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Mord an Bergenerin: Urteil nicht rechtskräftig – Verteidiger legte Revision ein

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Unser Bild zeigt den 61-jährigen Tischler mit Verteidiger Harald Baumgärtl aus Rosenheim am Freitag kurz vor der Urteilsverkündung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes an einer 59-Jährigen aus Bergen. (Foto: Kretzmer)

Traunstein – Die lebenslange Freiheitsstrafe des Schwurgerichts Traunstein gegen einen 61-jährigen, gebürtigen Traunsteiner, der eine 59-jährige Witwe am 9. Januar 2020 in deren Wohnung in Bergen getötet und ihre Leiche zerstückelt hatte, wird nicht rechtskräftig: Verteidiger Harald Baumgärtl aus Rosenheim hat bereits Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt, wie er auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Der Anwalt hatte auf einen Totschlag plädiert und maximal zwölf Jahre Haft beantragt.


Die Kammer mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs hatte den großenteils geständigen 61-Jährigen jedoch nicht wegen Totschlags, sondern wegen Mords aus Habgier und zum Ermöglichen einer Straftat sowie wegen schweren Raubs mit Todesfolge verurteilt (wir berichteten ausführlich).

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Der damals im oberösterreichischen Pöndorf lebende Tischler hatte die Frau Ende 2019 über ein Dating-Portal kennengelernt. Die beiden trafen sich vor der vor der Tat nur zweimal. Bei seinem letzten, dreitägigen Besuch kam es zu der Gewalttat. Beim Sex am Morgen des 9. Januar 2020 und nach einem Streit – vielleicht wegen eines Anpumpversuchs des Mannes – schlug der 61-Jährige vielfach mit Fäusten und einer goldenen Buddha-Statue an den Kopf des Opfers, vielleicht zusätzlich noch mit einem schweren Elefanten aus Stein, der aber nie gefunden wurde. Die 59-Jährige erlitt schwerste Frakturen im Gesichts- und Schädelbereich. Dann würgte der Täter die Bewusstlose, bis sie sich nicht mehr rührte.

Gemäß Schwurgerichtsurteil öffnete der 61-Jährige, wie er von Anfang an vorhatte, den Tresor der Toten, entnahm mindestens 60 000 Euro, Gold und Schmuck. Am gleichen Tag noch gab der bis dahin finanziell erheblich unter Druck stehende Traunsteiner jede Menge Geld aus, beglich Schulden und leistete sich »Luxusausgaben«, so das Gericht.

Am Folgetag wollte der Täter die Leiche der 59-Jährigen beseitigen. Es gelang ihm nicht, den Körper ins Auto zu bringen. Daher schaffte er die Tote in den Keller der Eigentumswohnanlage, zerstückelte die Leiche und vergrub die in mehreren Taschen verstauten Leichenteile in einem Wald bei Knappenfeld. Nach seiner Festnahme Anfang März 2020 führte er die Ermittler zu dem Ablegeort. kd

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