ist ein neuer Mischwasserkanal zu bauen, um die künftige Bebauung zu erschließen.

Aber auch die Sanierung der Straße selbst war ein wichtiger Aspekt der Planung. Gerade im oberen Bereich bestehe das Hauptproblem, dass die Gehwege oft zugeparkt seien von Besuchern und Mitarbeitern des Klinikums – bei nur 1,20 Meter Breite auf beiden Seiten seien sie dann vor allem für Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer praktisch nicht mehr nutzbar, gab Nöhrig zu bedenken. Auch seien manche Hecken nicht zugeschnitten und die Straßenbeleuchtung verschmälere die Gehsteige zusätzlich. Hier seien aber gerade Verhandlungen zum Grunderwerb im Gange, um eine durchgängige Breite des öffentlichen Grunds auf acht Metern zu erhalten. »Dann könnte man auch die Gehsteige verbessern«, so Nöhrig.

Und wie steht es um den Straßenbau?

Für den Straßenbau ergäben sich daher mehrere Varianten. Möglich wäre die Verlegung des Gehwegs nur auf eine Seite. Das hätte den Nachteil, dass die Anlieger auf der anderen Seite keinen Gehweg mehr hätten. Bei Verlegung auf die linke Seite wäre zudem eine Gasleitung im Weg, die zu verlegen einiges kosten würde. Vorteil wäre die Einhaltung geforderter Radien für Rollstuhlfahrer in den Kurven.

Die Variante, den Gehsteig auf beiden Seiten auf 1,50 Meter zu verbreitern, hätte den Vorteil, dass keiner den Gehweg verliert. Wie Oberbürgermeister Christian Kegel ergänzte, habe man im Winter den Gehweg gesperrt. Das scheine für die Anwohner so in Ordnung gewesen zu sein, Beschwerden habe es keine gegeben. »Sie mussten dadurch aber auch nicht Schnee räumen.«

Der Ausbau des westlichen Stücks sei noch heuer vorgesehen, um die Neubauten an den Kanal anschließen zu können, die anderen Teile seien im nächsten Jahr dran, erklärte Nöhrig. Dabei schlage der Kanal mit rund 479.000 Euro zu Buche, die Gesamtkosten würden bisher auf rund 1,18 Millionen Euro geschätzt.

Karl Schulz (CSU) schlug vor, im Sinne der Barrierefreiheit doch lieber einen breiten Gehweg auszubauen. Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) pflichtete ihm bei, die Barrierefreiheit sei wichtig. Aber sie sei trotzdem für beidseitig 1,50 Meter breite Gehsteige, auch wegen des Winterdienstes. »Das Parken dort müssen wir in den Griff kriegen, das müssen wir dringend abschaffen. Da müssen wir wohl besser kontrollieren.«

Letztlich folgte der Ausschuss einstimmig dem Verwaltungsvorschlag, die Gehsteige beidseitig auszubauen. Diese Variante soll nun das Ingenieurbüro ausarbeiten und dem Stadtrat im Oktober vorlegen. Die Kanalsanierung soll ebenfalls weiter zum Bauentwurf ausgearbeitet werden.