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»Neue Visitenkarte für die Stadt Traunstein«

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Trsunstein: Förderverein zog positive Bilanz zum Projekt Salinenpark
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Die Stadt und die Vereine feierten heuer das Jubiläum »400 Jahre Salzstadt Traunstein« auch mit einem Festzug, der am neu eröffneten Salinenpark vorbeiführte. Zustande kam der Park auf Initiative des Fördervereins Alt-Traunstein. (Foto: Archiv Buthke)

Traunstein – Eine positive Bilanz zum vollendeten Projekt »Salinenpark« in der Au zog Vorsitzender Richard Kraft in der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Alt-Traunstein, der inzwischen 340 Mitglieder hat, im Heimathaus. Daneben hat der Förderverein auch die Sanierung der Grabplatten Traunsteiner Persönlichkeiten an der renovierten, ehemaligen Friedhofskirche St. Georg und Katharina im Stadtpark mit 15.000 Euro unterstützt.


Dem Abschlussbericht des Vorsitzenden zum Salinenpark war zu entnehmen, dass im Herbst 2018 die Außenarbeiten größtenteils fertiggestellt wurden und der Rasen der Blumenwiese eingesät wurde. Entlang der Salinenstraße wurden 5000 Blumenzwiebeln gepflanzt. Ebenso wurde die Hecke am Apothekergarten eingerichtet. Auf den großen Freiflächen wurden zudem Apfelbäume verschiedener Sorten gepflanzt.

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Ferner wurden die Reichenbachsche Wassersäulenmaschine, eine Spende der Firma Infra-Serv im Chemiepark Gendorf, auf die Kellerdecke des Glashauses eingehoben und die Stahlkonstruktion aufgestellt. Die Verglasung konnte vor dem Winter nicht mehr montiert werden, sodass die Reichenbachpumpe vor der Witterung mit Planen geschützt wurde.

Wegen des langen Winters wurde der Boden erst Anfang April mit Marmor ausgelegt und die Pumpe von Otto Huber und Kraft mühsam und zeitaufwendig geputzt. Dann mussten noch die Wasserleitungen und die Pumpen im Keller des Glashauses eingebaut werden. Für einen Hub der Wassersäulenmaschine wurden rund 100 Liter Wasser benötigt, das mit zwei bar Druck und 13 Litern Wasser in der Sekunde den Kolben hinauf drückt. »Eine solche Pumpe ist auf dem Markt nicht zu kaufen, sodass uns die Firma Grundfoß eine Sonderanfertigung gebaut hat«, sagte Kraft.

Am 12. Juli habe der Förderverein Alt-Traunstein den fertiggestellten Salinenpark der Stadt Traunstein mit einer Einweihungsfeier übergeben, so der Vorsitzende. Damit übernimmt die Stadt vertraglich auch die Pflege und den Unterhalt des Salinenparks. Zum Salinenpark gehört auch eine Ausstellung im Erdgeschoß des Ferdinandistocks, in der dank einer großzügigen Spende von Infra-Serv originale Werkzeuge und Gerätschaften gezeigt werden.

Bei der Finanzierung des Projekts »Salinenpark« nannte Kraft bei den Fördermitteln staatlicher Stellen das Landesamt für Denkmalpflege (5000 Euro), den Bezirk Oberbayern (26 600 Euro), die Bayerische Landesstiftung (27 400 Euro), den Landkreis Traunstein (19 350 Euro) und die Stadt Traunstein (19 350 Euro). Außerdem förderten zahlreiche Firmen das Projekt. Die Summe der Mitgliederspenden betrug 6550 Euro. Die Gesamtsumme aus Fördermitteln und Spenden belief sich auf fast 200 000 Euro.

Von der Spende eines nicht genannten Gönners über eine Million Euro blieben dem Förderverein Alt-Traunstein nach Abzug von 600.000 Euro für den Grunderwerb des Salinenparks noch 400 000 Euro, sodass er zusammen mit den Fördermitteln und Spenden über rund 600 000 Euro verfügte. Davon beglich er die Rechnungen für nicht förderfähige Einbauten von etwas mehr als 360 000 Euro.

Schatzmeister Karl-Heinz Zipfer erklärte in seinem Kassenbericht, der Salinenpark habe sich auch in der Vereinskasse niedergeschlagen. Unterm Strich habe sich ein Überschuss von knapp 400 Euro ergeben.

»Der lange Weg zum Salinenpark« lautete der Titel einer Dia-Schau von Otto Huber. Die Mitglieder erfuhren von ihm, dass er bereits 2011 eine Vision für das 400. Jubiläum der Saline und der Soleleitung in Traunstein gehabt habe. Nachdem die Idee eines Museums zu hoch gegriffen gewesen sei, sei der »Plan B« ein Freiluftmuseum vor dem Rupertistadel gewesen. Seine Mitstreiter seien Dietrich von Dobeneck und Richard Kraft gewesen.

Ein kurzer Rückschlag sei der geplante Verkauf des Geländes zum Bau eines Hotels gewesen, der dann abgewendet worden sei. Planungsunterlagen für den Salinenpark habe es noch von der geplanten Landesgartenschau gegeben. Durch einen glücklichen Zufall sei es gelungen, von der Firma Infra-Serv in Gendorf die Wassersäulenmaschine des Brunnhauses Bergham aus dem 19. Jahrhundert zu bekommen.

Ferner ließ der Förderverein die Rekonstruktion einer Solehebemaschine der Baumeister Hans und Simon Reiffenstuel aus dem 17. Jahrhundert anfertigen. Von der Stadt habe der Verein vier Räume im Ferdinandistock zur Verfügung gestellt bekommen, um als Ergänzung zum Freilichtmuseum eine Ausstellung mit salinarischen Gegenständen einrichten können. »Der Förderverein Alt-Traunstein kann stolz darauf sein, was entstanden ist: eine neue Visitenkarte für die Stadt Traunstein«, lautete das Fazit von Otto Huber. Bjr

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