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Naturfreunde Traunstein verkaufen heuer auch ohne Christkindlmarkt –  Brunnenbau in Mali soll weiter gehen

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»Dank der Spenden aus Traunstein konnten im Süden von Mali außerhalb der Konfliktgebiete zusätzliche Brunnen gebaut werden. Unser Foto zeigt den Brunnen Mouroukorobougou. Am heutigen Donnerstag führen die Naturfreunde Traunstein wieder einen Verkauf zugunsten der KAG Malihilfe Traunstein durch. (Foto: LAG Mali)

Traunstein – Weil der Traunsteiner Christkindlmarkt heuer ausfällt und dadurch auch der Verkauf der Naturfreunde Traunstein zugunsten der Kreisarbeitsgemeinschaft (KAG) Malihilfe Traunstein, findet der Verkauf von selbst gemachten Produkten wie Marmeladen, Liköre, Platzerl, Gestricktes, Gehäkeltes, Genähtes und Bastelarbeiten am heutigen Donnerstag ab 14 Uhr vor dem Vereinsheim am Karl-Theodor-Platz 3 statt.


Dafür haben die Organisatorinnen Maria Berger und Sabine Karg sowie ihre Mitstreiterinnen aus scheinbar nutzlosen Abfallprodukten neue Produkte angefertigt, wie zum Beispiel weihnachtliche Plätzchenverpackung aus Milchtüten, Windeltaschen und Kosmetiktäschchen aus Jeans und Röcken, Engel, Mobiles und Kreuze aus Schwemmholz, Engel und Dekobäume aus Stoffresten und vieles mehr.

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»Dank der Spenden aus Traunstein konnten in den Orten Wadjan und Tomba im Süden von Mali außerhalb der Konfliktgebiete zusätzliche Brunnen gebaut werden, sodass die Anbauflächen von jeweils einem halben Hektar intensiv bis in die späte Trockenzeit genutzt werden können«, so der Vorsitzende der KAG Malihilfe Traunstein, Konrad Obermaier. Durch das Wasser aus den Brunnen könne mehr Gemüse wachsen, das auch den Speiseplan der Familien bereichere. Zudem hätten die Frauen beim Verkauf auf dem Wochenmarkt Geld beispielsweise fürneues Saatgut für den Gemüseanbau oder Schulgeld ihrer Kinder eingenommen.

Im Landkreis Yanfolila ist laut Obermaier geplant, mit Unterstützung der Malihilfe Traunstein nach dem Prinzip der kleinen Schritte in den Gärten je einen Brunnen zu ergänzen, weil Wassermangel den Gemüseanbau begrenzt. Die Frauen aus den Dörfern Massaoulena und Guimbala-Woni haben um Unterstützung gebeten. Ein Brunnen kostet rund 3500 Euro.

Die Malihilfe arbeitet eng mit der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Mali zusammen, die die Arbeiten am Ort koordiniert. Frauen stehen für die LAG Mali im Fokus ihrer Starthilfen, die ihnen in kleinen Schritten Perspektiven auf ein besseres Leben eröffnen und damit einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen leisten. Inhaltliche Schwerpunkte liegen in der Förderung des Gemüseanbaus, von Bildungschancen und im Schutz vor Genitalverstümmelung.

Im vergangenen Jahr baute die LAG Mali in unterschiedlichen Regionen drei neue Gärten auf. Sie werden seitdem von 210 Frauen bewirtschaftet. Ernährungssicherung steht im Mittelpunkt des Projekts, bei dem Kitas, Frauengruppen beim Gemüseanbau, Getreidebanken, Saatgut und Anschubfinanzierungen für kleine Unternehmen unterstützt werden.

»In Mouroukorobougou stand der neu aufgebaute Garten in voller Bewirtschaftung, als Gudrun Kahl, Projektreferentin der LAG Mali, das Dorf zuletzt im Januar 2020 besuchte. Bohnen, Weißkraut, Tomaten und Zwiebeln reifen heran und haben für 50 Frauen und ihre Familien erste Einkommen gebracht«, erklärt Obermaier.

Das erste Saatgut habe die LAG Malihilfe zusammen mit einfachen Arbeitsgeräten als Anschub finanziert. Die nächste Anbauphase und das notwendige Saatgut stemmten die Frauen dann schon aus ihrer »Gartenkasse« selbst, in die jede Frau rund 4,60 Euro eingezahlt habe.

»Jedes Projekt geschieht in enger Kooperation mit den Dorfbewohnern. Sie sind von Beginn an in die Planung eingebunden und entscheiden mit, welche Vorhaben am dringendsten sind. Die Dorfbewohner beteiligen sich mit eigenen Mitteln am Projekt und helfen tatkräftig beim Bau der Anlagen«, berichtet Obermaier.

Dabei handelt es sich um gemeinnützige, nicht staatliche Organisationen, die sich in langjähriger Zusammenarbeit bewährt haben. Dank der Partner VIDE, StopSahel und AMSOPT kann die LAG Mali auch in der aktuellen sicherheits- und innenpolitischen Krisenzeit, die Mali gerade durchlebt, ihre »Hilfe zur Selbsthilfe« fortsetzen. Ihre Projektstandorte liegen im Süden Malis, außer­halb der kritischen »roten Zone«.

Wer die Arbeit der Malihilfe finanziell unterstützen will und heute nicht zum Verkauf der Naturfreunde Traunstein kommen kann, kann dies auch mit einer Geldspende auf das Konto der KAG Malihilfe IBAN: DE37 7105 2050 0000 0021 47 bei der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg tun. Bjr

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