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Eine Nord-Süd-Achse vom Finanzamt zum Landratsamt für Blinde und Sehbehinderte schafft die Stadt Traunstein. Die Route führt unter anderem an einer Ampel (auf unserem Bild) über die Ludwigstraße. (Foto: Pültz)

Planung für die Nord-Süd-Achse ist fertig

Traunstein – Für eine Nord-Süd-Achse für Blinde und Sehbehinderte in Traunstein hat die Stadt nun die Planung zu Ende geführt. Einstimmig hat der Stadtrat den Entwurf gebilligt, den die Verwaltung im Rathaus vorgelegt hat. Die Planung wird nun, so wie festgezurrt, umgesetzt. Das Ingenieurbüro SAK in Traunstein hat den Auftrag erhalten, die weiteren Schritte zu unternehmen. 


Die Stadt beabsichtigt schon seit geraumer Zeit, eine barrierefreie Verbindung vom Finanzamt zum Landratsamt zu schaffen. Die Route führt von der Herzog-Otto- über die Ludwigstraße in den Stadtpark. Am Kulturzentrum geht's vorbei, dann über die Bahnhofstraße, an der Pinerolostraße entlang und über die Wesselinger Straße. Den Vorentwurf hatte der Stadtrat Ende Juli gebilligt.

Sachbearbeiterin Regine Enenkel erläuterte, dass die Verwaltung im Rathaus die Planung dann auf dieser Grundlage weiter vorangetrieben habe. In anhaltender Abstimmung mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund habe sie schließlich einen Entwurf für die Nord-Süd-Achse erstellt. An Ergänzungen beziehungsweise Veränderungen gegenüber dem Vorentwurf habe sich unter anderem nun eine durchgehende Führung mit Bodenindikatoren vor der Bäckerei an der Einmündung der Herzog-Otto- in die Ludwigstraße ergeben. Ein Pkw-Stellplatz am südlichen Ende der Pinerolostraße entfalle jetzt. Und das Tempo der Autofahrer in einem Abschnitt der Wesselinger Straße werde auf 30 km/h begrenzt, um den Blinden und Sehbehinderten eine sichere Querung ohne Ampel zu ermöglichen.

Die Kosten schätzt die Stadt nach Angaben von Enenkel auf 215.000 bis 270.000 Euro. Der Betrag könne jedoch auch noch um 20 bis 25 Prozent höher ausfallen. Die Preise auf dem Markt seien schwer einzuschätzen. Ein Großteil der Kosten sei, so die Sachbearbeiterin im Rathaus weiter, förderfähig.

Karl Schulz (CSU) betonte, dass die Stadt Traunstein stolz darauf sein könne, in Sachen Schaffung von Barrierefreiheit ein Vorbild zu geben. Die Nord-Süd-Achse ende genau genommen im Park am Wochinger Spitz. »Es ist noch viel zu tun«, sagte Schulz. Vor allem aber in den Köpfen müsse sich noch einiges ändern, bis schließlich jeder soweit ist, alle als im Straßenverkehr gleichberechtigt zu betrachten.

Dr. Patrick Nepper (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte das Vorhaben »von ganzem Herzen«. Weiteren Aufschluss wollte er bekommen, wie's denn mit der Freischankfläche an der Ludwigstraße 17 weitergehe. Enenkel führte aus, dass die Nord-Süd-Achse über die bisherige Freischankfläche geführt werden müsse. »Wir haben alle Varianten geprüft«, so die Sachbearbeiterin im Rathaus. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) ergänzte, dass keine Differenzen zwischen der Gastronomie und der Verwaltung aufgekommen seien. Alles sei in bestem, gegenseitigem Einvernehmen geplant worden. Gegeben sei der »Idealfall«, dass unterschiedliche Interessen in eine Win-win-Situation münden.

Simon Schreiber (CSU) fragte, warum die Querung von der Herzog-Otto- über die Ludwigstraße an der westlichen und damit nicht an der östlichen Ampel erfolgt. Enenkel erwiderte, dass eine Darstellung des Übergangs an der östlichen Ampel einen erheblichen Mehraufwand gebracht hätte – also wesentlich teurer gewesen wäre.

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