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Rekord an der Berufsschule I: 67 Staatspreisträger

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17 mal die Note 1,0 und mit einem Staatspreis bedacht: Andreas Gauder, Christina Größlhuber, Stefan Gruber, Matthias Hager, Lukas Hallweger, Lukas Hasenknopf, Sarina Kitschke, Andreas Mader, David Obermayer, Valentin Poller, Tobias Sattelmayer, Jan-Patrick Seidel, Johanna Steinbacher, Sebastian Stuttrucker, Peter Waldhutter, Magdalena Wenig, Felix Wolf (In alphabetischer Reihenfolge) mit Schulleiter Wolfgang Kurfer (vorne rechts), Oberbürgermeister Christian Kegel (Zweiter von rechts) und Landrat Josef Konhäuser (links). (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Für 299 Berufsschüler der staatlichen Berufsschule I für gewerbliche Berufe in Traunstein war der vergangene Dienstag ein ganz besonderer Tag: Sie erhielten nach zwei- beziehungsweise dreijähriger Ausbildungszeit ihr begehrtes Abschlusszeugnis und haben damit ihre Ausbildungszeit hinter sich gelassen.


Nicht jedoch das lebenslange Lernen, was gerade auch aufgrund des digitalen Wandels für nahezu alle Berufssparten zutrifft. Gewohnt aus den Vorjahren gab es auch in diesem Jahr wieder viele ausgezeichnete Leistungen, die besonders prämiert wurden. So erreichten quer durch alle Fachrichtungen 17 Absolventen die Traumnote 1,0, insgesamt wurden 67 Staatspreise für einen Notendurchschnitt von 1,5 und besser verliehen.

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67 Staatspreisträger bedeuteten für die Schule einen Rekord an prämierten Spitzenleistungen. Dass neben beliebten klassischen Berufen wie der »Beliebtheitsspitzenreiter« Fachinformatiker mit 66 Absolventen auch dem Handwerk bei jungen Leuten und ihren Erziehungsberechtigten berufliches Zukunftspotenzial zugetraut wird, zeigte sich an der hohen Zahl an Zimmerern (54) und Tischlern (36) gefolgt von den Ausbildungsrichtungen Hotelfachmann (16), IT-Systemelektroniker (15), Konditor und Köchen (je 12) und Bäckern (9).

In den Berufen Informatikkaufmann und Maschinen- und Anlagenführer (je 7), Restaurantfachmann und Maler/Lackierer (je 6) macht sich der Fachkräfte aber genauso bemerkbar wie bei Bäckerei-Fachverkäufern und IT-System-Kaufleuten (je 3). Manchen wurden nach entsprechenden Noten auch noch dazu das Zeugnis über den mittleren Schulabschluss »mitgeliefert«. Auch Lehrzeitverkürzer in weiteren Fachrichtungen bekamen ihr Abschlusszeugnis und erhöhten die Zahl der Schulabgänger.

Fotos von der Abschlussfeier:

Zu einem solchen »Feiertag« gehören immer auch nachdenkliche Momente. Die Fachschaft Religion hatte sich in diesem Jahr einen Rück- und Ausblick auf die gemeinsame Ausbildungszeit ausgesucht. »Die Zeit hat sich gelohnt. Wir haben eine Berufsausbildung, darauf können wir aufbauen« hieß es von den Berufsschülern, die aus dem Fachbereich der Zimmerer kamen.

Daniel Parzinger und Benjamin Karl von der Schülermitverantwortung betonte, dass die Absolventen ihre Arbeit gut gemeistert hätten. »Respekt«, jetzt stünden ihnen neue Wege offen.

»Heute ist ein Grund zur Freude« sagte stellvertretender Landrat Josef Konhäuser. Er freue sich, in so viele strahlende Gesichter zu blicken. »Ihr Prüfungserfolg zeigt, dass sie auch die Widrigkeiten des Alltags gut schaffen können.« Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel sprach von einem »neuen, spannenden Lebensabschnitt« für die jungen Leute, die bewiesen hätten, dass sie die Fähigkeiten mitbringen würden, um im Berufsleben bestehen zu können. Diese Leistung verdient Respekt!«.

Stellvertretender Kreishandwerksmeister Thomas Aigner sprach vielleicht manchem Absolventen aus dem Herzen: »Endlich keine Berufsschule mehr! Die reife Leistung darf auch großartig gefeiert werden.« Viele berufliche Möglichkeiten stünden den jungen Fachkräften offen, wobei er seinen Fokus auf das Handwerk legte und auf den geplanten Campus am Traunsteiner Bahnhof hinwies.

Oberstudiendirektor Wolfgang Kurfer verglich in seiner Festrede den beruflichen Werdegang der jungen Leute mit einer Wanderung von Gipfel zu Gipfel. »Sie haben ihr erstes Gipfelkreuz erreicht« – und das trotz so manch beschwerlicher Wegstrecke«. Die Entlassfeier sei ein »Rast-Tag«. Dann aber würde es weitergehen. »Handwerk und Industrie in unserem Landkreis, unserem Chiemgau und unserem Land erwarten sie sehnsüchtig«. Den guten Wünschen folgten mahnende Worte des Schulleiters in Form von »Achtung-Schildern«. Die »Demokratie-Schutzzone« benötige alle, das Gut zu bewahren. »Stehen Sie dafür ein. Demokratie braucht starke Herzen«. Rechtspopulismus und Fremdenhass erteilte er eine klare Absage. Auch das »Achtung-Schild« der »Klima-Schutzzone« müsse beachtet und mit persönlichem bewussten und veränderten Verhalten der Lebensraum Erde bewahrt werden.

Im Nachgang gab es die begehrten Abschlusszeugnisse. Herausragende Ergebnisse von 17 Absolventen mit einem Traumergebnis von 1,0 wie auch von weiteren 50, die mit einem Schnitt zwischen 1,1 und 1,5 ebenfalls mit einem Staatspreis geehrt wurden, stellte die Schulleitung extra heraus. Musikalisch wurde die würdige Feier mit bayerisch-traditionellen Klängen und gekonnten Klavierstücken, zum Teil mit Saxofon unterstützt, von Schülern untermalt. awi

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