weather-image
20°

Neubau der Feuerwehr Hochberg: »Feuerwehrauto nach Traunstein«

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Foto: Friso Gentsch/dpa-Archiv

Traunstein – »Auch wenn ich mir jetzt den Zorn der Hochberger Kameraden zuziehe, ich stimme gegen den Neubau des Feuerwehrhauses am Hochberg«, sagte Ernst Harrecker (CSU) in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. Er schlug stattdessen vor, das bestehende Feuerwehrhaus am Hochberg als Vereinsheim auszubauen und das vorgesehene neue Fahrzeug bei der Feuerwehr in Traunstein unterzustellen.


Der Stadtrat hatte im Dezember beschlossen, die Kosten für das geplante neue Feuerwehrhaus am Hochberg auf 700 000 Euro zu deckeln. Das Architekturbüro Zeller und Romstätter beschloss zusammen mit der Feuerwehrführung, das Raum- und Ausstattungsprogramm auf das Mindestmaß zu reduzieren.

Anzeige

Machbarkeitsstudie wird heute vorgestellt

Hans Romstätter, der die Machbarkeitsstudie am heutigen Donnerstag im Stadtrat vorstellen wird, hatte bereits darauf verwiesen, dass die Kosten für Statik, Brandschutz und Haustechnik bisher noch nicht verlässlich geschätzt werden könnten, da bisher an dem Verfahren noch keine Fachingenieure beteiligt seien.

Im Zuge der Prüfung von etwaigen Zuschüssen hatte der Vertreter der Regierung von Oberbayern zwar angeregt, das öffentliche Gebäude barrierefrei zu bauen – mit Behinderten-WC und Aufzug.

Doch angesichts der Tatsache, dass Schwerbehinderte mit einem Behinderungsgrad von mehr als 50 Prozent grundsätzlich nicht feuerwehrdiensttauglich sind, einigten sich Planer, Feuerwehrführung und Kreisbrandrat, auf den Aufzug zu verzichten, nicht aber auf das behindertengerechte WC. Auch habe man auf einen Keller verzichtet, erklärte Oberbürgermeister Christian Kegel im Finanzausschuss.

Schneller in Traunstein als am Hochberg

»Mir ist das trotzdem alles zu viel«, sagte Harrecker. Angesichts der Tatsache, dass die Feuerwehr Hochberg ja nicht nur für den Hochberg, sondern auch für Bereiche wie Eppenstadt oder Abstreit zuständig sei, sei die Stationierung des Fahrzeugs in Höfen am Hochberg auch wenig sinnvoll. »Der Großteil der Hochberger Feuerwehrler ist doch in Traunstein schneller als am Hochberg«, gab Harrecker zu bedenken. »Und in Traunstein fehlt dann das Geld für das Notwendigste«.

Kegel erinnerte daran, dass der Auslöser des geplanten Neubaus ja das neue Fahrzeug sei, das ins alte Feuerwehrhaus nicht mehr hinein passen werde. Zudem sei das jetzige Feuerwehrhaus in die Jahre gekommen. Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner gab zu bedenken: »Das Argument ist schon richtig, die Feuerwehr Traunstein braucht dringend Erneuerungen am Feuerwehrhaus, wie zum Beispiel die Schließanlage, aber dafür kann ja die Feuerwehr Hochberg nichts.«

Nur Damen-, aber keine Herrendusche geplant?

Auf Nachfrage von Ernst Haider (UW) bestätigte Kegel, dass in den gedeckelten 700 000 Euro die Planungsleistungen noch nicht enthalten seien. Außerdem bemängelte er, dass in den bisherigen Planungen offenbar nur eine Dusche für die Damen, nicht aber eine Dusche für die Herren vorgesehen sei. Diese Frage konnte in der Sitzung niemand letztendlich klären. Sie solle aber in der heutigen Stadtratssitzung bei der Vorstellung des Architekten thematisiert werden.

Am Ende stimmte der Ausschuss dem abgespeckten Modellentwurf der Machbarkeitsstudie bei drei Gegenstimmen zu. Stimmt heute auch der Stadtrat zu, bekommt die Feuerwehr am Hochberg also demnächst neben dem neuen Fahrzeug auch ein neues Feuerwehrgerätehaus in Höfen auf halber Höhe am Hochberg von der Traunsteiner Seite aus gesehen. coho

Mehr aus der Stadt Traunstein