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Symbolisch nahmen Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (rechts) und Planer Anton Mader die neue Reinigungsanlage mit Grobsandfang, Sandwäscher und Feinrechen in Betrieb. (Foto: M. Peter)

Neue Reinigungsanlage eingeweiht – Sand aus der Kläranlage kann wiederverwendet werden

Traunstein – »Eine gut funktionierende Kläranlage ist gelebter Umweltschutz«, sagte Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer bei der Einweihung der neunen Reinigungsanlage in der Kläranlage in Traunstein. In einer Bauzeit von zwölf Monaten wurde die Reinigung des Abwassers von festen Stoffen wie Sand auf eine neue Stufe gehoben. Die Stadt investierte 2,2 Millionen Euro, um die Kläranlage auf den neuen Stand der Technik zu bringen. Bei einer kleinen Einweihungsfeier segneten Pfarrerin Hanna von Schroeders und Dekan Konrad Roider den Sandfang, den Sandwäscher sowie das neue, dazu erforderliche Betriebsgebäude. 


Die Kläranlagen führten in der Öffentlichkeit oft ein Schattendasein, und wenn im Stadtrat über die Kläranlagen diskutiert werde, sei dies meist mit viel Geld verbunden, meinte der Oberbürgermeister. Durch die Baumaßnahme sei eine weitere technische Verbesserung erreicht worden, um Sand besser vom Abwasser trennen zu können. Der miteingetragene Sand sei ein normaler Vorgang, fügte Hümmer an. Der Sand, der durch die neue Filteranlage zusätzlich entnommen werde, könne anschließend wieder genutzt werden. In die Kläranlage wurden laut Hümmer in den Jahren 2020, 2021 und 2022 rund sechs Millionen Euro investiert.

Bei der Einladung zur Segnung des neuen »Feinrechenhauses« dachte er erst, es handle sich dabei um ein historisches Gebäude, so Dekan Roider. Doch es zeigte sich, dass es sich dabei um eine moderne Wasserreinigungsanlage handle. Pfarrerin von Schroeders merkte an, dass es bereits in der Bibel, im zweiten Buch der Könige im Kapitel 2, eine Erzählung zu sauberem Wasser gibt mit den Worten: »Bringt mir her eine neue Schale und tut Salz darein! Dann ging er, Elias, zur Quelle und warf das Salz hinein«. Die Segnung der Anlage sei auch eine Möglichkeit, darauf hinzuweisen, dass sauberes Wasser nicht unbedingt selbstverständlich ist, sagte die Pfarrerin.

Wie Planer Anton Mader vom Ingenieurbüro Dippold & Gerold ausführte, wurde die Baumaßnahme während des laufenden Betriebs durchgeführt. Bisher wurden die losen Steine und der Sand, die mit jedem Liter Abwasser in die Kläranlage geschwemmt wurden, vorher durch die erste mechanische Reinigung, den Grobrechen und den Sandfang, vom Abwasser getrennt. Das Gemisch aus Steinen und organischen Stoffen musste teuer entsorgt werden. Im Jahr fallen rund 140 Tonnen an. Nun landet das Gemisch nach einigen Zwischenstationen im Sandwäscher. Dort werden die organischen Stoffe vom Sand getrennt und die organischen Stoffe daraus im Faulturm zur Gasproduktion genutzt. Der gereinigte Sand könne wieder im Bauhof genutzt werden, fügte Mader an.

Für den Sandwäscher und den Feinrechen wurde ein Gebäude mit einer Fläche von rund 11,6 auf 9,7 Metern errichtet. Es ist 4,7 Meter hoch. Der Grobsandfang besteht aus einem Betonbauwerk von rund zehn auf fünf Metern und ist 3,65 Meter tief. Dort läuft das Wasser langsam und so können sich die Steine absetzen. Jährlich werden circa 4,5 Millionen Kubikmeter Abwasser in der Anlage Traunstein geklärt. Insgesamt ist die Kläranlage für 99 000 Einwohnerwerte ausgebaut und wird neben der Stadt Traunstein von den Gemeinden Siegsdorf, Surberg, Vachendorf und dem Ortsteil Neukirchen der Marktgemeinde Teisendorf genutzt.

MP

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