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Relativ ruhiges Jahr bei der Feuerwehr Traunstein

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Das Abzeichen für 50 Jahre aktive Dienstzeit erhielt Erwin Eichschmid (Zweiter von rechts). Es gratulierten Kreisbrandrat Christof Grundner (rechts), Stadtbrandmeister Andreas Zeiser (links) und Stadtbrandinspektor Christian Schulz. (Fotos: Buthke)
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Der Vorsitzende Johannes Thanbichler (rechts) übergab Josef Linner die Ehrenurkunde für 70 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein.

Traunstein – Über ein relativ normales Jahr mit 267 Einsätzen berichtete Stadtbrandinspektor Christian Schulz bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Traunstein im Gasthaus Sailer-Keller. Mit 96 aktiven Feuerwehrlern und einer 19 Jugendlichen starken Jugendgruppe zum Jahreswechsel habe sich der Personalstand stabilisiert.


Der größte Teil der Einsätze entfiel wie in den Jahren zuvor auf die Technischen Hilfeleistungen. So wurde die Feuerwehr Traunstein zu 37 Brandeinsätzen alarmiert, darunter zwei Großbrände außerhalb des Stadtgebiets. Bei den Einsätzen wurden 67 Personen gerettet und bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts erstversorgt. Fünf Personen wurden bereits tot gefunden oder mussten tot geborgen werden. Wie jedes Jahr unterstützte die Feuerwehr zahlreiche Veranstaltungen wie den Georgiritt, den Faschingszug und Martinszüge. Insgesamt wurden 3861 Einsatzstunden geleistet.

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Um all diese Einsätze qualifiziert abarbeiten zu können, sind 7537 Ausbildungs-, Übungs- und Verwaltungsstunden angefallen, sodass die Aktiven der Feuerwehr insgesamt fast 14.000 Stunden, das heißt statistisch 99 Stunden pro Person, für die Allgemeinheit ehrenamtlich aufbrachten. Der Stadtbrandinspektor bedauerte, dass weiterhin tagsüber die Einsatzkräfte knapp seien und es immer schwieriger werde, die Tagesalarmstärke zu sichern. Als Gründe gab er die Veränderungen der Arbeitsplätze und die Abwanderung von Firmen aus Traunstein an. Deshalb müsse man jetzt die Weichen stellen und gemeinsam mit allen Traunsteiner Feuerwehren einen Tagesalarmplan aufstellen. Außerdem regte er eine gemeinsame Ausbildung an.

Die Jugendgruppe hatte 29 Übungen mit rund 800 Stunden. Sie nahm laut Jugendwart Andreas Strohmayer an der Aktion Christbaum, am Wissenstest, am Kreisjugendfeuerwehrtag in Kienberg und an einem Übungssamstag am Feuerwehrhaus mit Schauübung teil. Nachwuchswerbung betrieb sie bei den Traunsteiner Rosentagen, beim Lindl-Sonntag, beim Blattl-Sonntag und beim Tag der offenen Tür der Stadtwerke Traunstein. Neun Jugendliche errangen das Jugendleistungsabzeichen. Vier Jugendliche wurden in den aktiven Dienst übernommen.

Als großen Erfolg für die Nachwuchswerbung bezeichnete Kreisbrandrat Christof Grundner den Jugendanwerbetag des Landkreises, der 180 junge Interessenten brachte. Zudem sei die erste Kinderfeuerwehrgruppe im Landkreis gegründet worden.

Bei der Schneelage im Januar habe man erkannt, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen sei, wobei die Feuerwehr zwei Drittel der Helfer gestellt habe. Deshalb sei es künftig notwendig, gemeinsam mit verschiedenen Einsatzlagen zu üben, um einander besser kennenzulernen und so die Zusammenarbeit zu verbessern.

Die Feuerwehr sei bei allen Katastrophen, ob Waldbrände, Hochwasser oder Schneechaos, dabei. Daher müsse man die Schlüsse daraus ziehen, sie aufarbeiten und sich vorbereiten. Dies zeige, wie professionell die Feuerwehren arbeiteten und welches Spektrum sie abdeckten. Grundner kritisierte wie der Stadtbrandinspektor, dass die Feuerwehren vermehrt für rettungsdienstliche Maßnahmen eingespannt würden.

Der Kreisbrandrat überreichte das Feuerwehrehrenzeichen in Silber an Andreas Zeiser für 25 Jahre aktive Dienstzeit. Für 40 Jahre aktiven Dienst wird Gerhard Kotter im Rahmen einer Veranstaltung des Landkreises mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold geehrt. Das seltene Jubiläum einer 50-jährigen aktiven Dienstzeit erreichte Erwin Eichschmid, der dafür das Abzeichen erhielt.

Polizeihauptkommissar Peter Zitzelsberger von der Polizeiinspektion Traunstein hob den wichtigen Dienst von Polizei und Feuerwehr für eine gut funktionierende Sicherheitsstruktur hervor. Die Bürger dürften auf beide vertrauen, weil die gute Zusammenarbeit im Einsatzgeschehen funktioniere, wie die Schneekatastrophe gezeigt habe. Übergriffe auf Mitglieder der Rettungsorganisationen müssten mit allen zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln verfolgt werden.

Ehrungen sprach auch der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Johannes Thanbichler, aus. Eine Ehrenurkunde für 70-jährige Mitgliedschaft übergab er Josef Linner. Zum Ehrenmitglied wurde Klaus Schultes ernannt, der dem Feuerwehrverein seit 60 Jahren angehört. Mit einer Ehrenurkunde und dem Feuerwehrzivilabzeichen vergoldet mit Kranz für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Erwin Eichschmid und Gerhard Binder geehrt. Ehrenurkunde und Feuerwehrzivilabzeichen in echt Silber mit Kranz für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielt Andreas Zeiser. Mit einer Ehrenurkunde für 25 Jahre als förderndes Mitglied wurde Günter Buthke ausgezeichnet.

Den Rückblick gab Schriftführer Robert Scholz. Bei der Aktion Christbaum sammelten rund 80 Helfer 1660 Bäume ein. Dies war ein Rekordergebnis. Einiges wurde wiederum für die Kameradschaft und Geselligkeit veranstaltet, so das Jahresessen, die Faschingsparty, die Kegelmeisterschaft, das Fastenfest, das Grillfest und der Vereinsausflug nach Linz. Beim Traunsteiner Frühlingsfest übernahm die Feuerwehr wiederum die Parkplatzüberwachung. Die Fahnenabordnung war elfmal bei verschiedenen Anlässen unterwegs.

Seinen Respekt davor, was die Feuerwehr und der Feuerwehrverein geleistet hätten, drückte Oberbürgermeister Christian Kegel aus. Die Stadt stelle nicht nur die technische Ausrüstung bereit, sondern stehe auch ideell hinter ihren Feuerwehren, die das Rückgrat der Gesellschaft seien. Der Verein habe viele Aktivitäten und denke auch an den guten Zweck und unterstütze zum Beispiel das sonderpädagogische Förderzentrum (Schule an der Traun).

Die Aktiven hätten zwar ein vergleichsweise ruhiges Jahr gehabt, aber jeder Einsatz bringe durch das erlebte Leid auch eine Belastung mit sich. Durch die Einsätze während der Schneekatastrophe, als sie weit über die Grenzen hinaus gegangen seien, sei die ganze Stadt den Feuerwehren zu Dank verpflichtet. Zusammen mit der Feuerwehr Freising hätten sie Großartiges geleistet. Bjr

 

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