Sanierung der Becken im Schwimmbad nicht in Sicht

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Hohe Wasserverluste verzeichnet die Stadt in ihrem Schwimmbad in der Daxerau. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt muss eine Sanierung der Becken in ihrem Freibad in Angriff nehmen. Schon seit Jahren besteht Handlungsbedarf, weil sie undicht sind und viel Wasser verlieren. Doch bislang ist noch nichts geschehen. Eva Schneider, eine der Pressereferentinnen in der Verwaltung im Rathaus, hat auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts offen gelassen, wann die Stadt loslegt.


Bereits seit mehreren Jahren ist das Thema in der Stadtverwaltung bekannt. Denis Holl, der Schwimmbadreferent, erinnerte nun im Stadtrat an die Wasserverluste. In seinem Jahresbericht erläuterte er die Wiederaufnahme des Betriebs nach dem Rückgang des Infektionsgeschehens. Und in diesem Zusammenhang sprach er sich dafür aus, die Becken zu sanieren. »37 Kubikmeter Wasser gehen im Schwimmerbecken pro Tag verloren – das ist ja doch eine Hausnummer« (wir berichteten). Seine Angaben zum Umfang der Wasserverluste blieben unwidersprochen. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer sagte, dass die Planung für die Sanierungen »noch nicht angelaufen« sei. Ausgaben seien in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen.

Nachdem die Stadt das Schwimmbad 1992 komplett saniert habe, sei, wie Pressereferentin Schneider nun auf Nachfrage erläuterte, »nach den ersten Jahren aufgefallen, dass es im Beckenbereich Wasserverluste geben muss«. Aus diesem Grund sei 2001 die komplette Beckenkeramik erneuert worden. Die Stadt habe das Problem damit »für einige Jahre gelöst«. Da die Fliesen in den Becken jedoch der Witterung ausgesetzt seien und der Rohkörper von den Becken beziehungsweise die Bausubstanz unter dem natürlichen Alterungsprozess zusehends leide, sei dieses Problem »nicht endgültig behoben« worden.

»Ein genaues Datum über die Wiederkehr der Wasserverluste kann nicht bestimmt werden, da die Lecks jährlich im Zuge der Auswinterungsarbeiten bestmöglichst behoben werden und dies nicht immer gleich auffällt.« Klar sei jedoch gewesen, »dass nach gut 25 Jahren die Becken in nächster Zeit erneuert werden müssen«. Aus diesem Grund habe das Architekturbüro Krautloher im Jahr 2018 den Auftrag erhalten, im Zuge eines Förderprogramms für Schwimmbadsanierungen »eine Studie zu erstellen, in der auch auf die Wasserverluste hingewiesen wird«. Dadurch sei auch klar geworden, so Schneider weiter, »dass bei einer künftigen Sanierung des Freibads die Becken aus Edelstahl bestehen müssen, um die vorher genannte Problematik auf Dauer vermeiden zu können«.

Zum Umfang der Wasserverluste machte Schneider auf Anfrage keine Zahlenangaben. Auch ließ sie die Frage offen, ob denn die heutigen Verluste mit früheren vergleichbar sind.

Behörde sieht keineBeeinträchtigungen

»Aus unserer Sicht sollten Schwimmbecken selbstverständlich technisch dicht sein, insbesondere wegen des dort enthaltenen, freien Chlors und um unnötigen Wasserverbrauch zu vermeiden«, sagt Walter Raith, der Leiter des Wasserwirtschaftsamts (WWA) Traunstein. »Bei nicht dichten Becken versickert Schwimmbeckenwasser ins Grundwasser.« Beim Traunsteiner Schwimmbad betrage der Abstand von der Beckensohle bis zum Grundwasser nach Daten des WWA im Mittel wenige Meter. Das Grundwasser fließe von dort in Richtung Traun.

»Uns ist nicht bekannt, dass bisher im Grundwasser oder in der Traun nachteilige Auswirkungen aufgetreten sind«, so Raith. Das Wasserwirtschaftsamt gehe im Falle von Wasserverlusten in Höhe von 37 Kubikmeter pro Tag im Schwimmerbecken nicht davon aus, dass durch die in Schwimmbadwasser enthaltene Konzentration an freiem Chlor »eine erhebliche Beeinträchtigung im Grund- oder Oberflächenwasser zu erwarten ist.«

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