Rosserer im Auftrag der Stadt: Hanse Jobst versorgt die zwei Kaltblüter der Stadt Traunstein
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Besuch bei der Familie Jobst (von links): Hanse Jobst, Fuhrparkleiter Hermann Mitterer, Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und Anna Jobst. Foto: Stadt Traunstein/Agnes Giesbrecht

Rosserer im Auftrag der Stadt: Hanse Jobst versorgt die zwei Kaltblüter der Stadt Traunstein

Traunstein – Die Stadt Traunstein besitzt zwei Kaltblut-Pferde. Tatsächlich schon seit Jahrzehnten - und die Tradition wird auch weitergeführt. Erst vor kurzem sind zwei neue Kaltblüter auf dem Hof von Hanse Jobst in Alterfing eingezogen: Wiggerl und Kaszimir heißen die prächtigen Rösser, die nun Besuch von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer bekamen.


Der Oberbürgermeister wollte sich selbst ein Bild von den beiden Pferden machen und gleichzeitig der Familie Jobst seinen Dank aussprechen. Seit fünf Jahrzehnten kümmern sich die Alterfinger um die Rösser der Stadt.

Hanse Jobst hat den Hof seiner Eltern übernommen und damit auch die mächtigen Kaltblüter. „Wir leben für die Rösser“, sagt er. „Das Familienleben richtet sich nach den Pferden. Wenn kein Ritt oder ähnliches ist, dann haben wir Zeit für eine Taufe“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Nicht nur er und seine Frau Anna, auch seine Eltern und seine Brüder sind mit eingespannt und kümmern sich um die drei Kinder der Familie Jobst, wenn sie mit den Rössern unterwegs sind. „Ohne Leidenschaft kannst das nicht machen“, sagt Hanse Jobst überzeugt. Im Herbst steht wieder beinahe jedes Wochenende ein Ritt im Kalender: Neben der Familie, neben der vielen Arbeit, die auf dem Hof jeden Tag anfällt.

„Seine Ross“ sind sein ganzer Stolz. Das steht Hanse Jobst ins Gesicht geschrieben. Eineinhalb bis zwei Stunden dauert es, bis er die Pferde gestriegelt, gekämmt, gebürstet und vor der Kutsche eingespannt hat.

Das ruhige Gemüt der Kaltblüter kommt ihm dabei nicht nur entgegen, es ist eine zwingende Voraussetzung. „Nicht jedes Pferd bleibt bei so vielen Menschen so ruhig“, erklärt Hanse Jobst, während er Wiggerl den Kummet um den Hals legt. Seine Frau Anna erzählt: „Beim Gaufest in Schleching ist ein Hubschrauber neben uns gelandet, das war gar kein Problem für die beiden.“

Bis die Pferde soweit sind, erfordert es viel Arbeit, Zeit und Geduld. Tag für Tag übt Hanse Jobst mit ihnen, bis sie soweit sind. Wiggerl und Kaszimir haben es geschafft: Die Vierjährigen sind zwar noch nicht ganz erwachsen, aber schon nah dran und reif für ihr Alter.

Rosserer im Auftrag der Stadt: Hanse Jobst versorgt die zwei Kaltblüter der Stadt Traunstein
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Zwei Heuballen fressen die sechs Pferde von Hanse Jobst in einer Woche. Dazu kommen noch Kraftfutter, Salzstein und mehr. Foto: Stadt Traunstein/Agnes Giesbrecht

Davon konnte sich auch Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer überzeugen, als er der Familie Jobst einen Besuch abstattete. „Jetzt wird sich der eine oder andere fragen: Warum hat die Stadt Rösser? Das ist ganz einfach: Wir sind die Stadt des Georgiritts, der Weltkulturerbe ist. Der Georgiritt ist DER Festtag im Chiemgau. Deshalb hat die Stadt Rösser, um die Tradition aufrecht zu erhalten.“

Hermann Mitterer, der Fuhrparkleiter der Stadt Traunstein und damit in der Verwaltung für die Rösser zuständig, lobt ebenfalls die Leidenschaft und das Herzblut, mit der die Familie Jobst sich um die Pferde kümmert. „Hanse Jobst ist in der Ausbildung sehr versiert.“

Wiggerl und Kaszimir leben gemeinsam mit vier anderen Kaltblütern auf dem Hof. Darunter ist auch der Fritz, der Vorgänger der beiden, der in Alterfing beim Miggl-Hof seinen Ausstand genießen darf. Die „Jungen“ dagegen dürfen bis zum nächsten Ritt auch mal in den Wald zum Holzrücken. So lässt sich die Sommerpause für Hanse und Anna Jobst gut überbrücken.

fb/red

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