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»Motorzone« kommt auch nächstes Jahr wieder nach Traunstein

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Renn- und Sportwagen wie dieser Audi Quattro (vorn) waren bei der Motorzone Chiemgau in diesem Jahr zu erleben. Foto: FDLnews/AKI

Traunstein – Auch im kommenden Jahr wird es die Veranstaltung »Motorzone« in Traunstein geben. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Stadtrat nach einer längeren Diskussion mit 15 zu 7 Stimmen. Für die einen ist die Veranstaltung ein Rennen, das nichts auf öffentlichen Straßen zu suchen hat, für die anderen eine Demonstrationsfahrt, bei der Motorsportinteressierte auf ihre Kosten kommen. Fest steht: Nicht alles lief bei der ersten Veranstaltung in der Großen Kreisstadt so, wie vereinbart.


50 PS-starke Autos waren bei der Veranstaltung von Wolfgang Fousek im Oktober beteiligt – bestaunt von rund 2000 Besuchern. Dabei teilte die Polizei der Stadt nach der Veranstaltung mit, dass unter anderem die Pausen nicht eingehalten worden seien, also die Zeiten, in denen die Strecke für den normalen Verkehr geöffnet werden sollte, um Behinderungen auf den Straßen rund um Traunstein zu reduzieren.

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Außerdem gehen die Beamten davon aus, dass die Geschwindigkeiten überschritten wurden. Wörtlich teilte die Polizei der Stadt mit: »Wir haben die Veranstaltung auf der gesperrten Strecke an zwei Punkten beobachtet. Einmal bei der Abzweigung nach Erlstätt und einmal bei der Abzweigung nach Wolkersdorf, Nähe Firma Neimke. Wir haben die Geschwindigkeiten nicht 'gelasert', aber geschätzt wurden die Geschwindigkeiten auf der Rennstrecke nicht eingehalten, wobei aber auch kein Schleudern oder blockierte Reifen bei den Kurven erkennbar waren.« Passiert ist laut BRK bei der »Motorzone«-Veranstaltung nichts. Es gab einen Sturz eines Motorradfahrers, der allerdings nicht verletzt wurde.

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass die Meinungen bei dieser Veranstaltung weit auseinandergingen. »Es gibt viele Motorsportfreunde, die das sehen wollen. Auf der anderen Seite haben wir Lärm und Abgase.«

Für Dr. Thomas Graf (Traunsteiner Liste) erschließt sich der Sinn einer solchen Veranstaltung nicht. »Ich bin dagegen«, betonte er. Gegen »Motorzone« sprach sich auch Thomas Stadler (Grüne) aus. »Hier ist Sport angesagt. Die Fahrer wollen Gas geben und dafür gibt es Rennstrecken«, sagte er.

Dritte Bürgermeisterin Traudl-Wiesholler Niederlöhner (SPD) gab zu Bedenken, dass die Veranstaltung vorher in anderen Kommunen gewesen sei. »Weil die das nicht mehr wollten, kommt sie jetzt zu uns.« Sie war der Meinung, dass eine solche Veranstaltung auf eine Rennstrecke gehöre, »eine Stadt ist nicht der passende Ort.«

Fraktionskollege Robert Sattler (SPD) betonte, dass es viele Leute geben würde, die das sehen wollen. »Das ist kein Rennen, sondern eine Demonstrationsfahrt. Auch Kinder schauen da gerne zu.«

Ähnlich sah das zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU). »Ich sehe keinen Grund, warum wir das nicht genehmigen sollten. Es gab viele interessierte Zuschauer, keine Unfälle und keine Beschädigungen«, sagte der Verkehrsreferent.

Wilfried Schott (Grüne) betonte, dass es sich bei dieser Veranstaltung durchaus um ein Rennen handle. »Das ist vollkommen unakzeptabel in einer Stadt.«

Dem widersprach Ernst Harrecker (CSU). Bei einem Rennen gehe es darum, wer Erster werde, da gebe es Überholmanöver. Das sei bei der Veranstaltung »Motorzone« nicht der Fall. Burgi Mörtl-Körner (Grüne) stellte einen Antrag auf Ende der Debatte. Diesem wurde mit 19 zu 3 Stimmen stattgegeben. KR

Bilder von der diesjährigen »Motorzone« in Wolkersdorf: