Nach Ablehnung der Bebauung in der Daxerau will die Chiemgau Residenzen GmbH verhandeln

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Die Chiemgau Residenzen GmbH sucht nach der Ablehnung ihrer Pläne für eine Bebauung des Geländes in der Daxerau (auf unserem Bild) das Gespräch mit der Stadt. (Foto: Pültz)

Traunstein – Die Chiemgau Residenzen GmbH in Rosenheim geht nach der Ablehnung ihrer Pläne für eine Bebauung in der Daxerau durch die Stadt nicht auf Konfrontationskurs, sondern sucht das Gespräch mit der Verwaltung im Rathaus. Auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts hat Heinrich Wittmann, der Geschäftsführer der GmbH, mitgeteilt, dass das Unternehmen an die Stadt herangetreten sei und vorgeschlagen habe zusammenzukommen. Die Stadt habe das Angebot angenommen. Wittmann meinte, dass dieses Gespräch noch in diesem Jahr stattfinde. Unter dem Hinweis darauf, dass ein laufendes Verfahren vorliege, wollte sich die Stadt zu den Vorgängen nicht äußern.


Nach der Ablehnung der Bebauung durch die Stadt vor fast vier Monaten waren die Enttäuschung und der Ärger des Bauträgers riesengroß gewesen. Wittmann sagte seinerzeit, dass er die Absage »auf keinen Fall hinnehmen« werde. Die GmbH werde sich beraten lassen. Eine Klage sei nicht ausgeschlossen.

Diesen Schritt hat der Bauträger dann aber doch nicht unternommen – zumindest bis jetzt noch nicht. Wittmann berichtete nun, dass die GmbH »noch keine Klage erhoben« habe. Sie wolle das Gespräch mit der Stadt suchen. Wenn jedoch kein Einvernehmen hergestellt werden könne, sei nach wie vor denkbar, dass die GmbH die Stadt auf Schadensersatz verklage.

Offen bleibt, welche Vorstellungen der Bauträger entwickelt hat und zur Diskussion stellen will. Der Geschäftsführer hielt sich bedeckt und sagte lediglich, dass er dem Gespräch mit der Stadt nicht vorgreifen wolle.

Laut Wittmann hatte die GmbH ursprünglich geplant, elf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 120 Wohnungen zu errichten. In Abstimmung mit der Stadt habe sie dann ihre Ausrichtung »komplett geändert«. Angedacht habe sie dann, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und ein Ansiedlungsmodell für Einheimische auf die Beine zu stellen. Sie habe Kurs genommen auf 59 Reihenhäuser.

Das Projekt war umstritten. Die Anlieger stellten sich gegen das Vorhaben, weil sie befürchteten, dass die Hochwassergefahr durch die Bebauung steigt. Der Stadtrat kippte schließlich das Projekt. Unter dem Eindruck der Hochwasserkatastrophen in Westdeutschland, vor allem aber auch im benachbarten Berchtesgadener Land stellte er sich Ende Juli gegen die Pläne für die Bebauung in der Daxerau. Er beschloss, sowohl aus der Aufstellung des Bebauungsplans, als auch aus der Änderung des Flächennutzungsplans auszusteigen und die beiden Verfahren einzustellen.

In der jüngsten Sitzung machte das Gremium nun den Deckel drauf. Nachdem der Stadtrat im Juli den Grundsatzbeschluss gefasst hatte, musste er nun noch die Einstellung der beiden Bauleitverfahren – wie Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) sagte – »formalrechtlich« besiegeln. An der grundsätzlichen politischen Einschätzung ändere sich nichts, so der Oberbürgermeister anlässlich der Wiedervorlage des Themas.

Eine Diskussion im öffentlichen Teil der Sitzung kam nicht zustande. Allein Helga Mandl (Bündnis 90/Die Grünen) meldete sich zu Wort und sagte, dass die Fraktion der Grünen von Anfang an gegen die Bebauung gewesen seien. Sie gedenke, im folgenden, nichtöffentlichen Teil der Sitzung eine Frage zu stellen. Ohne zu diskutieren, beschloss der Stadtrat einstimmig, die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans einzustellen.

Weitergehende Auskünfte – insbesondere auch über das bevorstehende Gespräch mit dem Investor – wollte die Stadtverwaltung nach der Sitzung nicht geben. Auf Anfrage teilte Agnes Giesbrecht, eine der Pressereferentinnen im Rathaus, mit: »In der Sitzung des Stadtrates wurde alles Relevante zum Thema genannt. Bei allem darüber hinaus handelt es sich um ein laufendes Verfahren, über das – wie bei allen anderen laufenden Verfahren auch – Stillschweigen bewahrt wird.«

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