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Podiumsdiskussion mit OB-Kandidaten: Parkplätze und Verkehr waren Reizthemen

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Traunstein – Die Wahl rückt näher. Das war bei der Podiumsdiskussion des Traunsteiner Tagblatts in der Klosterkirche deutlich zu spüren.


Während sich der amtierende Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) und seine Herausforderer Dr. Christian Hümmer (CSU/UW), Burgi Mörtl-Körner (Grüne) und Simon Steiner (Traunsteiner Liste) beim Thema »Senioren« ziemlich einig waren, gab es bei »Verkehr und Parkplätze« unterschiedliche Ansätze. Bei den Themen »Wirtschaft« und »Schulden und Investitionen« wurde rege diskutiert – auch mit Seitenhieben auf den politischen Gegner. Lockerer und entspannter wurde die Stimmung nach einer Pause in der folgenden Fragerunde.

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Großer Themenkomplex: Verkehr und Parkplätze

Der Parkdruck in der Stadt sei enorm, betonte Dr. Christian Hümmer. Er sprach sich für das geplante Parkhaus am Klosterberg aus, das Irmengard Singer bauen möchte. »Beim Karl-Theodor-Parkplatz bin ich vorsichtig«, sagte er in Bezug auf die Pläne einer Tiefgarage. »Solange nicht klar ist, was oben drauf entstehen soll, macht das wenig Sinn.« Außerdem habe er Angst, dass dieses Projekt aus dem Ruder laufen könnte. »Dann passiert nämlich genau das, was mit der Klosterkirche passiert ist – stetig steigende Kosten.«

Ähnlich sah das Simon Steiner. Eine Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz werde finanziell gesehen »das gleiche Desaster« wie die Klosterkirche. »Oder sogar noch schlimmer.« Es gebe genug Parkmöglichkeiten am Festplatz – und die Rathaustiefgarage sei auch fast immer frei, sagte Steiner. Er würde sich zwei Busse wünschen, die alle halbe Stunde eine Runde vom Bahnhof durch die Stadt zum Festplatz fahren. »Oder auch ein Shuttle-Bus-System vom Festplatz.«

Kandidaten diskutierten über Verkehr und Parkplätze – im Video:

Ein solches wünscht sich Burgi Mörtl-Körner. »Wir müssen unsere vorhandenen Parkplätze besser ausnutzen und ein integriertes Parkleitsystem einführen«, betonte sie. Sie ging unter anderem auf die Tiefgarage am Bahnhof ein, in der oft Plätze frei seien. »Und auch mit dem neuen Campus wird eine große Tiefgarage am Bahnhof entstehen.« Für die Innenstadt schlug sie Tempo-30-Zonen vor, »wo Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer gleichberechtigt sind.«

Wenn in der Innenstadt Parkplätze wegfallen – etwa für Radfahrer –, »dann muss Ersatz geschaffen werden«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. Er sprach sich klar für eine Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz aus. »Die Frage ist doch: wie bekommen wir den Autoverkehr aus der Stadt raus und schaffen mehr Lebensqualität?« Der Karl-Theodor-Platz sei aufgrund seiner Nähe zur Innenstadt ideal. Wer letztlich eine Tiefgarage baue  – also die Stadt selbst oder ein Investor – »ist noch völlig offen.«

Thema Verkehr in der Fragerunde

Eine ganze Reihe von Fragen aus dem Publikum sowie der Leser des Traunsteiner Tagblatts beantworteten die vier OB-Kandidaten nach der offiziellen Fragerunde. Vor allem der Abriss des Parkhauses an der Scheibenstraße beschäftigt die Traunsteiner nach wie vor.

Gertraud Kallsperger wollte wissen, warum der Abriss des Parkhauses beschlossen wurde, obwohl sich 350 Bürger für den Erhalt aussprachen. Eine ähnliche Frage kam auch von Korbinian Fernsebner. Wie Mörtl-Körner sagte, sei sie »keine Fachfrau im Betonbau.« Wenn ein Institut sagen würde, dass eine Renovierung nur schwer möglich sei, müsse sie das glauben.

Die gleiche Frage zog auch Dr. Christian Hümmer. Er holte etwas weiter aus und ging auf den Stadtratsbeschluss 2018 ein, dass das Parkhaus noch solange weiterbetrieben werde, bis es nicht mehr standsicher sei, und sich die Verwaltung gleichzeitig Gedanken machen müsse, wie eine weitere Nutzung möglich sei. »Dieser Beschluss wurde jedoch nicht vollzogen.« Oberste Maßgabe sei es nun, schnellstmöglich Ersatzparkplätze für die untere Stadt zu schaffen.

Laut Oberbürgermeister Christian Kegel war man regelmäßig im Parkhaus und habe es überprüft. Probleme habe es vor allem aufgrund der offenen Bauweise gegeben, so sei Tausalz in das Gebäude eingedrungen. Ein Abriss nach 23 Jahren sei nicht angenehm, »aber es gibt keine Alternative. Das ist bitter, aber es ist so.«

Eine andere Meinung vertrat Simon Steiner. Er habe von Anfang an nicht verstehen können, wie ein Parkhaus so schnell kaputt gehen könne. Er hätte eine Firma beauftragt – in Traunstein und Übersee würde es derartige geben – und ein Gutachten erstellen lassen, was eine Sanierung kosten würde. Würde man von einer Million Euro ausgehen, wären die Kosten laut Steiner in zehn Jahren wieder drin gewesen.

Zum vollständigen Bericht über die Fragerunde: Von Parkhausabriss bis Wohnraum

Live-Video vom Freitag:

Weitere Themenkomplexe folgen...

In den kommenden Tagen werden wir auf die weiteren Themenkomplexe der Podiumsdiskussion eingehen – wieder mit einem Video-Mitschnitt sowie den wichtigsten Diskussionsansätzen der Kandidaten.

Dazu zählen:

  • Wohnungen und Baugebiete – Im Fokus: Familien und Kinder
  • Wirtschaft und Arbeit – Im Fokus: Betriebe und Geschäfte
  • Investitionen und Schulden – Im Fokus: Ausgaben der Stadt
  • Senioren in der Stadt

KR/red

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