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Planungen für PV-Anlage auf dem Rathaus nehmen Gestalt an

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Traunstein: Planungen für PV-Anlage auf Rathaus nehmen Gestalt an
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Auf dem Rathausdach will die Stadt eine Photovoltaik-Anlage errichten und Strom für den Eigenbedarf gewinnen. (Foto: Pültz)

Traunstein – Schritt für Schritt treibt die Stadt die Planungen für eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) auf dem Dach des Rathauses voran. »Wir sind auf einem sehr guten Weg«, sagte Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) im Stadtrat. Mit der PV-Anlage will die Stadt zur Deckung des Strombedarfs im Rathaus beitragen.


Auf Antrag der Traunsteiner Liste (TL) hatte der Ausschuss für Planung, Bau und Digitalisierung die Verwaltung im Juli einstimmig beauftragt, ein Konzept für die Stromgewinnung auf dem Rathausdach auszuarbeiten. Außerdem erfolgte der Aufruf, alle Gebäude zu untersuchen und zu klären, ob die Stadt da oder dort möglicherweise auch noch weitere Photovoltaik-Anlagen bauen kann. Die einzelnen Schritte, die die Verwaltung seitdem unternahm, erläuterte Gabriele Schuhböck, die Leiterin des Sachgebiets Grundstücks- und Gebäudemanagement, in der jüngsten Stadtratssitzung.

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Nach der Beauftragung durch den Ausschuss stellte der Fachbereich Planen und Bauen fest, dass eine PV-Anlage auf dem nach Süden ausgerichteten Dach über dem Rathausneubau grundsätzlich realisierbar sei. Der Bereich oberhalb des Schrägaufzugs und des Treppenaufgangs zum Brunnenhof müsse voraussichtlich ausgespart werden. Ferner sei der restliche Bereich auf der obersten Gartenterrasse für die Öffentlichkeit dauerhaft zu sperren.

Um die möglichen Varianten einer Errichtung erfassen und möglicherweise auftretende Probleme verschiedener Art bereits im Vorfeld erkennen zu können, habe die Verwaltung – so die weiteren Mitteilungen – ein Angebot für eine Machbarkeitsstudie und eine Berechnung der Rentabilität beim Ingenieurbüro Silberbauer eingeholt. Das Büro habe bereits die Elektroinstallation im Neubau des Rathauses begleitet, kenne die Gegebenheiten vor Ort und habe Zugriff auf alle Detailpläne. Der Auftrag sei dann im September an das Büro gegangen. Das Ergebnis der Untersuchung werde Ende Oktober oder Anfang November erwartet.

Parallel habe das Sachgebiet Grundstücks- und Gebäudeverwaltung im Rathaus Kontakt zu einer leistungsfähigen Solarfirma aufgenommen. Dieser Betrieb konzentriere sich seit fast zwei Jahrzehnten auf erneuerbare Energien – und damit unter anderem auch auf den Bau von Photovoltaik-Anlagen mit Stromspeicher. Von ihr erwarte die Verwaltung im Rathaus praktische Hinweise für die Projektierung und Abwicklung des Vorhabens auf dem Rathausdach.

Simon Steiner (Traunsteiner Liste) kritisierte, dass die Verwaltung im Rathaus die Planung nicht selbst voll und ganz vorgenommen, sondern ein Ingenieurbüro eingeschaltet habe. »Eine PV-Anlage mit Speicherwerk zu planen und zu errichten ist kein Hexenwerk«, betonte er. Weil sich die Verwaltung an einen Außenstehenden gewandt habe, ergebe sich eine »ziemliche Zeitverzögerung«. Und außerdem müsse die Stadt Einbußen in der Wirtschaftlichkeit des Projekts hinnehmen, wenn sie nun die Dienste eines Ingenieurbüros bezahlen müsse. »Ich denke, wir hätten das mit unseren Fachleuten machen können«, so Steiner.

Schuhböck entgegnete ihm, dass die Stadt ein öffentlicher Auftraggeber sei – und dass sie eine öffentliche Ausschreibung machen müsse. Die geplante Anlage erfordere zahlreiche und eingehende Vorarbeiten. Schließlich sei sie, auch und gerade bedingt durch ihre Größe, längst nicht so einfach und leicht zu errichten wie eine auf einem privaten Hausdach. So müsse etwa auch ein großes Gerüst aufgestellt werden, um die vielen Module auf das hoch gelegene Dach bringen zu können.

Gefragt von Wilfried Schott (Bündnis 90/Die Grünen) sagte Schuhböck, dass die Stadt die PV-Anlage wohl auf einer Fläche von – grob geschätzt – rund 300 Quadratmetern errichten könne. So laute eine erste vage Zielvorstellung, die die Verwaltung im Rathaus entwickelt habe.

Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) freute sich, dass in der Planung auch ein Stromspeicher vorgesehen sei. Sachgebietsleiterin Schuhböck meinte, dass heutzutage jede Photovoltaik-Anlage, die Strom für den Eigenbedarf gewinnt, mit einem Speicher ausgestattet werde.

Denis Holl (SPD/Die Linke) wollte wissen, wann die Anlage ihren Betrieb aufnehmen werde. Gabriele Schuhböck meinte, dass das Ingenieurbüro in einigen Wochen Ergebnisse liefere – und auf dieser Grundlage werde man dann einen Zeitplan für die Verwirklichung des Projekts auf die Beine stellen.

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