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Online-Weiterbildungen ein großer Erfolg: »Kursteilnehmer sind sehr entspannt«

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Wie andere Bildungsträger bietet auch das Katholische Kreisbildungswerk (KBW) nun vermehrt Veranstaltungen im Internet an: Studienleiter Georg Eisenberger ist mit den Vorlesungen im Senioren-Studiengang »Bayerische Kulturgeschichte« im zum Sendestudio umfunktionierten Seminarraum auf dem Campus St. Michael online gegangen. (Foto: KBW)

Traunstein – Yoga in großer Runde ist nicht mehr möglich, ebenso wenig Qigong und vieles andere. Weil die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie das gemeinsame Üben und Lernen in einem Raum verbieten, bleiben die Teilnehmer von Kursen, die die Bildungsträger in Traunstein veranstalten, zuhause und sitzen nun am Bildschirm.


Bedingt durch das Virus sind die Volkshochschule, das katholische Kreisbildungswerk und andere Einrichtungen gezwungen, ihre Angebote – zumindest teilweise – online zu stellen. Gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt berichteten ihre Vertreter, dass die Kunden viel Verständnis zeigen – und dass kaum einer aussteigt.

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Wie alle anderen Volkshochschulen darf auch die VHS Traunstein derzeit noch einen Großteil ihrer Kurse unter Auflagen in Präsenzform veranstalten. Neben der Maskenpflicht ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Doch Geschäftsleiter Günter Scholz hat auch Corona-bedingte Abstriche im Programm machen müssen. »Zunächst bis Ende November wurden alle Kurse im Gesundheitsbereich einschließlich der Kochkurse ausgesetzt, beziehungsweise abgesagt«, teilt er mit.

Eine Umstellung des gesamten Semesterprogramms mit circa 600 Veranstaltungen von 350 freiberuflichen Lehrkräften in 13 Außenstellen wäre laut Scholz organisatorisch und technisch nicht zu leisten. »Wir haben uns deshalb auf Kurse beschränkt, die auf schulische oder beruflich anerkannte Abschlüsse vorbereiten, vereinzelt bieten wir auch Online-Kurse im Bereich Fremdsprachen und Gesundheitsbildung an.«

Mit ihren Online-Angeboten stößt die VHS Traunstein, wie Scholz die bisher eingelaufenen Rückmeldungen zusammenfasst, auf großes Interesse. Im Falle von Kursen, bei denen vor Beginn schon eine Online-Schulung geplant war, seien die Erfahrungen »sehr gut«. Die Voraussetzungen werden seinen Angaben zufolge im Vorfeld mit den Teilnehmenden abgeklärt. Und vor Unterrichtsbeginn finde ein Testlauf statt. Auffallend sei gewesen, wie er weiter berichtet, dass »wir in unserem kaufmännischen Online-Lernnetz die Teilnehmerzahlen im Herbst verdoppeln konnten«.

»Im Bereich der Allgemeinbildung wird es schon schwieriger«, so Scholz weiter. »Hier ergibt sich ein differenziertes Bild.« Das Bildungsangebot der VHS lebe neben der Vermittlung von Inhalten auch sehr stark von der Begegnung. Viele Kurse existieren laut Scholz seit Jahren mit immer wiederkehrenden Teilnehmergruppen, die sich gerne zum gemeinsamen Lernen treffen. »Durch Online-Learning fällt eine für die Teilnehmenden wichtige Komponente weg.«

Online-Angebote sind auch eine Chance

Mit der Umstellung auf Online kommen die Kunden laut dem Geschäftsleiter gut klar. »Unsere Kursteilnehmenden sind da sehr entspannt, Kündigungen bekommen wir derzeit eher von Kunden, die ihre Kontakte reduzieren wollen oder zu einer Risikogruppe zählen und deshalb nicht in den Präsenzunterricht kommen können.«

Scholz betont: »Online-Kurse werden sicherlich in Zukunft eine Ergänzung zum Präsenzkursangebot der Volkshochschule sein, dieses aber nicht ersetzen.« Und er macht aus der Not eine Tugend: Im Online-Angebot sieht er eine Chance für Volkshochschulen, neue Zielgruppen für die VHS-Kurse zu begeistern. »Meine persönliche Wahrnehmung in den Kursen ist, Online ja, wenn es sein muss, ansonsten lieber Präsenzunterricht.«

Wie die VHS darf auch das Kreisbildungswerk unter Einhaltung der Corona-Auflagen Kurse wie gewohntveranstalten. »Wir führen auch jetzt im November Präsenzveranstaltungen durch, stellen aber fest, dass allgemein wegen dem hohen Corona-Inzidenzwert die Nachfrage nach unseren Präsenz-Veranstaltungen geringer ist als üblich«, sagt Geschäftsführer Tobias Trübenbach. »Darauf antworten wir, indem wir nun analog geplante Veranstaltungen verstärkt auf online umstellen.«

Nur sehr wenige Stornierungen

Gerade in diesen Fällen hat das Bildungswerk laut Trübenbach »erfreulicherweise sehr positive Erfahrungen gesammelt«. Bei Veranstaltungen, die ursprünglich analog ausgeschrieben waren und nun digital stattfinden, komme es »nur zu sehr geringen Stornierungen«. Dass die Kunden dem KBW die Treue halten, habe »sicherlich auch damit zu tun, dass wir sowohl die Teilnehmer, als auch Referenten technisch umfassend individuell beraten«.

Gerade die Erwachsenenbildung lebe vom persönlichen, sozialen Kontakt, der in der Präsenzveranstaltung gegeben ist, so Trübenbach. Die digitale Variante sei kein gleichwertiger Ersatz. Zugleich aber gebe es Teilnehmer, die derzeit zu einer Präsenzveranstaltung nicht gekommen wären, digital aber schon dabei sind. »Wir stellen fest, dass viele Teilnehmer zunächst skeptisch sind, dann aber feststellen, dass es digital mit Zoom gut klappt.« Das Zoom sei sehr leicht zu installieren und laufe, technisch betrachtet, sehr stabil.

Außerdem klappe die Moderation auch bei der digitalen Variante gut – und sogar die Arbeit in digitalen Kleingruppen sei möglich. »Gerade Themen, die eher kognitiv ausgerichtet sind, lassen sich gut streamen.« Als Beispiele nennt Trübenbach die Vorlesungen und Diskussionen in den verschiedenen Seniorenstudiengängen.

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