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Eine Sanierung der Apothekerstiege lässt weiter auf sich warten. (Foto: Pültz)

Sanierung von Apothekerstiege nicht in Sicht – Planung für Betontreppe war nicht realisierbar

Traunstein – Eine Sanierung der Apothekerstiege ist weiter nicht in Sicht. Nachdem die Stadt vor einigen Monaten die Zusammenarbeit mit einem von ihr beauftragten Architekten aufgekündigt hat, ist sie nun nach wie vor dabei, sich neu auszurichten. Beabsichtigt war ursprünglich, die Holz- gegen eine Betontreppe auszutauschen. »Die Art der Ausführung der Sanierung wird derzeit neu überdacht«, berichtete Agnes Giesbrecht, eine der Pressereferentinnen im Rathaus, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts. Und weiter: »Eine Festlegung ist noch nicht erfolgt.«


66 Stufen führen vom Karl-Theodor-Platz hinauf zum Maxplatz. Viele Bürger, Einheimische gleichermaßen wie Urlauber, parken ihre Fahrzeuge in der Au und nutzen dann den Aufgang, um ins Stadtzentrum zu kommen. Mehrere Wege führen von unten nach oben, doch jener, der an der Apotheke vorbeiführt, ist heutzutage die »Hauptstiege«. Wie alt sie genau ist, lässt sich nicht ermitteln – auf jeden Fall aber hat sie bereits so viele Jahre auf dem Buckel, dass sie nun saniert werden muss. Die Holzstufen sind, bedingt durch die vielen Fußgänger, die hinauf- wie dann auch wieder hinuntergehen, abgenutzt und glatt. Und beleuchtet ist der Durchgang durch die Häuserreihe auch nicht.

Schon seit geraumer Zeit plant die Stadt eine Sanierung der Apothekerstiege. Bereits im vergangenen Jahr war sie auf der Agenda gestanden, kam dann aber nicht zustande. Im Rathaus war damals die Rede davon, dass noch die Abstimmung mit dem Seh- und Blindenbund erfolgen müsse.

Heuer nahm die Stadt dann Kurs auf die Sanierung. Zusammen mit einem von ihr beauftragten Architekten stellte sie die Weichen: Im März entschied sich der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung des Stadtrats für die vom Planer vorgeschlagene Fertigbetontreppe. Die Stadt ging in die Ausschreibung – und sie erlebte eine böse Überraschung. So erhielt sie kein einziges Angebot für die Fertigung der Betontreppe. Die Stadtverwaltung fragte nach und stellte schließlich fest, dass die auf die Herstellung solcher Bauteile spezialisierten Firmen die Planungen des Architekten für nicht umsetzbar hielten und deshalb kein Angebot abgaben.

»Die Vorgaben des Architekten sind so nicht umsetzbar. Deshalb ziehen wir rechtzeitig die Reißleine und starten das Projekt neu«, so Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer im Mai. »Es darf uns nicht passieren, dass aufgrund von Schwächen in der Planung eine Fertigbetontreppe geliefert wird, die mangelhaft ist oder einfach nicht passt.« Hümmer veranlasste, das Architekturbüro zu wechseln. »Wir werden das Projekt insgesamt nochmals völlig neu denken.« Eine zeitliche Verzögerung der Sanierung sei verkraftbar. Die Mitarbeiter des Bauhofs hätten die Holzstiege im Blick, sie könne bedenkenlos genutzt werden.

Der Architekt, der die Betontreppe entwarf, erhielt laut Pressereferentin Giesbrecht »einen geringen Betrag«. Der Planungsauftrag sei für die erbrachte Leistung – bis zur Entwurfsplanung – schlussgerechnet worden.

Alles ist wieder in der Schwebe. Im Rathaus wird die Art der Ausführung der Sanierung überdacht. Nachdem die Stadt den alten Architekten vor die Tür gesetzt hat, ist noch kein neuer in Sicht. Agnes Giesbrecht: »Die Planung wurde noch nicht neu ausgeschrieben.«

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