»Nach derzeitigem Stand gibt es eine Grundschule zu wenig«

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Über 600 Mädchen und Buben besuchen die beiden städtischen Grundschulen. Allein 433 werden in der Ludwig-Thoma-Grundschule (unser Bild) unterrichtet. Die Stadt nimmt an, dass die Zahl der Grundschüler bis 2028 um rund 250 steigen wird. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Stadt muss in den nächsten Jahren ihr Angebot an Unterricht für Grundschüler erweitern. Vor dem Hintergrund, dass sie wächst und wächst, lässt sie zurzeit von einem Fachbüro eine Prognose für die Bevölkerungsentwicklung in Traunstein erstellen. Im Rathaus rechnet man unterdessen schon damit, dass im Jahr 2028 rund 250 Grundschüler mehr als heute zu unterrichten sein werden. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) meint, dass bis dahin voraussichtlich ein Bedarf entstehen werde, der in etwa mit einer Grundschule in der Größenordnung von Haslach vergleichbar ist.


Die Stadt wächst und wächst – womit auch die Zahl der Kinder zunimmt. Im Rathaus geht man davon aus, dass der Trend anhält – was wiederum bedeutet, dass die Stadt ihre Angebote in den nächsten Jahren erweitern muss. Handlungsbedarf ergibt sich damit im Bereich der Kindertagesstätten und der Grundschulen. »Wir werden ein langfristiges strukturiertes Investitionsprogramm 'Kinder und Schule' entwickeln«, sagte der Oberbürgermeister auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts. »Nach derzeitigem Stand gibt es eine Kinderkrippe, ein bis zwei Kindergartengruppen und eine Grundschule zu wenig.«

In den städtischen Grundschulen werden derzeit schon über 600 Mädchen und Buben unterrichtet – und ihre Zahl wird in den nächsten Jahren, wie die Stadtverwaltung annimmt, weiter steigen. Aktuell gehen laut den Angaben aus dem Rathaus 180 Kinder in die Grundschule Haslach und 433 in die Ludwig-Thoma Grundschule. – insgesamt also 613 Schüler. Und sie rechnet damit, dass die Zahl der Grundschüler in den Jahren bis 2028 von jetzt 613 um rund 250 auf dann über 850 steigen wird.

Fachbüro erstelltBevölkerungsprognose

Die Bevölkerungsprognose, die die Stadt erstellen lässt, ist nach Angaben von Pressesprecherin Eva Schneider »für die politischen Entscheidungsprozesse von äußerst wichtiger Bedeutung«. Und weiter: »Die Stadt erhält aussagekräftige und zukunftsorientierte Daten und Werte im Hinblick auf Bevölkerungsprognose, Sozialraumanaly-se, Kindertagesstättenplanung, Schülerzahlenprognosen und zur Wohnraumentwicklung.« Schneider spricht von einer »gängige Praxis, um konkrete Bedarfe ermitteln und richtungsweisend und vorausschauend planen zu können«. Die Stadtverwaltung erarbeite aus diesen Ergebnissen dann entsprechende Vorschläge und Vorlagen, die in den Ausschüssen und im Stadtrat erörtert werden. »So können letztendlich für die Stadt Traunstein wegweisende Entscheidungen getroffen werden.«

Laut Schneider hat die Stadt 2020 ein Fachbüro beauftragt, die Bevölkerungsprognose zu erstellen. Heuer habe sie den Auftrag dann »aufgrund der Entwicklungen nochmals explizit erweitert und um Feinheiten ergänzt«. Das Gutachten werde in den nächsten Wochen abgeschlossen und der Stadt zugesandt. »Bevor die Daten an die Öffentlichkeit gehen, wird sie Herr Dr. Hümmer dem Stadtrat und der Verwaltungsspitze erläutern und die sich daraus erschließenden Aufgaben diskutieren.«

Die Prognose ist laut der Pressesprecherin keine »einfache, lineare Fortschreibung der Bevölkerungsentwicklung«. Vielmehr entwickle sie verschiedene Szenarien aus der Zusammenführung von Arbeitsmarktdaten, Geburten, Altersentwicklung, Bauentwicklung, Wirtschaftsdaten und so weiter. »Grundsätzlich ist die bedeutendste und sicherste Grundlage für Prognosen und Szenarien die Demografie, von der aus sich wiederum künftige Bedarfslagen und Effekte direkt oder indirekt ableiten lassen«, so Schneider. Der Auftragnehmer wende zu diesem Zweck verschiedene Methoden an, in denen zusätzliche regionale und familienspezifische Komponenten mit einfließen würden.

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