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Planung für Campus St. Michael stößt bei Traunsteinern auf Zustimmung

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Traunstein: Planung für Campus St. Michael stößt bei Bürgern auf Zustimmung
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Die Planungen für den Campus St. Michael erläuterten die beiden Campusmanagerinnen Johanna Nimmervoll (links) und Dr. Rebecca Rogers-Fuchs (rechts) sowie das Team der Architekten. (Foto: Pültz)

Traunstein – Auf Zustimmung in den Reihen der Bürger und Politiker stoßen die Pläne der Stiftung Erzbischöfliches Studienseminar St. Michael, auf ihrem Gelände an der Vonficht- und Kardinal-Faulhaber-Straße einen großen und vielfältigen Bildungscampus zu schaffen.


Nachdem die Stiftung Pressevertreter in Kenntnis gesetzt hatte, erläuterte sie die Planung Bürgern und Politikern. Und mit seinem Vorhaben kam der Bauherr gut an: In der Veranstaltung im Theatersaal im Studienseminar zeigten sich die Gäste interessiert und stellten viele Fragen.

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Die Stiftung als Bauherr und die Erzdiözese als Geldgeber wollen das Studienseminar in den nächsten Jahren Schritt für Schritt zu einer innovativen, christlichen Bildungseinrichtung mit Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien weiterentwickeln. Insbesondere beabsichtigen sie, ein neues zentrales Gebäude, ein »Forum«, in Lehmbauweise, einen Neubau für den Kindergarten St. Oswald und ein neues Gebäude für das Studienseminar zu errichten. Die Ausgaben bewegen sich gemäß Schätzungen in einer Größenordnung von insgesamt 45,7 Millionen Euro.

Wolfgang Dinglreiter, der Stiftungsdirektor und Leiter des Studienseminars, betonte, die Bürger auf dem Weg zur Ausgestaltung des Campus' St. Michael mitnehmen zu wollen. »Unser Anliegen ist es nicht, einfach irgendetwas hinzustellen, vielmehr wollen wir transparent vorgehen.« Ein halbes Jahr nach einer ersten Infoveranstaltung folge jetzt eine zweite. Die Vorplanung sei nun fertig.

Nach der Vorstellung der Pläne erhielten die Gäste die Möglichkeit, sich zu Wort zu melden. Ursula Lay, die Vorsitzende des Katholischen Kreisbildungswerks Traunstein und Stadträtin der Unabhängigen Wähler, brach eine Lanze für die Inklusion und fragte, ob die Barrierefreiheit auf dem Campus und seinen Gebäuden gewährleistet sei. Anna Heringer aus Laufen – sie ist eine der Architekten, die mit im Boot sitzen – erläuterte, dass insbesondere das Forum aus Lehm, dessen Planung sie ausgearbeitet hat, ebenerdig angelegt werde. Barrierefreiheit in diesem Gebäude herzustellen sei damit nicht so schwierig.

Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl zeigte sich, wie sie sagt, »schwer beeindruckt«. Sengl: »Das Konzept ist sagenhaft, toll.« Wissen wollte sie, wann die neuen Gebäude fertig und einzelne Angebote unterbreitet werden. Den Zeitplan erläuterte Projektsteuerer Jochen Weber vom Büro Hitzler Ingenieure in München: Als erstes Gebäude entstehe der Kindergarten. Angestrebt werde ein Baubeginn im Frühjahr 2020.

Einige Monate später falle dann der Startschuss für das zweite und das dritte neue Gebäude auf dem Campus: für das Seminargebäude und das Forum. Im Sommer 2021 sei dann die Fertigstellung des Kindergartens geplant – womit dann die Einrichtung zum Start ins Jahr 2021/2022 umziehen und an neuer Stelle ihren Betrieb fortführen könne. 2022 werde dann im Frühjahr das Seminargebäude fertig und im Sommer das Forum. Mit und nach der Gestaltung der Außenanlagen erfolge in einem letzten Akt der umfangreichen Baumaßnahmen die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus. Wenn alles wie gewünscht klappt, gehen die Arbeiten auf der Großbaustelle laut dem Projektsteuerer im vierten Quartal 2023 zu Ende.

Gefragt nach den Parkplätzen erläuterte Dinglreiter, dass unter dem Seminargebäude eine Tiefgarage mit 52 Stellplätzen für die Mitarbeiter geplant sei. Zusätzlich werden im Eingangsbereich an der Vonfichtstraße auf dem Campus zusätzlich 40 oberirdische Stellplätze angelegt – auch und gerade für die Besucher der Veranstaltungen des Kreisbildungswerks.

Grünen-Stadträtin Burgi Mörtl-Körner fragte, ob denn im Lehmbau eine Be- und Entlüftung wie auch ein Speicher für den Strom, der über die künftig auf den Gebäuden angesiedelten Photovoltaikanlagen gewonnen wird, geplant seien. Andreas Lackenbauer aus Traunstein sagte, dass im Forum Raumbereiche gegeben sein werden, die man belüften muss. Und er erwartet, wie er weiter ausführte, dass der Strom gespeichert wird.

Gefragt nach den Plänen für den Altbau erläuterte Dinglreiter die Zielsetzungen, die mit den Sanierungen verbunden sind. Neue Nutzungen seien vorgesehen: Im Erdgeschoß sei die Einrichtung von Werkstätten geplant, im ersten Obergeschoß Räume für die Fortbildung. Und darüber seien verschiedene Nutzungen angedacht – etwa auch die Schaffung von Wohnraum. Eine Anfrage, die in diese Richtung gehe, habe das Klinikum gestellt.

Aus den Reihen der Bürger kam der Wunsch, dass im Umfeld vom Campus St. Michael keine weiteren Parkplätze verloren gehen. So sagte Werner Freitsmiedl: »Wir haben jetzt schon das Problem, dass Parkplätze fehlen.« Wolfgang Rieger wollte wissen, wie viele Plätze denn der Kindergarten St. Oswald nach seinem Einzug in den Neubau anbieten werde und ob das Dach begrünt wird: Statt drei Gruppen mit 75 Kindern wird die Einrichtung dann über vier mit 100 Plätzen verfügen – und das Dach wird grün.

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