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Parkplätze an der Vonfichtstraße bleiben erhalten

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Da die Bauarbeiten an der Vonfichtstraße derzeit noch voll im Gange sind, beantragten die Verantwortlichen des Studienseminars, die elf Parkplätze entlang der Mauer (rechts) aufzulösen. Das lehnte der Ausschuss jedoch ab. Dem Vorschlag, einen barrierefreien Übergang zu schaffen, stimmte das Gremium jedoch zu. Am heutigen Dienstag befasst sich der Finanzausschuss mit dem Thema. Das letzte Wort hat aber der Stadtrat. (Foto: Hohler)

Traunstein – Im Zuge des derzeitigen Ausbaus der Vonfichtstraße stimmte der Planungsausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung für den Erhalt der elf Parkplätze im oberen Bereich entlang der Mauer des Studienseminars.


Außerdem stimmte das Gremium für die Schaffung eines Fußgängerüberwegs etwa auf Höhe des Eingangs zum Studienseminar. Am heutigen Dienstag entscheidet der Finanzausschuss darüber. Das letzte Wort hat aber der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag.

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Anfang Mai hatten die Verantwortlichen des Studienseminars beantragt, die Parkplätze an der Mauer zugunsten eines Geh- oder Radwegs mit 1,5 Meter Breite aufzugeben, sodass die Straße 550 Meter breit werden könnte. Der Geh- oder Radweg könnte im Winter auch zum Ablagern von Schnee genutzt werden, hieß es.

Begründet wurde dieser Antrag mit der Befürchtung von Staus wegen der zu geringen Straßenbreite für den Begegnungsverkehr von Lastwagen und Autos – nicht jeder traue sich, ganz nah an die Mauer heranzufahren. Wegen oftmals schlampigem Einparken komme es zu einer reduzierten Fahrbahnbreite von 4,5 statt 5 Metern. Wie Stadtplaner Elmar Schwäbisch in der Ausschusssitzung erklärte, habe man derzeit von der Mauer bis zum Grünstreifen auf der anderen Straßenseite gerade mal 9 Meter.

»Derzeit haben wir 2 statt der geforderten 2,50 Meter Gehweg – 5 Meter Straße und 2 Meter Parkplätze.« Dabei sei die Straßenbreite bei reduzierter Geschwindigkeit durchaus ausreichend. Grundlage der Entscheidung für den bestandsorientierten Ausbau waren vor zwei Jahren die vorgesehene Verbreiterung des Gehwegs auf 2,50 und des Parkstreifens auf 2,25 Meter, wie Schwäbisch erklärte. Dazu wäre aber ein Grundstückstausch mit dem Studienseminar und das Versetzen der Mauer erforderlich gewesen.

Der zweite Antrag des Studienseminars war der zur Schaffung eines barrierefreien Übergangs mit taktilen Elementen für Menschen mit Blindenstock und eines Zebrastreifens. Das hätte zwar so gut wie keine finanziellen Auswirkungen, könne aber Bezugsfälle schaffen. Denn grundsätzlich sei ein solcher Übergang ja auch auf Höhe des Mütterzentrums möglich.

Auch Manfred Bulka vom Ordnungsamt zeigte sich »hin und her gerissen. Auf der anderen Straßenseite handle es sich um Privatgrund, auch seien die »Einsatzkriterien« für einen Zebrastreifen nicht gegeben. Eine Bedarfsampel habe sich an anderer Stelle als Fehlplanung erwiesen: »Die Nutzung geht gegen null.«

Dem hielt Oberbürgermeister Christian Kegel entgegen, die Zahl der Fußgänger, die den Übergang nutzen, werde sich steigern. Zudem wäre ein solcher Übergang ein gutes Zeichen für die barrierefreie Stadt Traunstein.

Josef Kaiser (UW) war dagegen, elf Parkplätze ersatzlos zu streichen: »Da gibt es schon jetzt Probleme. Wir sollten mit dem Studienseminar reden, ob die die elf Parkplätze innen nachweisen können.«

Dem hielt dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) entgegen, die Parkplätze würden nicht überwiegend vom Studienseminar genutzt, sondern von Schülern der Berufsschule II – »und dafür ist nicht die Stadt zuständig, denen die Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Das ist eine Landkreis-Schule, dafür ist der Landkreis zuständig.« Die Betreiber des Studienseminars seien zudem selbstverständlich dazu verpflichtet, auch auf ihrem Grundstück Parkplätze zur Verfügung zu stellen.

Sie fand es »nicht so schön«, dass die Mauer immer halb zugeparkt sei und könne sich einen durchgängigen Radweg von der Rupertistraße bis zur Kardinal-Faulhaber-Straße vorstellen. Dass ein Fußgängerüberweg notwendig ist, glaube sie dagegen nicht, »aber ich würd' mich auch nicht dagegen sperren.«

Er würde »sehr gerne die Parkplätze erhalten«, sagte dazu Dr. Christian Hümmer (CSU). »Da ist doch die Zuständigkeit egal. Wenn wir die Parkplätze wegnehmen, verdrängen wir den Verkehr nur in die Anliegerstraßen. Das halte ich nicht für gut.«

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) meinte, »das einzig verlockende wäre wirklich der Radweg.« Ansonsten aber war sie dafür, die Parkplätze zu erhalten, aber aus einem anderen Grund als Dr. Hümmer: »Wenn die Straße breiter wird, dann fahren's auch schneller, das macht das Ganze noch gefährlicher.«

Letztlich lehnte der Ausschuss den Antrag zur Entfernung der Parkplätze mit 3:6 Stimmen ab. Dem Bau des Fußgängerüberwegs aber stimmte er mit 8:1 Stimmen zu. coho