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Ein Flüchtlingsheim hat das Landratsamt in einem ehemaligen Bürohaus an der Rauschbergstraße in Traunstein eröffnet. (Foto: Pültz)

Neue Flüchtlingsunterkunft in Traunstein öffnet ihre Pforten

Traunstein – Das Landratsamt hat eine neue Flüchtlingsunterkunft in Traunstein in Betrieb genommen: Als untere staatliche Verwaltungsbehörde hat sie das ehemalige Bürogebäude an der Rauschbergstraße 37 angemietet und die Türen im Haus geöffnet. Gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt hat Lothar Wagner, der Geschäftsleiter im Landratsamt, ausgeführt, dass das Quartier vorrangig der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine diene. Die ersten Personen seien in das dezentrale Flüchtlingsheim eingezogen, das bis zu 90 Personen Platz bietet.


Die Unterbringung von Flüchtlingen ist eine staatliche Aufgabe. Und so handelt das Landratsamt Traunstein in diesem Fall nicht als Organ der kommunalen Verwaltung und damit nicht als Behörde, die den Geschäftsbetrieb des Landkreises Traunstein regelt. Vielmehr tritt das Landratsamt in diesem Fall als untere Behörde des Freistaates Bayern auf. Von langer Hand geplant gewesen war die Eröffnung des Flüchtlingsheimes an der Rauschbergstraße, die schließlich vor kurzem erfolgte.

Eigentümer des Gebäudes ist die Traunsteiner Wohnbau GmbH mit Sitz in Pfarrkirchen. Sie hat das Haus von einer Steuerberatungsgesellschaft gekauft, die sich umstrukturiert und aus diesem Grund das Gebäude aufgegeben hat. Die Traunsteiner Wohnbau GmbH beantragte im Rathaus eine neue Nutzung des bisherigen Bürogebäudes als Flüchtlingsunterkunft. Und mit diesem Anliegen stieß sie auf offene Ohren. Die Stadt erteilte der Traunsteiner Wohnbau GmbH eine auf zwei Jahre befristete Genehmigung – und zwar für die Zeit vom 14. Juli 2022 bis zum 31. Juli 2024.

Die GmbH hat das Haus an das Landratsamt Traunstein vermietet, das das Gebäude nun – nach einer Umgestaltung, an der Feuerwehren in der Stadt maßgeblich beteiligt waren – zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzt. Im Mietvertrag sei, wie Lothar Wagner ausführt, eine Belegung mit bis zu 90 Personen vorgesehen. Die tatsächliche Belegung liege jedoch unter dieser Grenze, da bei der Verteilung Familienverbünde, Zimmeraufteilung und Ausstattung genau berücksichtigt würden.

Aufgegangen sind die Türen im neuen Flüchtlingsheim Anfang der vergangenen Woche. So habe die Nutzung des Gebäudes durch das Landratsamt damit begonnen, so der Geschäftsführer, dass fünf Personen aus der Ukraine über die Haustürschwelle getreten seien und dort nun eine Bleibe gefunden hätten.

Der Geschäftsführer im Landratsamt betont, dass das neue Flüchtlingsheim in erster Linie für die Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine gedacht sei. Und er erläutert, dass die Errichtung eine vorausschauende Maßnahme gewesen sei. So stelle man im Landratsamt fest, dass der eine oder andere Privatmann seine Wohnung nun nicht mehr länger vermieten und stattdessen wieder selbst nutzen wolle. Auf diese Fälle wolle sich das Landratsamt vorbereiten und dann in der Lage sein, die Ukrainer, die ausziehen müssen, anderweitig unterzubringen.

In Stein gemeißelt sei die Absicht, das neue Flüchtlingsheim in Traunstein an der Rauschbergstraße ausschließlich zur Unterbringung von Ukrainern zu nutzen, jedoch nicht. So wisse niemand, wie die Lage etwa in einem halben Jahr aussehen werde, sagt Wagner.

Die Dauer des Aufenthalts der Flüchtlinge in der neuen Unterkunft ist nicht pauschal festgelegt. Laut Wagner laufen regelmäßige Überprüfungen und kontinuierliche Anpassungen an aktuelle Erfordernisse. Die Kosten für die Unterbringung trage der Freistaat Bayern.

Das Landratsamt hat die Nachbarschaft laut dem Geschäftsführer mit einem Schreiben, per Post zugestellt, über die Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft informiert. Eine Rückmeldung aus ihrem Kreise sei – bislang zumindest – nicht gekommen.

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