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Pater Gabriel Budau schnappte sich seine Gitarre und gab ein sehr stimmungs- und klangvolles Dank- und Abschiedslied zum Besten. (Foto: M. Müller)

Pfarrverband Heiliger Franz von Assisi verabschiedete offiziell seinen Leiter und Pfarrer Pater Gabriel Budau

Vachendorf – Auch wenn der Abschied von Pater Gabriel Budau aus dem Pfarrverband Heiliger Franz von Assisi Bergen-Erlstätt-Grabenstätt-Vachendorf schon seit einiger Zeit feststeht, fällt er den Gläubigen nach wie vor schwer. Dies zeigte sich auch bei dessen offizieller Verabschiedung in der gut gefüllten Vachendorfer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.


Elf Jahre hatte Gabriel hier seelsorgerisch gewirkt und viele Spuren hinterlassen, zunächst als Kaplan, später als Pfarrer und seit 2017 in der Nachfolge von Pater Augustin Butacu als Leiter des Grabenstätter Pfarrverbands. Von da an leitete er zwei Pfarrverbände in Personalunion, denn 2016 hatte er bereits die Leitung des Pfarrverbands Chieming-Hart-Ising-Nußdorf übernommen. Auf Wunsch des Ordensprovinzials der Franziskaner-Minoriten und des Erzbistums wird er nun zum 1. Oktober die Stelle als Pfarradministrator im Pfarrverband Haar bei München antreten, wo der Orden eine neue Niederlassung gründet. Unterstützt wird der 41-jährige, gebürtige Rumäne dort von seinen Mitbrüdern Pater Mihai Hortolomei und Pater Dan Vatamanelu, die auch nach Haar ziehen.

»Diese elf Jahre haben mir persönlich sehr viel gebracht, mich zu entwickeln und haben mich bereichert«, so Pater Gabriel zu Beginn des Gottesdiensts, den er an der Seite seiner Mitbrüder Pater Vasile Dior, Pater Andrei Mirt, Pater Ioan Lupu und Pater Adrian Cobzaru sowie Gemeindereferentin Barbara Burghartswieser zelebrierte. Er dankte Gott und allen »Freunden Gottes«, seinem Pastoralteam, den haupt- und ehrenamtlichen Mitar-beitern im Pfarrverband und in den vier Pfarreien sowie allen Gläubigen, die ihn in all den Jahren begleitet haben. »Wir bauen alle an dieser Kirche, doch das Fundament haben wir nicht selbst gebaut, sondern Gott und Jesus Christus«, predigte Gabriel. Den Glauben könne man nicht machen, aber man könne Mut und Freude auf Gott und den Glauben machen. Dann entfalte dieser seine Kraft von ganz allein.

Menschen im Glauben zusammenzubringen ist dem sympathischen Pater mit seiner fröhlichen, aufgeschlossenen Art und seiner unkonventionellen, lebendigen Gottesdienstgestaltung stets gelungen. Da passte es ins Bild, dass er sich seine Gitarre schnappte und den umgetexteten Ohrwurm einer bekannten deutschen Rockband zum Besten gab. »An Tagen wie diesen sag ich Gott für alles Dank... Und mit euch gemeinsam wünsch ich mir Unendlichkeit. Kein Ende in Sicht«, so der Refrain.

»Uns unterstützt, wenn dies nötig war«

»Du warst da, wenn wir dich brauchten, du hast dich herausgehalten, wenn wir dies so wollten, du hast uns unterstützt, wenn es nötig war, du hast uns nicht bewertet, sondern jeden in seiner Einzigartigkeit angenommen«, bedankte sich die Verwaltungsleiterin des Pfarrverbands, Ursula Rosenegger. Da Pater Gabriel, der vor elf Jahren aus Köln nach Bergen gekommen war, mit seinen Mitbrüdern immer gerne Grillabende gemacht hat und dies sicherlich auch in Haar tun wird, schenkte ihm der Pfarrverband einen großen Grill. Die vier Kirchenpfleger schoben diesen zum Altar, wo Gabriel mit einem breiten Lächeln wartete.

Im Namen seiner Amtskollegen aus Bergen und Grabenstätt bedankte sich Vachendorfs Bürgermeister Rainer Schroll bei Pater Gabriel. »Du warst stets ein außergewöhnlicher Pfarrer mit vielen kreativen Ideen, du warst immer für unsere Bürgerinnen und Bürger da, hast zugehört, Mut gemacht und getröstet«, lobte Schroll und erinnerte daran, dass Gabriel die Kinder und die Vereine immer besonders am Herzen gelegen haben. »Als du zu uns kamst, kam ein Geistlicher aus Rumänien und nun geht ein Freund«, stellte der Bürgermeister fest und wünschte Gabriel viel Erfolg und Gottes Segen für seinen weiteren Lebensweg. Der Vorsitzende des Bergener Pfarrgemeinderats und Pfarrverbandsratsvorsitzende Daniel Gallinger würdigte Gabriels Gabe, Menschen zu begeistern und lobte auch dessen Mut. Von den Pfarrgemeinderäten der vier Pfarreien bekam Gabriel ein klangvolles Lied geschenkt.

Auch der evangelische Pfarrer Rudolf Scheller und die Ministranten bedankten sich herzlich. Pater Vasile Dior, der die Leitung der Pfarrverbände Grabenstätt und Chieming Mitte Oktober von Gabriel übernehmen wird, blickte in sehr persönlichen Worten auf die gemeinsame Zeit zurück, die sehr prägend und bereichernd gewesen sei. Abschließend fügte er an: »Wenn du Heimweh hast, mach dich auf den Weg zu uns, unsere Türen sind immer offen für dich.« Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von den drei Kirchenchören aus Grabenstätt, Vachendorf und Erlstätt unter der Leitung von Martin Lex. Heribert Pieper spielte die Orgel.

mmü

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