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Parkhaus an der Scheibenstraße ist bald Geschichte

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Begonnen hat die Stadt mit dem Abbruch des Parkhauses an der Scheibenstraße. Eine von ihr beauftragte Firma entfernt die Mauern des Gebäudes Zug um Zug. (Foto: Pültz)

Traunstein – Das Parkhaus an der Scheibenstraße ist bald Geschichte. Die Stadt Traunstein hat mit dem Abriss des rund 25 Jahre alten Gebäudes begonnen. Mit einem Bagger entfernt die von ihr beauftragte Firma Stück um Stück aus den Mauern.


Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Agnes Giesbrecht, die Pressesprecherin im Rathaus, mitgeteilt, dass die Arbeiten »etwa sechs Wochen dauern«. Die Kosten für den Abriss belaufen sich nach ihren Angaben auf rund 180 000 Euro.

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Im Vergleich zu anderen Parkhäusern noch gar nicht so alt ist die Garage, die die Stadt 1996 an der Scheibenstraße gebaut hatte. Auf mehreren Etagen schuf sie insgesamt 176 Stellplätze. Im Laufe der Zeit musste die Stadt dann feststellen, dass das Parkhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Feuerwehr Traunstein nicht den erhofften Zuspruch fand. Viele Bürger, die einen Stellplatz suchten, fuhren vorbei – vor allem auch deswegen, weil die Abstellflächen im Parkhaus eng bemessen waren und das Einparken keine Freude bereitete. Da oft größere bis große Leere herrschte, entschied sich die Stadt alsdann, viele Stellplätze zu vermieten.

Der Zahn der Zeit begann an dem Gebäude zu nagen. Als die Stadt bemerkte, dass die Jahre Spuren hinterlassen, schenkte sie dem Gebäude wachsende Aufmerksamkeit. Kontrollen folgten – Überprüfungen, die schließlich das Aus einleiteten. Im Sommer des letzten Jahres kam die schlechte Nachricht: Die Landesgewerbeanstalt teilte der Stadtverwaltung im Rathaus mit, dass die Standsicherheit des Parkhauses nicht mehr voll und ganz gegeben sei. Um kein Risiko einzugehen, sperrte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) das Gebäude.

Auch weil eine Sanierung sehr viel Geld gekostet hätte, beschloss der Stadtrat, das Parkhaus abzureißen. Weitergehende Überlegungen, was er mit der frei werdenden Fläche einmal unternimmt, stellte er damals – noch – nicht an. Fürs Erste entschied sich das Gremium dafür, an dieser Stelle provisorische Stellplätze zu schaffen. Wie viele wann entstehen, steht nach wie vor noch nicht fest.

Auf dem Dach des Parkhauses hatte eine Photovoltaikanlage fast 20 Jahre lang Strom gewonnen. In einer Gemeinschaftsaktion hatten seinerzeit 56 Bürger in einen Topf eingezahlt und über die GbR Schrag-Schenk die Module montiert. 2001 hatte die Stromgewinnung begonnen. Bis 2021 war die Laufzeit vorgesehen. Doch mit dem Abriss des Parkhauses musste die GbR die einstige Vorzeigeanlage dann vorzeitig vom Netz nehmen.

Die Photovoltaikanlage nahm man in den vergangenen Wochen vom Dach. Sie ging zu einem Freundschaftspreis, wie die GbR wissen ließ, an die Arche in Stendal: an einen Verein mitten in einem sozialen Brennpunkt, der Kinder betreut, die in Armut leben. pü

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