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So könnte die Turnhalle in Kammer einmal aussehen – falls sie tatsächlich gebaut wird. (Illustration: Architektin Helga Meinel)

Probleme mit Förderung für Turnhalle in Kammer

Traunstein – Die Grundschule in Kammer ist fast fertig saniert, als nächste Maßnahme sollte nun der Neubau der Turnhalle in Kammer folgen. Doch es könnte Probleme geben, wie sich in der jüngsten Sitzung des Traunsteiner Stadtrats herausstellte. Denn ohne Förderung müsste die Stadt die Kosten von rund fünf Millionen Euro komplett alleine tragen. 


Richard Hagenauer, der Leiter des Fachbereichs »Bauen und Wohnen« in der Stadt, stellte zunächst die Planungen für den Neubau der Sporthalle in Kammer vor. »Wir haben viele gute Gespräche geführt mit Blau-Weiß-Kammer, mit der DJK Kammer und dem Dorfentwicklungsverein«, betonte er. Aus diesen Treffen hätten sich auch einige Änderungen und Ergänzungen ergeben. Für die Vereine sei nun ein zusätzlicher Raum eingeplant worden, in dem sie ihre Geräte lagern könnten.

»Eine wichtige Ergänzung«, so Hagenauer, sei, dass die Halle nun auch geteilt werden könne. »Mit einem Vorhang. So können auch zwei Gruppen sporteln.« Des Weiteren werde es eine kleine Küche geben – »für die Verpflegung bei Veranstaltungen«, wie Richard Hagenauer sagte.

Die Sporthalle in Kammer ist einerseits für den Schulsport gedacht, anderseits auch für den Vereinssport. Die ersten Schätzungen der Kosten seien bei 4,2 Millionen Euro gelegen, aufgrund der Änderungen »gibt es eine Erhöhung um etwa 600 000 Euro zur Vorplanung«, sagte der Fachbereichsleiter.

Patrick Nepper (Grüne) kritisierte, dass er die Pläne für die neue Turnhalle nun zum ersten Mal sehe. Für eine »Meinungsbildung« wäre es aber wichtig, sich darauf vorbereiten zu können. Konkret sprach er die Gehwegsituation an. »Ich sehe auf dem Plan Autos, aber ich sehe keine Gehwege.« Nepper sah »keine sichere Fläche für Kinder«.

Richard Hagenauer betonte, dass sich im Vergleich zu jetzt hier nichts ändere.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Stadler – er ist selbst aus Kammer – dankte der Arbeitsgruppe für die Mühe, die sie sich in der Sache gemacht habe.

Ernst Haider (UW) fragte nach der Förderung für den Neubau der Turnhalle. »Was ist hier Stand der Dinge?«, wollte er wissen.

Kämmerer Reinhold Dendorfer schilderte auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts die Problematik. »Bisher verweigert die Regierung von Oberbayern der Stadt Traunstein die sogenannte schulaufsichtliche Genehmigung für den Bau der Turnhalle – und ohne diese Genehmigung erhält die Stadt Traunstein auch keine Fördermittel.« Die Regierung argumentiere, dass die Schüler der Grundschule Kammer, die Teil der Ludwig-Thoma-Grundschule sind, in Traunstein ausreichend Möglichkeiten zum Schulsport hätten. »Dies sieht die Stadtverwaltung gänzlich anders, sowohl wegen des Zeitverlusts für Fahrten von Kammer nach Traunstein und zurück als auch wegen des Belegungsplans der Halle, der wenig Spielraum lässt«, betonte Dendorfer. Die Stadt Traunstein sei deshalb im Gespräch mit der Regierung von Oberbayern.

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Grüne) sagte in der Sitzung, dass der Stadtrat eine schwierige Entscheidung zu treffen hätte – »sollte es nicht klappen mit der Förderung«.

Dritter Bürgermeister Sepp Kaiser (UW) fragte, ob es dann überhaupt Sinn mache, in dieser Sitzung abzustimmen. »Denn eine Turnhalle ohne Förderung werden wir uns nicht leisten können und wollen«, so Kaiser. Kämmerer Reinhold Dendorfer betonte, dass man für den Förderantrag die Leistungsstufe III benötige. »Jetzt sind wir erst bei Leistungsstufe II«, sagte er. Deshalb sei eine Abstimmung wichtig.

Ernst Haider (UW) war es wichtig zu betonen, dass man nicht über diese für den Förderantrag wichtige Leistungsphase hinaus gehe. »Nicht, dass es dann doch nichts wird und wir hier viel Geld ausgeben«, sagte er.

Einhellig stimmte der Traunsteiner Stadtrat der Entwurfsplanung und der Kostenberechnung für den Neubau der Sporthalle in Kammer zu. Beabsichtigt sei, so der Leiter des Fachbereichs »Bauen und Wohnen«, Richard Hagenauer, die gesamte Schulanlage – also neben der Sporthalle auch die Grundschule und den Kindergarten mit Hort – mit Nahwärme zu versorgen. »Die Verhandlungen hierzu laufen«, sagte er. Bislang werde mit Öl geheizt.

KR

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