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Neue Blockheizkraftwerke in Betrieb: Kläranlage erzeugt mit Klärgas Strom

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Sie nehmen die neuen Blockheizkraftwerke (im Hintergrund) offiziell in Betrieb (von links): die Bürgermeister Josef Wimmer aus Surberg und Rainer Schroll aus Vachendorf sowie Oberbürgermeister Christian Kegel aus Traunstein. (© Agnes Lamminger/Stadt Traunstein)
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Betriebsleiter Bernhard Schmdit (links) erklärt Oberbürgermeister Christian Kegel das neue Notstromaggregat, das sicher vor Hochwasser aufgestellt wurde. (© Agnes Lamminger/Stadt Traunstein)

Die Große Kreisstadt Traunstein investiert in die Zukunft ihrer Bürger. Nachhaltig zu wirtschaften und dabei die Umwelt zu schützen ist eines der vielen Ziele, die sich die Stadt gesetzt hat. Diesem Gedanken trägt auch die neueste Investition in die Kläranlage Rechnung: Für Kosten von 1,9 Millionen Euro wurden zwei neue Blockheizkraftwerke errichtet, die das entstehende Klärgas nutzen, um Strom zu produzieren. Die Abwärme wird ebenfalls verwendet. Zudem wurde ein neues Notstromaggregat angeschafft, das unabhängig betrieben werden kann und sicher vor Hochwasser platziert ist.

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Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel nahm das neue Kraftwerk am Freitag offiziell in Betrieb – stellvertretend auch für die Gemeinden Teisendorf, Siegsdorf, Surberg und Vachendorf, die ebenfalls an die Kläranlage angeschlossen sind und somit von dieser innovativen Anlage profitieren.

„Wir als Stadt Traunstein investieren seit 2015 und bis 2023 circa 25 Millionen Euro in die Abwasserbeseitigung“, sagte Oberbürgermeister Kegel und veranschaulichte damit den Wert, den eine Kläranlage für eine Kommune und ihre Bürger hat. „Das ist Umweltschutz aller erster Güte.“

Die moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ersetzt das in die Jahre gekommene und nicht mehr effektive bisherige System und besteht aus zwei mit Klärgas betriebenen Gasmotoren. Sie haben eine elektrische Leistung von je 125 kW. Das Notstromaggregat weist eine Leistung von 650 kW auf. Damit die neue Anlage in das bestehende System integriert werden konnte, wurde auch die Niederspannungshauptverteilung erneuert.

Jedes Jahr entstehen in der Kläranlage Traunstein bei der Schlammfaulung 550.000 Kubikmeter Methangas. Damit können nun etwa 1,2 Millionen kWh Strom und circa zwei Millionen kWh Wärme erzeugt werden. Die Kläranlage selbst benötigt pro Jahr etwa 1,75 Millionen kWh Strom, sodass dank des neuen Kraftwerks rund 70 Prozent des eigenen Strombedarfs gedeckt sind. Dank der gleichzeitigen Nutzung von Wärme und Strom weist die Anlage einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent auf.

Die bei der Motorenkühlung anfallende Abwärme wird im Pufferspeicher gesammelt und genutzt, um damit das Gebäude zu heizen und den Faulschlamm zu erwärmen.

Insgesamt werden die Arbeiten etwa neun Monate dauern: Im Mai sollen alle Stationen innerhalb der Kläranlage an das neue System angebunden sein. Das Erzeugen von Energie ist aber mit dem heutigen Tag schon möglich, ebenso ist die Notstromversorgung gesichert. Der verantwortliche und planende Ingenieur Anton Mader vom Büro Dippold und Gerold veranschaulichte, warum eine Kläranlage zwingend autark sein muss: „Wir können den Zulauf des Abwassers nie stoppen, doch bei einem Stromausfall würde die ganze Anlage still stehen.“ Dank des neuen Notstromaggregats sei die Reinigung des Abwassers aber nun gewährleistet.

Die Kosten belaufen sich auf ca. 1,9 Millionen Euro und liegen im Rahmen der angesetzten Planungskosten. Sie werden anteilig unter den angeschlossenen Kommunen aufgeteilt. 

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